Das Leichte ist am schwersten
„Schwer ist leicht was!“ Hieß dem gewichtigen Fischer Otti sein allererstes Soloprogramm aus dem jahre 1989. Zeit also das geflügelte Wortspiel noch mal neu aufzugreifen und – wie hier das Münchner Maxjoseph Quartett – einer neuen Bedeutung zuzuführen. Diese musizieren seit geraumer Zeit unter dem Motto „Das Leichte ist am schwersten“ und meinen damit die meist recht reduzierte Übereinkunft ihres traditionellen Instrumentariums (bestehend aus Geige, Steirischer Harmonika, Gitarre und Tuba), das hier zu einem dynamischen Kammermusik-Teppich zusammengeflochten wird. Vier virtuose Musiker, klassisch geschult und zugleich tief in ihrer Heimat verwurzelt, erkunden darin die vielseitigen Möglichkeiten zeitgenössischer Volksmusik. Jazzige Improvisation treffen bei Georg Unterholzner (g), Andreas Winkler (acc), Nathanael Turban (vl) und Florian Mayrhofer (tuba) auf klassische Präzision, traditionelle Melodien auf ungewohnte Klangfarben und eine Offenheit, die immer wieder für Überraschungen sorgt. Dabei geht es Maxjoseph nicht darum, Grenzen zwischen E- und U-Musik, Volksmusik und Klassik demonstrativ einzureißen. Vielmehr lassen sie diese Grenzen einfach verschwimmen, bis eine Musik entsteht, die zugleich vertraut und doch erstaunlich neu klingt.
Soeben ist ihr neues Album „Lagom“ erschienen, welches sie am 30.10. im altehrwürdigen Cuvilliés Theater präsentieren werden. Der aus dem Schwedischen entliehene Titel bezeichnet das genau richtige, das gesunde Maß und beschreibt so ziemlich treffend die musikalische Philosophie des Münchner Vierers: Es geht um Balance, um Festhalten und Loslassen, um Tradition, Gegenwart und Zukunft. Die Musiker bleiben ihren bayerischen Wurzeln treu und haben dennoch keinerlei Scheu, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. So wird aus traditioneller Verwurzelung und musikalischer Weltläufigkeit ein eigenständiger Klangkosmos, der Volksmusik nicht museal betrachtet, sondern als lebendige Sprache im Hier und Jetzt versteht.
Q & A
1. Was inspiriert euch?
Ganz unterschiedlich – da wir alle vier komponieren, finden wir Inspiration in den verschiedensten Dingen: Gegenständen, Landschaften, Personen oder Erinnerungen. Jeder bringt außerdem seine eigenen musikalischen Erfahrungen mit ein. Unsere Lebensläufe sind sehr unterschiedlich geprägt – von Klassik- über Volksmusik- bis hin zum Jazzstudium. Diese Einflüsse fließen in unsere Stücke ein und machen den besonderen Klang und Sound der Gruppe aus.
2. Euer absoluter Geheimtipp für München?
Der Westpark – für uns wahrscheinlich der schönste Park in München. Außerdem das Vivo am Rosenheimer Platz – die beste Bar der Stadt.
3. Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Eine Band zu gründen ist eigentlich einfach und geht schnell. Eine Band über viele Jahre zusammenzuhalten, ist dagegen unglaublich schwierig. Natürlich möchten wir uns musikalisch weiterentwickeln, vor allem aber wünschen wir uns, dass es die Gruppe auch in zehn Jahren noch gibt. Momentan dürfen wir an wunderbaren Konzertorten spielen und erleben eine sehr besondere Zeit – das möchten wir uns bewahren. Es gibt natürlich einige Konzertsäle, in denen wir gerne auftreten würden, aber wir sind sicher, dass sich vieles mit der Zeit ergeben wird.
4. Was ge-/missfällt euch an München?
München ist eine großartige Stadt: Die Berge liegen direkt vor der Tür, die Isar fließt mitten durch die Stadt – eigentlich fehlt es hier an nichts. Auch kulturell wird unglaublich viel geboten; München ist ein echtes Kulturzentrum. Schade finden wir allerdings, dass immer mehr kleine Geschäfte, Werkstätten und Cafés verschwinden.
5. Welchen (Münchner) Prominenten würdet ihr gerne auf einen Kaffee oder ein Bier treffen?
Patrick Süskind.
6. München ist für uns wie …
… der Ausgangspunkt für unsere Ideen, Alben und Reisen – und vor allem der Ort, an dem die Band gegründet wurde.
