14:00 Uhr – 22:00 Uhr
Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42, 80538
München
Bildung und Weiterbildung
Eröffnung disKursraum
Ein Ort für Austausch, Vielfalt und neue Perspektiven
Mit dem disKursraum gibt es ab Juni einen neuen Vermittlungs- und Begegnungsort im Museum Fünf Kontinente, der für eine vielfältige Nutzung gedacht ist. Das gestaltgebende und den Raum prägende Element ist die aus der HipHop-Kultur entlehnte Cypher als Sinnbild für eine offene Gesellschaft.
Auf einer halbrunden Sitztribüne finden etwa 35 Menschen bequem Platz. Mobile Tisch-Bank-Kombinationen ermöglichen gemeinsames Arbeiten. Gleichzeitig bietet der Raum einen geschützten Rahmen für Begegnungen von Menschen, Gesellschaften und Kulturen.
Im disKursraum kann man respektvoll im offenen Kreis aufeinander treffen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und den eigenen Horizont erweitern. Man kann lernen, Dissense auszuhalten, eigene Ansichten zu hinterfragen und gemeinsam neue Positionen auszuhandeln.
Zur Eröffnung am Samstag, den 20. Juni 2026 erwartet Sie ab 14 Uhr ein vielfältiges Programm, das in Kooperation mit dem Kompetenzteam Vielheit entstanden ist.
Programm
Am Tag der Eröffnung findet eine durchgehende Inszenierung von sich abwechselnden Programminhalten statt, die sich in zwei Durchgängen à drei Stunden wiederholen und als Teaser Appetit machen auf die Inhalte und Formate, die im disKursraum in regelmäßigen Veranstaltungen als Reihe folgen werden.
Die Besuchenden können sich je nach Belieben während der Veranstaltungszyklen zu den stattfindenden Darbietungen dazugesellen. Durch leichte Variationen der Inhalte wird in der Zeit von 14 bis 20 Uhr ein zugleich informatives, als auch unterhaltendes und immer wieder überraschendes Programm gewährleistet. Die Inszenierung der Inhalte in Form von Loops läuft entlang von fünf Stationen durch das Haus bis hin zum disKursraum selbst im 2. OG als letzte Station.
Ein Livekonzert wird nach dem letzten Programmpunkt ab 20:15 Uhr als Finale den Veranstaltungstag beenden.
Die fünf Stationen der beiden Veranstaltungs-Loops
Erster Loop: 14:00–16:45 Uhr
Zweiter Loop: 17:00–19:45 Uhr
1. Station: Feierliches Eröffnungszeremoniell
14–14:25 Uhr | 17–17:25 Uhr
Es sprechen im Namen des Museum Fünf Kontinente: Direktorin Dr. Uta Werlich und im Namen des Kurationsteams: Sarah Bergh-Bieling
2. Station: Zwei performative künstlerische Interventionen
14:35–15 Uhr | 17:35–18 Uhr
Im 1. Loop | 14:35–15 Uhr
Isabell Antonia Höckel (Residenztheater) & Nadège Meta Kanku (Münchner Kammerspiele)
Isabell Antonia Höckel wurde 2019 mit einem Stipendium des Deutschen Bühnenvereins ausgezeichnet und erhielt 2023 den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Darstellende Kunst. Des Weiteren erhielt sie im Rahmen der Kurt-Meisel-Preisverleihung 2024 den Förderpreis für besondere schauspielerische Begabung und Leistung.
Nadège Meta Kanku beendete ihr Schauspielstudium 2024 an der Otto Falckenberg Schule in München. Bereits vor dem Studium gastierte sie am jungen – wie auch am Schauspielhaus Zürich und hatte weitere Gastengagements am Staatstheater Nürnberg, den Münchner Kammerspielen, dem Volkstheater München, dem Theater Neumarkt Zürich und diverse Performances an der AdK und am Haus der Kunst auch während des Studiums. Im Jahr 2022 erhielt sie den Förderpreis der Armin-Ziegler-Stiftung. Mit der Spielzeit 24/25 trat Nadège Meta Kanku ihr erstes festes Engagement an den Münchner Kammerspielen an.
