15:30 Uhr – 18:30 Uhr
Prinzregententheater, Prinzregentenplatz 12, 81675
München
Literatur
Daniel Kehlmann „Afrika“
Der Autor liest im Prinzregententheater aus seinem neuen Roman „Afrika“. Vor dem Hintergrund des Berliner Winters 1884/85 verbindet er historische Ereignisse mit der Geschichte des Legationsrats Strinetzky und zeigt, wie Verantwortung, Macht und koloniale Vergangenheit bis in die Gegenwart nachwirken.
In seinem neuen Roman „Afrika“ führt Daniel Kehlmann in das Berlin des Winters 1884/85: Auf Einladung Bismarcks beraten Vertreter europäischer Staaten, der USA und des Osmanischen Reiches über Handel, Besitzansprüche und die Regeln kolonialer Expansion – ohne afrikanische Beteiligung. Währenddessen kämpft der österreichisch-ungarische Legationsrat Strinetzky mit einem drohenden Betrugsskandal, Geldsorgen und einem Duell. Ein Roman, der zeigt, wie Verantwortung sich in Verfahren auflösen kann und der mit seiner Komik den Blick auf die Banalität richtet, mit der Geschichte gemacht wird.
Eine koloniale Ordnung nimmt Gestalt an, während einer ihrer Verhandler verzweifelt versucht, einen privaten Betrug zu vertuschen
Für Österreich-Ungarn sitzt Legationsrat Strinetzky am Verhandlungstisch, weil der Botschafter verhindert ist: Franz Liszt hat ihm ein Klavierstück gewidmet, das geübt werden muss. Strinetzky selbst hat beträchtliche Gelder an einen erfundenen Gutachter namens Doktor Waldbach überweisen lassen, um seine Affäre mit einer Schauspielerin zu finanzieren. Als in Berlin ein wirklicher Waldbach auftaucht, droht der Betrug aufzufliegen. Strinetzky muss 5.000 Gulden beschaffen. Dann fordert ihn auch noch ein preußischer Offizier zum Duell im Grunewald.
Mit diesen Sorgen irrt Strinetzky durch die Konferenz und entwickelt ausgerechnet unter Druck ein Talent für Verhandlungen. Seine private Panik entfaltet sich in der routinierten Sprache der Diplomatie.
Ein einzigartiges Leseerlebnis – so komisch und unterhaltsam, wie Literatur nur sein kann.
Im Prinzregententheater liest der Autor aus dem Buch und spricht darüber, wie Literatur historische Wirklichkeit verwandelt und die koloniale Vergangenheit in die Gegenwart hinein sichtbar macht. Der 1975 in München geborene Autor lebt in Berlin und New York. Mit „Die Vermessung der Welt“ gelang ihm einer der größten Erfolge der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. „Tyll“ stand 2020 auf der Shortlist des „International Booker Prize“; die englische Ausgabe von „Lichtspiel“ stand 2026 ebenfalls auf der Shortlist und sorgte international für Aufsehen.

Bild: Daniel Kehlmann, „Afrika“, Roman, Erscheinungsdatum: 6.11.2026, © Rowohlt
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Veranstaltungsort / Karte
Prinzregententheater
Adresse: Prinzregentenplatz 12,
81675 München
