Wiedereröffnungen

Münchner Theater: Vorhang auf!

Residenztheater
+
Residenztheater

Mit interessanten Aktionen starten viele Münchner Theater wieder den Spielbetrieb – wenn auch begrenzt und unter Auflagen

An Staatsoper/Nationaltheater werden im Juni jeweils am Festen Samstag Monodramen mit Musikerinnen und Musikern des Bayerischen Staatsorchesters und Sängerinnen und Sängern, die im Ensemble engagiert sind oder mit der Bayerischen Staatsoper eng verbunden sind, gezeigt werden. Darüber hinaus arbeitet das Bayerische Staatsballett an Neukreationen. Los geht es am 6. Juni mit Frank Martin „Jedermann“-Monologe in zwei Durchläufen um 19 und 21 Uhr. Es singen Michael Nagy (Briton) am Klavier spielt Sophie Raynaud. Intendant Nikolaus Bachler liest dazu aus Philip Roths „Jedermann“.

Mit dem Freien Sonntag unterstützt die Staatsoper die Freie Szene, die von der Schließung der Theater besonders betroffen ist, und bietet Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Tanz, Performance und Musical eine Möglichkeit zum Auftritt. Am 7. Juni ist der Münchner Choreograph Moritz Ostruschnjak zu Gast, der inspiriert von den aktuellen Ereignissen und David Shrigley-Illustrationen ein Solo „für kleinen Mann und großen Raum“ entwirft. Es tanzt ebenfalls in zwei Durchläufen (19 und 20 Uhr) Daniel Conant.

Der Vorverkauf für den 6. und 7. Juni beginnt am Donnerstag, 4. Juni, um 10 Uhr über www.staatsoper.de. Hier gibt es auch Informationen zu den Hygienerichtlinien.

Auch im Residenztheater  ist es wieder soweit mit der Aktion Resi legt los! Ein Theaterparcours. Ab 6. Juni werden Zuschauer*innen zu einem ersten Blick ins Residenztheater eingeladen. Und zwar – ganz wie im Museum – in Form eines Rundgangs, auf dem sich manche Tür öffnet, die für das Publikum sonst verschlossen bleibt. In Miniaturszenen wird getestet, wie sich Momente aus dem Repertoire in der neuen Lebenssituation anhören. Womöglich können Schauspieler*innen und Zuschauer*innen ganze neue Resonanzen erleben, wenn sie sich nun wiederbegegnen – mit dem gebotenen Sicherheitsabstand, aber auch mit aller Direktheit, die dem Theater eigen ist und die jetzt fehlt. Zwei Gruppen à vier Personen durchlaufen zwei unterschiedliche Parcours mit je sechs Stationen in einem 10-Minuten-Takt zwischen 16 und 19 Uhr.

Der Theaterparcours startet am 6. Juni, weitere Termine sind 7., 13. und 14. Juni. Die Tickets und ausführliche Informationen zu den Hygiene-Auflagen unter www.residenztheater.de/resi-legt-los.

Nach Beschluss der Bayerischen Staatsregierung ist der Spielbetrieb im Staatstheater am Gärtnerplatz mit bis zu 50 Zuschauern ab dem 15. Juni wieder möglich. Da die ursprünglich bis zum Ende der Spielzeit geplanten Vorstellungen aufgrund bisher ausgefallener Proben nicht stattfinden können, hat das Gärtnerplatztheater einen neuen Spielplan erarbeitet, der den Besuchern einzigartige Perspektiven und Einblicke eröffnen wird, die unter normalen Umständen nicht möglich wären. Natürlich sorgen auch hier umfassende Hygienerichtlinien sorgen für größtmögliche Sicherheit des Publikums.

Der Spielplan zur Wiedereröffnung sieht zunächst drei Veranstaltungsserien bis 28. Juni vor. „Einmal König sein!“ ermöglicht es montags und dienstags jeweils maximal 16 Personen aus den fünf Logen des Gärtnerplatztheaters ein ca. 25-minütiges, exklusives Programm der schönsten Stimmen zu erleben.

Mittwochs bis samstags erhalten jeweils maximal 50 Besucher die einmalige Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln und das Gärtnerplatztheater „hinter dem Vorhang“ zu erleben. Einstündige Konzert-Programme aus den Bereichen Oper, Operette und Musical werden hier mit Sitzplätzen auf der Bühne und Blick in den Zuschauersaal buchbar sein.

Mit „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns und Texten von Loriot wird sonntags, ebenfalls mit Sitzplätzen auf der Bühne und Blick in den Zuschauersaal, ein Konzert für junges Publikum ab 5 Jahren geboten. Sonntagvormittags werden bei dem Kammerkonzert „Geiger und Denker“ Kompositionen von Heinrich Hofmann, Anton Webern und Louis Spohr von Musikern des Staatstheaters am Gärtnerplatz gespielt.