Im 2. Loop | 17:35–18 Uhr
Kaleidoskop Dance Project: Identities
Das Kaleidoskop Dance Project zeigt Ausschnitte aus ihrer letzten Produktion Identities (Uraufführung am 6. November 2025 im HochX Theater und Live Art. Gefördert vom Kulturreferat München). In der Performance erzählen die Tänzerinnen und Tänzer in ihrer eigenen Sprache: Urbaner Freestyle – u.a. Popping, Hip-Hop und House – trifft auf experimentelle, theatral-körperliche Recherche und erweitert so die Möglichkeiten dessen, was auf einer Theaterbühne sichtbar werden darf. Persönliche Geschichten, kulturelle Prägungen, Rassismuserfahrungen und biografische Brüche fließen in Bewegungen ein, die nicht dargestellt, sondern geteilt werden.
Es tanzen: Kaddy Jatou Maria Camara, Chiara »Kikki« Luongo und Leonard Sarmiento Marschel
Konzept und Choreografie: Sophie Haydee Colindres Zühlke
3. Station: 5 Elements – The Cypher
15:10–15:35 Uhr | 18:10–18:35 Uhr
5 Elements ist ein Kollektiv von Hip-Hop-Kunstschaffenden verschiedener Sparten, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Chancen, Perspektiven, Werte und künstlerischen Techniken der Hip-Hop-Kultur an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene weiterzugeben, in der Hoffnung, dass es ihnen dabei hilft, Orientierung, Halt und Selbstbewusstsein zu finden sowie ihre Kreativität und Identität zu festigen und auszuleben. Das multidisziplinäre Kollektiv beschäftigt sich in seinen Workshops und Projekten unter anderem mit Rassismuskritik, Empowerment und Social Justice. 5 Elements wird
seine Arbeit in Form einer Hip-Hop-Cypher vorstellen.
4. Station: Nihan Devecioğlu: Yoldaş – Frauen, die einander halten
15:45–16:10 Uhr | 18:45–19:10 Uhr
Nihan Devecioğlu ist Sängerin, Performerin und Komponistin mit Wurzeln in München und Istanbul, die weltweit in interdisziplinären Musikprojekten involviert ist. Ihr Stück Yoldaş – Frauen, die einander halten portraitiert Frauen der ersten Generation von Gastarbeitenden aus ihrem Umfeld und würdigt in einem audiovisuellen Format auf musikalisch-poetische Weise deren Geschichte. Diese Aufführung ist ein verkürzter Auszug aus der regulären Darbietung.
5. Station: disKursraum – Gespräch und Reflexion
Moderation: Sarah Bergh-Bieling
16:20–16:45 Uhr | 19:20–19:45 Uhr
Im 1. Loop | 16:20–16:45 Uhr
Digitale Vermittlung von kolonialen Provenienzen am Museum Fünf Kontinente
Gespräch mit Provenienzforscher PD Dr. Richard Hölzl
Das Museum Fünf Kontinente zählt zu den großen ethnologischen Museen in Deutschland. Aus der über 150-jährigen Geschichte und aus dem thematischen Fokus auf die Kulturen aller Weltregionen erwachsen besondere Chancen und Herausforderungen. In der jüngsten Zeit rücken die Bestände in den Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit und Debatten, die das Museum aus kolonisierten Gebieten erworben hat.
Neben die Erforschung der Herkunft der Bestände (inkl. unrechtmäßiger und unethischer Erwerbsvorgänge), tritt die Aufgabe der kulturellen Vermittlung der Provenienz und der kolonialen Kontexte signifikanter Teile der Sammlungen des Museums. Ein neuer digitaler Guide Kolonialismus & Widerstand wird vielfältige Perspektiven auf koloniale Geschichte und Formen des antikolonialen Widerstands bieten. Im Gespräch gibt PD Dr. Richard Hölzl Einblick in Konzeption, Design und Inhalte des Guides.
