Highlights

Die ersten Theater-Highlights in Juli

Star Dust - From Back to David Bowie ab 2. Juli im Deutschen Theater

Queere Utopien erkunden. Und die Harmonie des Barocks entdecken

Ein Raum. Eine Woche. 20 Tänzer – Spontanität auf der Bühne, unter Zeitdruck stehen, Großes erschaffen: mit Minutemade haben die Choreografen Andonis Foniadakis, Iván Pérez, Lukas Timulak und Jeroen Verbruggen mit dem Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz ihre ganz eigene „Dancesoap“ geschaffen. 

Das Konzept ist so einfach wie schwierig: wer eine neue Episode beisteuern will, steht vor der Herausforderung, innerhalb von nur einer Woche Probenzeit ein neues Stück zu kreieren, das genau dort weitermacht, wo sein Vorgänger beim letzten Mal aufgehört hat. Spontane Live-Interaktionen der Choreografen mit dem Publikum wäre dabei ausdrücklich erwünscht ... (2.7. Gärtnerplatztheater; 9.7. und 15.7. Gasteig)

Ok, ist zwar schon länger her und der ein oder andere hatte damals auch andere Damen im Kopf als Euripides’ „Die Phönizierinnen“. Ödipus, der den Vater tötet und die Mutter Iokaste heiratet, ihre Tochter Antigone, die sich erbittert ihrem Onkel Kreon widersetzt – sie sind die Protagonisten eines weltberühmten Familiendramas mit katastrophalen Folgen. Der britische Dramatiker Martin Crimp projiziert die fluchbeladenen Verstrickungen des antiken Mythos in seinem Stück Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino auf einen Kriegsschauplatz unserer Tage. Regie führt Mirja Biel bei der Münchenpremiere, Pola Jane O’Mara spielt die Antigone. (Ab 30.6. Volkstheater)

Alle tagesaktuellen Theater-Termine auf events.in-muenchen.de

Im Rahmen eines kleinen Festivals zum 10. Todestag von Jörg Hube, liest Stefan Wilkening Mephisto von Klaus Mann in einer Fassung von Tristan Berger. Nicht ohne Grund: „Opportunismus ist quasi eine Schlüsselfunktion des Schauspielerberufes“ – ein Resümee, das Jörg Hube im Frühjahr 2009 gegenüber seinem Metier zog. Vermutlich deshalb wurde für Jörg Hube Klaus Manns „Mephisto“ als eine exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral zu einem Text, der ihm, dem Nicht-Opportunisten, aus dem Herzen sprach. (29.6. Fraunhofer Theater)

Im Sommer ist mit dem Complexions Contemporary Ballet eine der angesagtesten Tanzcompagnien der USA zum ersten Mal zu Gast in der Stadt. Mit der innovativen Mischung aus Klassik, Ballett und Popkultur sorgt die Truppe um Dwight Rhoden und Desmond Richardson regelmäßig für Furore. Mit Star Dust – From Bach to David Bowie haben sie ein zweiteiliges Programm dabei: „Star Dust“ ist eine Hommage an die Pop-Ikone David Bowie, hier entfachen die 16 Ausnahmetänzer zu Songs wie „Lazarus“, „Changes“, „Life On Mars“, „Space Oddity“ und „Heroes“ eine wahre Tanzexplosion. Mit „Bach 25“ zeigt die Company die ganze Bandbreite ihres Könnens zur Musik des großen Barockmeisters Johann Sebastian Bach und entdeckt dabei die Harmonie des Barocks für das Publikum. (2. bis 7.7. Deutsches Theater)

