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Weitere Kabarett-Highlights im Juli

Abdelkarim, Faltsch Wagoni und Kathi Wolf

Klar, es gibt die Kollegen, die versuchen es mit dem Krawall. Und dann gibt es die Leisetreter, die trotzdem beeindruckende Fußspuren hinterlassen. Eine Auswahl feinsten Pointenkönnens

Seine Sorgen möchte man nicht unbedingt gehabt haben: Abdelkarim war sich lange nicht sicher, wer er eigentlich ist. Ein deutscher Marokkaner? Oder ein marokkanischer Deutscher? Oder einfach nur abschiebewürdig? 

Jetzt weiß er es: Er ist ein Deutscher, gefangen im Körper eines Grabschers. Und damit „Staatsfeind Nr. 1“. Allerdings hat sich Abdelkarim zuletzt um den Gesellschaftsteilnahmeschein bemüht – mit Erfolg. Und jetzt plaudert er aus dem Nähkästchen. (Lustspielhaus, 17.7.)

Er war eigentlich immer jemand, der breitbeinig auf der Grenze stand. Auf der Demarkationslinie zwischen Genialität und dumpfen Wahnsinn, zwischen Rebellentum und extravaganten Teamplayer, zwischen klugen Fernsehanalysen und kracherten Stammtischsprüchen. Ex-Bayern- und Nationalspieler Mario Basler, der Kettenraucher unter den Rasenprofis, ist immer für einen brutalen Spruch gut. Und den ballert er natürlich ins Kreuzeck. Ungewohnte Rolle, überzeugendes Konzept: „Basler ballert“. (Kino am Olympiasee, 13.7.)

Genau das Gegenteil ist natürlich das Erinnern an den grantigen Feingeist, der leider nicht mehr unter uns weilt. Jörg Hube der legendäre „Herzkasperl“ behauptete sich dickköpfig gegen die Widrigkeiten der Welt und legte sich gern mit den Großkopferten an. Unter dem Titel „Gestatten: Herzkasperl!“ erinnert das Fraunhofer an seine Anfänge als Kabarettist unter anderem mit Beppi Bachmaier, Detlef Kügow, Rolf May und Wolfgang Nöth. (Fraunhofer, 13.7.)

Witz ins Dunkel“ möchte Ludwig W. Müller bringen. Der charmante Oberösterreicher mit dem legendären Wortwitz und dem Faible für Gedrechseltes, hat eben erst einen runden Geburtstag gefeiert. Fürs Feiern blieb ausreichend, für die Midlife-Crisis jedoch gar keine Zeit. Zu viel um die Ohren. Und zu viel Schalk im Nacken. Im neuen Best-of-Programm greift er noch mal ganz tief in seine Schatztruhe. (Lach- und Schießgesellschaft, 11. bis 13.7.)

Zum Anstoßen hatte übrigens zuletzt auch Kathi Wolf Gelegenheit. Sie darf sich jetzt Bachelorette nennen – der Psychologie. Sie möchte sich stark von den Influencern absetzen und versteht sich als „Sinnfluencer“. Ihr neues Programm „Psychoparty – Psychisch korrekt. Politisch defekt“ versteht sich als Fest. Recht so! (Schlachthof, 11.7.)

Einen ungewöhnlichen Nebenberuf hat ihr Kabarett-Kollege Stephan Lucas. Ist er doch im viel beschworenen „echten Leben“ nebenbei Strafverteidiger. Deswegen sind seine Pointen wasserfest – und „garantiert nicht strafbar“, wie er meint. (Schlachthof, 19.7.)

Kürzlich erst war die Vorfreude derart groß, dass Faltsch Wagoni in der Vorankündigung landete, obwohl noch ein paar Trippelschritte hin war zur Premiere ihres neuen „Kurzspieltage“-Programms. Jetzt ist es soweit, und das Anwarten hat sich gelohnt. Silvana Prosperi und Thomas Busse haben die Würze der Kürze entdeckt und dampfen jeweils zwei ihrer Bühnenklassiker in die kondensierte Kurzform zusammen. Pro Abend stehen sie – zum Kennenlernen oder zum Wiedergenießen – mit jeweils zwei Programmen in der Short Form auf der Bühne. Das wird aber mächtig groß! (Lach- und Schießgesellschaft, 17. bis 20.7.)

Und dann wäre da noch die Sông Trang-Premiere, die ganz weit weg entführt. Die Revue mit dem stimmungsvollen Nebentitel „Wenn der Mond sich im Fluss spiegelt“ bringt das Beste aus der vietnamesischen Artistik, der Körperkunst und der fernöstlichen Komik zur Darbietung. 13 Künstler laden zu einem bildgewaltigen Panoptikum ein, das tief in die vietnamesische Seele blicken lässt. Und lustig wird’s auch. (GOP Theater, ab 19.7.)

Autor: Rupert Sommer

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