Im 2. Loop: | 19:20–19:45 Uhr
Gespräch mit Sophie Colindres und Jan Struckmeier über ihr Format »Let’s Talk…«
Let’s gather… let’s listen.. let’s talk. Sophie Colindres und Jan Struckmeier laden zu einer Reihe von regelmäßigen Gesprächsrunden ein. Die Idee ist, diverse Perspektiven und progressive Ziele von Menschen zusammenzubringen, welche die Kunst bereits mit ihrer intersektionalen Haltung und wahren Praxis bereichern – oder dies in naher Zukunft vorhaben. Wir möchten voneinander lernen und gemeinsam tief in die Themen Zeit, Communities, Institutionen und Raum eintauchen. Zu jeder Veranstaltung werden zwei Expertinnen und Experten eingeladen, die Einblicke in ihre künstlerische und/oder politische Arbeit geben und ihre Perspektive auf eines dieser Themen teilen. Diese Impulsvorträge öffnen Raum, um über bisherige Erfahrungen und neue Ansätze zu reden – oder einfach zuzuhören. Alle können an dem Gespräch so teilnehmen, wie es sich für sie richtig anfühlt. Wir freuen uns auf eine Reihe voller neuer Erfahrungen und inspirierender Dialoge in einer empowernden Atmosphäre
Workshop und Stadtspaziergang: »Postkoloniale Perspektiven auf die Stadtgeschichte« mit Commit e.V.
13:45–16:30 Uhr
Was hat die Kolonialgeschichte mit unserem Alltag zu tun? Viele unserer gegenwärtigen Vorstellungen, unser Verhalten, aber auch unzählige Missstände sind direkt auf unsere koloniale Vergangenheit zurückzuführen. Der Workshop und Rundgang »Postkoloniale Spuren in München« vom Münchner Verein Commit e.V. beschäftigt sich mit historischen Hintergründen, weltweiten Verflechtungen und lokalen Spuren der
Kolonialzeit. Das Format bietet die Möglichkeit, die Thematik und darüber hinaus die Arbeit des Vereins kennenzulernen. Treffpunkt ist pünktlich
um 13.45 Uhr in der Werkstatt der Kulturen im 1. OG des Museum Fünf Kontinente.
Begrenzte Platzzahl. Anmeldung: E-Mail an [email protected]
Commit e. V. ist ein Verein, der Bildungsangebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen (BNE) durchführt. Der Verein bietet unter anderem postkoloniale Stadtspaziergänge in und durch München an. Dieses Format hat sich bundesweit etabliert. In München benötigt dieses Thema noch etwas mehr öffentliche Aufmerksamkeit, es sollen regelmäßig weitere Workshops/Rundgänge
Finale | Abschlusskonzert Jisr // Brücke
20:15 Uhr
Seit zehn Jahren steht JISR // BRÜCKE für eine Musik, die Grenzen nicht nur überwindet, sondern neu denkt. Gegründet und geleitet vom Münchner Musiker, Linguisten, Sänger, Gembrispieler und Perkussionisten Mohcine Ramdan, versteht sich das internationale Ensemble als künstlerische Brücke zwischen Nordafrika, Europa und den vielfältigen Klangwelten der Diaspora. Der Name »JISR« – arabisch für Brücke – ist dabei Programm. Die Musik von JISR verbindet arabische Maqam-Traditionen, tranceartige Gnawa-Rhythmen, Jazz, westafrikanische Polyrhythmik und improvisierte Klangsprachen zu einem eigenständigen, transkulturellen Sound. JISR bringt Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster kultureller Hintergründe zusammen und macht Vielfalt hörbar: nicht als folkloristische Kulisse, sondern als lebendige künstlerische Praxis. Dabei entstehen Konzertabende zwischen Spiritual Jazz, orientalischer Tradition, Afro-Grooves und urbaner Improvisation – immer getragen von der Idee des Austauschs und des gemeinsamen musikalischen Erzählens. Das Ensemble konzertierte bereits international und arbeitete mit zahlreichen renommierten Künstlerinnen und Künstlern aus Europa, Nordafrika und Asien zusammen. Gleichzeitig ist JISR tief in München verwurzelt und prägt seit Jahren die freie Kulturszene der Stadt mit innovativen Projekten, Festivals und musikalischen Begegnungen. JISR // BRÜCKE steht für eine Musik der Offenheit – kraftvoll, grenzüberschreitend und voller Geschichten.
Termine & Tickets
Veranstaltungsort / Karte
Museum Fünf Kontinente
Adresse: Maximilianstraße 42,
80538 München
