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Weitere Theater-Highlights im September

How to get rid of a body? vom 20. bis 22. September im HochX

Mit diesen neuen Stücken tankt man neue Kraft für die Dramatik des Alltags

Was der lüsterne Mann an seinen Nachmittagen so treibt, das wissen die literarische Interessierten längst: Den Faun, halb Ziege, halb Mensch, treiben innere Kräfte an. Wenn er nicht gerade Panflöte spielt, dann muss er, ja er muss wirklich, Nymphen jagen. Immer wieder entgleiten sie ihm. Davon träumt an langen Nachmittagen. Doch wer ist dieser olle Lust-Grieche heute? Was treibt ihn an? Wo kann man ihn finden? Diesen Fragen jagt Matteo Carvone in seinem Tanzabend hinterher. (Gasteig Black Box, 13./14.9.)

Nicht ganz unähnlich auch das positiv irritierenden Tanzprojekts How to get rid of a body?, das an eine archaische Jagdparty oder an Schamanenriten erinnert hat. Der in Frankreich geborene Performer Léonard Engel lässt sich vom Mimikry in der Tierwelt inspirieren und will damit klären, was ein Körper heutzutage mit sich anstellen muss, um unbemerkt zu bleiben. Nicht nur für Zauberlehrlinge sehr empfehlenswert! (HochX, 20. bis 22.9.)

Auf die Theorieebene darüber wuchten die Schüler der Zerboni-Masterclass die Diskussion mit ihrer Performance mit dem poetischen Titel Die Kunst, friedlich ein Thunfisch-Sandwich zu essen. Dabei greifen sie auf das ähnlich gaga betitelte einstige Künstlerbuch „Grapefruit. A book of instructions by Yoko Ono“ zurück, mit der die John-Lennon-Bettgefährtin einst Handlungsanweisungen für Musik, Malerei, Veranstaltungen, Film, Tanz und andere Aktivitäten hinterließ. Nun gilt es herauszufinden, was man heute braucht, um sich als Künstler zu behaupten. (Pathos München, 20./21.9.)

Offen gibt sich der Abend, auf dem Tänzer, Schauspieler und Musiker Fundstücke aus dem digitalen Grundrauschen aufgreifen, um darüber spontan zu improvisieren. Our daily post ist ein Projekt, bei dem sich naturgemäß jeweils ganz neue Erkenntnisse einstellen. (Schwere Reiter, 19./20. und 21.9.)

Ganz anders das Ansinnen von Dietmar Höss und Josef Vossenkuhl, die stringente Kausalbeziehungen herstellen wollen. Ihr Es-Stück aus der „Traumtrilogie“ will Halluzinatorisches real werden lassen. Und so schlussfolgern die beiden: Weil die nationalsozialistischen Verbrechen so lange verdrängt wurden, war der Aufstieg der RAF nahezu unausweichlich. Soll das nun wieder heißen: Aus der Verdrängung der RAF ist nun wieder die AfD zu erklären? Harte Nüsse, die hier geknackt werden wollen. (Rationaltheater, 19./20.9.)

Dazu sollte man unbedingt auch den Die Pervertierung der Vernunft-Abend mitnehmen, auf dem aus Tagebucheintragungen von Zeitzeugen der Nazi-Schreckensherrschaft vorgelesen wird. Es geht hier um Massenmörder vor aller Augen, um ihre dreisten Gehilfen und die vielen angeblichen Unwissenden, die so geschickt weggeschaut haben. (Rationaltheater, 14./15. und 20.9.)

Vielleicht hilft da doch ein wenig mehr Verfremdung: Den blutrünstigen Gruselklassiker aus der Brexit-Welt sollte man sich vielleicht doch mal wieder als Marionettentheater ansehen. Macbeth, der wankelmütige König von Schottland, greift nach der Macht. Doch was die Hexen ihm zuzischen, lässt ihn nicht ungerührt. (Marionettentheater Kleines Spiel, ab 19.9.)

Wer kaum mehr erwarten kann, bis sich wieder der Vorhang teilt, der sollte sich auf dem Tag der offenen Tür tummeln. Wer einmal Phantom der Oper spielen möchte, findet hier unter kundiger Anleitung den Weg hinter die Kulissen. (Gärtnerplatztheater, 14.9.)

Und natürlich kann man auch die Schauburg erstürmen. Zum Theaterfest unter dem Motto „Mach mit!“ öffnen sich auch am Elisabethmarkt viele Türen. Außerdem gibt es viele Attraktionen für die jungen Theatergänger, darunter das Bühnenprogramm „Schauburg Short Cuts“. (Schauburg, 21.9.)

Autor: Rupert Sommer

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