Residenztheater

Aufbruchsstimmung – auf den Bühnen und im Park

Drei Schwestern ab 30. Oktober im Residenztheater

Andreas Beck startet mit spannenden neuen Stücken seine Staatstheater-Intendanz

Eine neue Ära bricht an. Und München darf sich auf ein Füllhorn neuer Stücke freuen, die der frisch gebackene Resi-Intendant Andreas Beck auf die Beine stellt – oder von seiner bisherigen, mehrfach preisgekrönten Wirkungsstätte, dem Theater in Basel, mitbringt.

Als Uraufführung und als Auftragswerk präsentiert sich das beklemmende Gegenwartsdrama Die Verlorenen, das von einer Frau erzählt, die wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt – und sich dort selbstverständlich nicht mehr zurechtfindet. Es geht im Stück um Leute, denen die ganz grundlegende Eigenschaft Mensch zu sein, abhanden gekommen ist. (Residenztheater, ab 19.10.)

Ins Ferienhaus des Rechtsanwalts Basow lädt der britische Regisseur Joe Hill-Gibbins in seiner Sommergäste-Inszenierung nach Maxim Gorki. Es liegt fiebrige Stimmung in der Luft. Es ist immerhin der Vorabend der Russischen Revolution von 1905 – ein weltgeschichtlicher Wendepunkt, von dem noch niemand etwas ahnen kann. Und die Nerven liegen blank. (Residenztheater, ab 25.10.)

Von der Sinnsuche in den Weiten der russischen Provinz berichtet dann natürlich auch Simon Stone in seiner Tschechow-Inszenierung Drei Schwestern. Er hat sein Personal in die Jetztzeit gebracht, man lernt sehr urbane Verlorene kennen, denen auch Twitter, Facebook und Instagram nicht mehr weiterhelfen. (Residenztheater, ab 30.10.)

Äußerst spannend wird’s auch bei der Klang-Expedition Olympia Park in the Dark, die eine Idee des Musikpioniers Charles Ives („Central Park in the Dark“) modern und münchnerisch weiterspinnt. Hier kommen flüsternde Stadtgespenster und begrabene bayerische Hunde zu Wort. Haus-Regisseur Thom Luz nimmt sein Publikum mit zu einem akustischen Spaziergang – bei dem man sich an selten gespielten Musikfetzen aus verschiedenen Jahrhunderten erfreuen kann. (Marstall, ab 26.10.)

Die Vorstellungen am 18. und 19. Oktober 2019 von Wir sind hier aufgewacht im Cuvilliéstheater müssen leider ersatzlos entfallen, da Autor und Regisseur Simon Stone wider Erwarten finanzielle Zusicherung für ein Filmprojekt erfahren hat, an dem er schon mehrere Jahre arbeitet. In einer Pressemitteilung versichert er, es wieder gut zu machen, "so früh wie möglich.". Stattdessen legt das Theater jetzt eine ursprünglich für Februar geplante Inszenierung von Die Drei Musketiere als Trostpflaster nach vorne. (Residenztheater, 20.10.)

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