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Weitere Theater-Highlights im Juli

Priscilla - Königin der Wüste, ab 15. Juli im Gärtnerplatztheater

Diese neuen Bühnenwerke sagen selbstbewusst dem Kurze-Hosen-Terror den Kampf an

Sag zum Abschied Servus: Und das muss gar nicht leise ausfallen, sondern darf gerne noch einmal laut sein. Am Bayerischen Staatsschauspiel endet bekanntlich die Intendanz von Martin Kusej, den es wieder in seine österreichische Heimat, ans schwer renommierte Burgtheater nach Wien, zieht. 

Er hat acht aufregende, künstlerisch wie politisch prickelnde Jahre in München absolviert. Und es gehört sich nicht nur, man muss ihn, Preisträger des „Faust“-Theaterpreises und sein großartiges Ensemble einfach noch einmal feiern. Anlass dafür bietet das große theatrale Abschiedsfest unter dem stimmungsvollen Motto Wo gehst du hin, wenn du sagst, dass du nach Hause gehst? Abonnenten, fleißige Gelegenheitstheatergeher, Mitarbeiter, Nachbarn und Kooperationspartner kommen zusammen, um noch einmal zusammen zu lachen, zu singen und zu tanzen. Und natürlich gibt es auch kleine großartige Darbietungen aus dem Kreis der Haus-Schauspieler sowie Musik von Michele Cuciuffo, der Hochzeitskapelle, von Ian Fisher, den Los Poppos und von Glitzer. (Marstallplatz, 24.7.)

Nicht nicht ganz so arriviert sind die Mitwirkenden vom großen Rampenlichter-Festival, dem Tanz- und Theater-Event von Kindern und Jugendlichen, das im Kreativquartier über die Bühnenbretter und die sommerlichen Außenflächen donnert. Zum 11. Mal kommen Gäste aus ganz Deutschland zusammen: Und in Zeiten der Fridays-for-Future-Bewegung ist es einfach fundamental wichtig, den Jüngeren dabei zuzuhören, was sie bewegt, bevor sie nicht sogar eines Tages auf die Drohung kommen, die Renten- und Pflegeleistungen einzustellen. (Schwere Reiter, bis 18.7.)

Ebenfalls ein heißer Abend, der die Grenzen des Üblichen und auf der Bühne Gewohnten sprengt, wird die 25 Jahre Refugio München-Gala, mit der sich das Volkstheater in den Sommer verabschiedet. Begleitet unter anderem von Konstantin Wecker, geht es hier in einer interaktiven Performance um die bangen Themen von Flucht und Ankommen in der Fremde. (Volkstheater, 22.7.)

Selbstverständlich wäre da auch noch das „Queer and Now: From Stonewall to Queertopia!“-Festival in den Kammerspielen, dem man eine Aufwartung bescheren sollte. Ein Höhepunkt dürfte sicher die anarchisch-chaotische Bühnenperformance Wuss 3000 X Qultur werden. Dafür kommen die sogenannten KammerQueers, eine Gruppe von Menschen, die dem Theater nahestehen und die sich als queer verstehen, ins Haus. Sie haben dafür mit Beyond Color selbstbewusste Gleichgesinnte eingeladen, denen ihre Hautfarbe schnurz ist. (Kammerspiele, 13.7.)

Natürlich passt dazu perfekt die Wiederaufnahme des schön-schrillen australischen Priscilla – Königin der Wüste-Musicals nach dem australischen Kinofilm. Erzählt wird von drei Disco-Queens, die sich ins staubige Outback und in Kneipen, in denen noch sehr traditionelle Männerbilder vorherrschen wagen. Und das selbstverständlich edel gekleidet. (Gärtnerplatztheater, ab 15.7.)

Als Familien-Musical (nach dem berühmten „Oliver Twist“-Roman von Charles Dickens) versteht sich die extrem schmissige Oliver!-Produktion von Lionel Barth, die sich an ein aufgeschlossenes Publikum ab sechs Jahren wendet. Wir schreiben das Jahr 1830 in England: Dem titelgebenden Waisenjungen gelingt die Flucht aus dem Heim. Er schließt sich völlig mittellos einer Kinderbande an, gerät in finstere Kreise, bewahrt aber sein reines Herz. Schnüff! (Alte Kongresshalle, 14./15./16.7.)

Gar nicht so weit weg ist da die TKKG-Produktion des Jungen Theaters Bonn, die ganz stilecht im schönen großen Theatersaal gastiert. Das Stück, passend angesiedelt in der drückenden Hitze und quälenden Langeweile kurz vor den Sommerferien, bringt die beliebten Jungdetektive Tim, Karl, Klößchen und Gaby wieder zusammen. Sie bekommen es mit einem mysteriösen Drogen-Missbrauchsfall in der Judo-Trainingshalle zu tun. (Deutsches Theater, 12. bis 14.7.)

Und dann kann man natürlich gleich vor Ort bleiben und mit dem großen dicken Schiff gegen den Eisberg donnern. Titanic – The Musical bereitet das größte Technikunglück des frühen 20. Jahrhunderts einmal ganz anders auf. Ausgang bleibt gleich. (Deutsches Theater, ab 16.7.)

Junge Darsteller und junge Erwachsene schmeißen sich auch für #Love – Ein Stück nach Shakespeare ins Kostüm. Die multikulturelle Truppe interpretiert den Klassiker ziemlich flott. (Bellevue di Monaco, 12./13./14.7.)

Gegen die totale Überwachung im durchdigitalisierten 5-G-Bayern machen sich junge Rebellen und Netzaktivisten im GrenzTänze-Stück vom Imal-Musiktheater stark. Die Widerständler besetzen einen verlassenen Bahnhof und entsorgen dort als erstes ihre Handys. (Bavaria Studio 6, Grünwald, ab 21.7.)

Wer den jugendlichen Überdruss von heute gegen einen Klassiker halten möchte, der sollte sich die Leonce und Lena-Inszenierung von Sascha Fersch und Sandra Seefried und ihrem spielfreudigen jungen Ensemble ansehen. Neben dem Büchner-Text gibt es hier vom jungen Ensemble Samples von Britney Spears auf die Ohren. (Hofspielhaus, 15./16./18.7.)

Schließlich gibt es noch eine Zukunftsvision, die hitzetauglich ist: Das Ende des Regens von Andrew Bovell erzählt von einer nassen Welt und von der Hoffnung auf Niederschlag. Und natürlich von einer Familie, die endlich wieder zueinander finden muss. Zur Not auch über die Jahrzehnte hinweg. (Metropoltheater, ab 23.7.)

Hoffnung bietet zu guter Letzt das indische Tanzstück Dreams of Sunrise, das ganz nebenbei ein Fenster auf den indischen Subkontinent öffnet, das mehr zeigt als die üblichen Touristenklischees. Immerhin ist mit Astad Deboo, der Pionier der zeitgenössischen indischen Tanzszene am Start. (HochX, 13.7.)

Autor: Rupert Sommer

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