Musikakademie der Studienstiftung
Hochschule für Musik und Theater

Musikakademie der Studienstiftung

Sonntag, 02.08.2026
19:00 Uhr – 20:30 Uhr

Hochschule für Musik und Theater, Arcisstr. 12, 80333 München
Klassik

Musikakademie der Studienstiftung

Rite et Rhizome

Von den Wurzeln des Glaubens

Lili Boulanger (1893–1918): Psaume 24 La Terre appartient à l’Éternel

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): 5. Sinfonie „Reformationssinfonie“ op. 107

Igor Strawinsky (1882–1971): Mass

Olivier Messiaen (1908–1992): L’Ascension. Quatre méditations symphoniques

Karola Pavone, Sopran

Katharina Peetz, Alt

Ludwig Obst, Tenor

Torsten Meyer, Bariton

Chor und Orchester der Musikakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes

Dirigent: Andreas Hotz

Choreinstudierung: Paul Krämer

Rhizom (altgr. rhizoma ‘Eingewurzeltes’): ein unter der Erdoberfläche oder dicht am Boden wucherndes System aus vernetzten Sprossachsen, als Denkmodell u.a. in die Philosophie entlehnt.

Das Programm der Musikakademie 2026 steht im Zeichen der Verflechtungen und Verzweigungen von Religionen, von liturgischen Praktiken und von individuellem Glauben. Die vier geistlichen Kompositionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert repräsentieren die (musikalische) Auseinandersetzung mit dem eigenen oder aber einem dezidiert anderen sakralen Ritus und die Verknüpfung von Identität und religiösen Überzeugungen.

Lili Boulangers kraftvolle und zugleich sensible Vertonung des Psalms 24 La Terre appartient à lÉternel (1916) für Chor und Blechblasinstrumente und Olivier Messiaens apotheotische orchestrale L’Ascension (1933) können als musikalische Glaubensbekenntnisse zweier im traditionellen Sinne gläubiger Katholiken verstanden werden. Felix Mendelssohn Bartholdy, obwohl Sohn einer jüdischen Familie, wurde christlich erzogen und lutherisch getauft. Antisemitischen Anfeindungen sah er sich dennoch ausgesetzt, die selbst über seinen Tod hinaus andauerten. Seine anlässlich des 300. Jubiläums der Confessio Augustana entstandene Reformationssinfonie (1830) ist ein Bekenntniswerk, in dem möglicherweise dennoch Elemente beider Glaubensrichtungen, der christlichen, wie der jüdischen durchklingen. Igor Strawinsky komponiert seine Mass (1948) für Chor und Blasinstrumente im amerikanischen Exil, sie folgt der katholischen Liturgie, Strawinsky selbst war Anhänger der russisch-orthodoxen Religion.

Mit dem Bild der Rhizome, der sich vernetzenden Wurzelsprossen, beginnt in diesen Stücken eine Suche nach den Verbindungssträngen von spirituellem Empfinden und Ritus: Die Religion, die aus dem privaten, innigsten Gefühl des Glaubens erwächst, oder der individuelle Glaube, der erst durch externe Rituale geprägt und im Menschen verwurzelt wird.

(Text: Veranstaltende)

Termine & Tickets*

Sonntag, 02.08.2026 19:00 Uhr – 20:30 Uhr Tickets

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Veranstaltungsort / Karte

Hochschule für Musik und Theater
Adresse: Arcisstr. 12, 80333 München

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