Die Stonewall-Unruhen in New York vor 50 Jahren wurden zum Ausgangspunkt des jährlichen „Christopher Street Day“. Nun laden zwei Gruppen gemeinsam zum Festival Queer and Now: From Stonewall to Queertopia! in die Kammerspiele ein: Beyond Color, ein Münchner LGBTQIA+ Kollektiv sowie die KammerQueers. Kunst und Aktivismus sollen das Programm des Christopher Street Day ergänzen und bereichern. Vier Tage lang wird an die mutigen Stonewall-Unruhen erinnert und gemeinsam eine Utopie erkundet, kuratiert wurde das Festival von Lola Fonsèque und Keith Zenga King. (11. bis 14.7. Kammerspiele)

Die bitteren Tränen der Petra von Kant am 9.7. im Marstall

Rollentausch gefällig? Hausfrau und Mutter? Wohl eher Generalin und Ministerin, denkt sich Therese und macht sich auf an die Front. Nun ist es an ihrem Gatten, daheim die Stellung zu halten und für Nachwuchs zu sorgen, auf 40 049 Kinder bringt er es an einem Tag, was die Presse auf den Plan ruft und der rasche Zuwachs die Bevölkerung in eine Hungersnot zu stürzen droht. Balázs Kovalik inszeniert Die Brüste des Tiresias nach der Opéra-bouffe von Francis Poulenc mit viel Liebe für die sprachlichen und szenischen Verrenkungen von Apollinaires „drame surréaliste“, Und entgegen der staatlichen Vereinnahmung der Körper. (1. bis 7.7. Reaktorhalle)

Sie alle sind Teil einer Anordnung wechselseitiger Abhängigkeit in der Hochglanzwelt der Upperclass, von Fassbinder mit voyeuristischem Blick seziert in Die bitteren Tränen der Petra von Kant: Sechs Frauen versammeln sich in einem luxuriösen Appartement zum emotionalen Ringkampf. Im Zentrum steht die Affäre zwischen der erfolgreichen Modedesignerin Petra von Kant und der mittellosen Karin Thimm, die aus Petras hysterischer Verliebtheit Profit zu schlagen weiß. Parade-Titelrolle für Bibiana Beglau, natürlich nochmal unter der Regie von Martin Kušej. (9.7. Marstall)

Rainald Grün ist von Beruf Der Souffleur an einem Stadttheater. Und das ist schlimm, denn er leidet ganz fürchterlich unter Regisseuren mit Gottkomplex, unprofessionellen Schauspielern und einem affektierten Publikum. Der Münchner Schauspieler Giovanni Arvaneh hält hier unter der Regie von Jürg Schlachter einen Monolog gespickt mit Goethe-Zitaten. Und man erfährt einiges über das Leben und Leiden am Theater und die große Liebe zur Literatur. Und wie man trotz aller guten Vorsätze am Ende natürlich doch zur Hölle fährt ... (Ab 3.7. Hofspielhaus)

In Zeiten wie diesen sind viele auf der Suche nach einem Leitbild, nicht nur auf dem Evangelischen Kirchentag. Der gerade erst 22-jährige Andrew Lloyd Webber landete 1971 mit der Uraufführung seiner Rockoper Jesus Christ Superstar in New York einen großen Erfolg, trotz heftiger Widerstände verschiedener christlicher Gruppierungen. Dann die Verfilmung und seit her ein Kreuz-, sorry, Siegeszug über die Musicalbühnen dieser Welt. Die Passionsgeschichte vom letzten Abendmahl bis zum Tod am Kreuz feiert nun eine erneute Auferstehung unter der Regie von Cusch Jung mit Markus Neugebauer als Jesus und Sidonie Smith als Maria Magdalena in den Hauptrollen. Halleluja! (Ab 29.6. Freilichtbühne am Roten Tor, Augsburg)

Auch interessant

Residenztheater

Aufbruchsstimmung – auf den Bühnen und im Park

Aufbruchsstimmung – auf den Bühnen und im Park

Kabarett-Highlights

Weitere Kabarett-Highlights im September

Weitere Kabarett-Highlights im September

Highlights

Weitere Theater-Highlights im September

Weitere Theater-Highlights im September

Verlosung

Josef Hader am 6.10. in der LMU

Josef Hader am 6.10. in der LMU