Das Münchner Restaurant Malva macht im Oktober ein kulinarisches Experiment: Zusammen mit dem Verein Küche ohne Grenzen verbindet es gutes Essen mit sozialem Engagement
„Kochen ist Politik“ – wo Menschen gemeinsam essen, entstehen Gespräche, Begegnungen und manchmal auch neue Perspektiven. Das Münchner Restaurant Malva verbindet im Oktober zusammen mit dem Verein Küche ohne Grenzen gutes Essen mit sozialem Engagement und der Frage, was Gastronomie jenseits des eigenen Tellerrands bewirken kann.
Die Idee geht auf den Schweizer Koch und Autor David Höhner zurück, Gründer von Cuisine sans frontière. Seine Überzeugung: Essen und Trinken können die Welt verändern, gemeinsame Tischgespräche Konflikte lösen. Die Münchner Initiative überträgt diesen Gedanken auf konkrete Projekte – und erstmals in eine Gastropartnerschaft mit dem Malva in der Steinstraße.
Im Zentrum steht ein viergängiges veganes Menü zum Teilen, das den gesamten Oktober über angeboten wird. Die KoG-Vorsitzende und Köchin Antje de Vries entwickelt es gemeinsam mit dem Malva-Team, der Münchner Weinhändler Jörg Linke steuert die passenden Weine bei. Ein Teil der Erlöse fließt in die Projekte des Vereins. Genuss wird damit nicht zur moralischen Pflichtübung, sondern zum Anlass, über Verantwortung ins Gespräch zu kommen.
Den Auftakt bildet am 5. Oktober um 19 Uhr ein gemeinsames Menü, bei dem de Vries und Linke auch die Arbeit der Initiative vorstellen. Der Abend kostet 79 Euro pro Person, zehn Euro davon gehen direkt als Spende an Küche ohne Grenzen.
Am 24. Oktober von 15 bis 19 Uhr wird beim Empanada-Workshop geknetet, gefüllt und gebacken. Im Mittelpunkt steht das kolumbianische Projekt Piqueteadero, in dem junge Menschen gastronomisch ausgebildet werden. De Vries hat dort selbst als Volunteer gearbeitet. Nach der Küchenarbeit wird gemeinsam gegessen. Das solidarische Preismodell: 22, 44 oder 66 Euro, je nach finanziellen Möglichkeiten.
Einen anderen Akzent setzt das Socialcafé „Mama Rosi“ am 25. Oktober von 10 bis 13 Uhr im Café Regenbogen der Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstraße 71. Bei Kaffee, Frühstück und Kuchen soll ein offener Ort der Begegnung entstehen. Jede und jeder zahlt, was möglich ist. Eine Reservierung ist nicht nötig.
Am 28. Oktober rückt der Wein in den Mittelpunkt. Beim Winzerabend präsentiert Emilio Zierock-Foradori aus dem Trentino vier Weine, begleitet von drei Gängen italienischer Landküche. Das Gemüse stammt aus den Weingärten seiner Schwester Myrtha. Doch es bleibt nicht bei der Verkostung: Diskutiert wird auch über die Zukunft der Weinwirtschaft zwischen Kulturgut, Gesundheitsbewusstsein und Luxus. Menü und Weinprobe kosten 98 Euro, zehn Euro davon sind als Spende vorgesehen.
Zum Abschluss geht es am 31. Oktober von 15 bis 19 Uhr nach Togo. Robert Ahiagba, Gründungsmitglied von Küche ohne Grenzen, und sein Sohn Joël kochen mit dem Malva-Team Fufu, das traditionelle Gericht, das gemeinsam gestampft wird. Dabei stellen sie das KoG-Waisenhausprojekt vor, das Kindern mehr als nur ein Zuhause bieten soll. Auch hier gilt das solidarische Preismodell von 22, 44 oder 66 Euro.
Der politische Oktober zeigt, dass eine Küche mehr sein kann als ein Ort der Versorgung und ein Restaurant mehr als eine Bühne für kulinarische Inszenierungen. Manchmal beginnt gesellschaftliche Verantwortung ganz unspektakulär: mit einem gedeckten Tisch, einem geteilten Gericht und der Bereitschaft, einander zuzuhören.
Weitere Informationen: kuecheohnegrenzen.org
- Name: Malva
- Adresse: Steinstraße 42, 81667 München
- Öffnungszeiten: Mo-Sa: 18 bia 24 Uhr
- Website: https://www.malvamuenchen.de/