Detaillierte Informationen zum Spielplan, Hygienerichtlinien und Tickets zu den Vorstellungen vom 15. bis 28. Juni unter www.gaertnerplatztheater.de (Ticket-Tel.: Tel 089/2185 1960)

Auch das PATHOS im schwere reiter zeigt erstmals seit der Ausnahmesituation wieder eine Live-Veranstaltung, die Preview des Projekts „Agamemnon“, welches Teil der internationalen Koproduktion The Chorus Project ist. In einem studioartigen Setting reichern die Performer*innen die Erzählung der Morde an Agamemnon und Kassandra mit persönlichen Geschichten an und involvieren die Besucher*innen in das Geschehen. Sie stellen dabei Macht-, Geschlechter- und Repräsentationsstrukturen lustvoll in Frage, rufen zur Neuordnung und zum Perspektivwechsel auf. Die Performer*innen kehren intimste Räume nach außen, machen diese zu politischen Verhandlungsarenen und testen alle (Kommunikations-)Werkzeuge, die ihnen jetzt zur Verfügung stehen. Bei dieser Umsetzung handelt es sich um ein Preview in vier Slots am 19. und 20. Juni, jeweils um 19.30 und 21 Uhr. Durch die aktuellen Regelungen kann jeweils nur ein*e Zuschauer*in einen Slot besuchen. Die Tickets werden verlost, nähere Infos folgen auf www.pathosmuenchen.de

Das Theater... und so fort feiert am 16. Juni Premiere mit der Komödie Die Schmalspur-Gigolos von Frank Piotraschke. Was als eine Schnapsidee seines besten Freundes beginnt, wird plötzlich zur harten Realität, als Thomas tatsächlich anfängt als Callboy zu arbeiten. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Kneipenwirt Kuddel und einem echten männlichen Sexarbeiter wird aus dem dauerbankrotten Loser ein heißgewünschtes Objekt weiblichen Begehrens. Doch was in der Theorie noch so locker und launig klang, verlangt ihm in Wirklichkeit einiges ab...

Auch hier wurde für ein Hygienekonzept zum Schutz der Zuschauer gesorgt, 35 Personen dürfen pro Vorstellung (fast täglich vom 16.6. bis 4.7., jeweils 20 Uhr) teilnehmen.

Tickets unter weitere Infos unter https://www.undsofort.de

Das Theater Viel Lärm um Nichts in der Pasinger Fabrik startet am 26. Juni mit einer Wiederaufnahme von Die Stühle von Eugène Ionesco. Ein Mann und eine Frau im zarten Alter von etwa Hundert; ein Turm auf einer Insel im Nirgendwo; eine letzte Fete, zu der das Paar die Menschheit geladen hat (zumindest den mit Rang und Reichtum gesegneten Teil), um eine letzte Botschaft (bzgl. Rettung der Welt) zu verkünden, vielmehr verkünden zu lassen von einem Profi-Redner. Eos Schopohl inszeniert „diesen Meilenstein des absurden Theaters“ mit Andreas Seyferth und Margrit Carls als Kabinettstück über die Liebe in Zeiten des Untergangs – absolut sehenswert und aktueller denn je!

Vorstellungen jeweils Donnerstag und Freitag bis 31. Juli, danach Donnerstag, Freitag und Samstag vom 1. Bis 15. August, Beginn 20 Uhr. Karten unter www.theaterviellaermumnichts.de und www.muenchenticket.de

Auch für das HochX – Theater und Live Art geht es wieder weiter: vom 24. bis 26. Juni (20 Uhr) und am 28. Juni (11 Uhr) steht hier „Flüsterzettel“ von Burchard Dabinnus, eine dokumentarische Hör-Spiel-Soloperformance über eine geheime Liebe beim BND in den 50er Jahren, auf dem Programm.

Am 1. Juli (20 Uhr) folgt dann mit „Kettenreaktion“ von Ruth Geiersberger eine generationsübergreifende Gesprächsreihe.

Ein Tanzsolo, bei dem nicht nur die Tänzerin, sondern auch die Bühne in Bewegung ist, kann man vom 4. bis 6. Juli (20 Uhr) mit „Chipping“ von Anna Konjetzky sehen, am 12. Juli (18 Uhr) folgt eine Outdoor-Sonderausgabe von LIX – Literatur im HochX im Grünen, der unabhängigen Lesereihe für gegenwärtige Texte jeder Couleur.

Carolin Jüngst & Lisa Rykena präsentieren mit She Legend eine Tanzperformance auf der Suche nach dem queeren Potenzial der Sagen- und Comic-Welt vom 16. bis 18. Juli (20 Uhr) und in „Silicon Delphi – Reise ins Herz der Zeit vom raststättentheater landet vom 24. bis 26. Juli (20 Uhr) eine bürgerliche Münchner Familie unerwartet mitten im Strudel der Apokalypse.

Tickets und Infos unter www.hochx.de

Unter Berücksichtigung aller Maßnahmen zur Wahrung der Gesundheit und den daran geknüpften neuen Regelungen öffnet auch die Schauburg wieder ab 24. Juni.

Los geht es am 26. Juni (18 Uhr) mit der Premiere „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ von Roland Schimmelpfennig frei nach Hans Christian Andersen (Für Kinder ab 7 Jahren).

Halb verbrannt sind sie, verdreckt und erschöpft - doch der einbeinige Soldat und die Tänzerin leben, und das ist ein Wunder, nach all den Gefahren, die sie erlebt haben. Dabei fing alles so schön an, als sie sich auf dem Fensterbrett im Kinderzimmer ineinander verliebten. Nicht nur der Zinnsoldat, auch die Papiertänzerin hat von Roland Schimmelpfennig eine eigene, gleichberechtigte Stimme bekommen. Dieser poetische Reisebericht zweier Spielzeuge fordert berührend eindrücklich dazu auf, einander offen, hoffnungsvoll und hilfsbereit zu begegnen.

Ein Wiedersehen gibt es mit den Inszenierungen „Corpus Delicti“ von Juli Zeh (4. bis 7.7. verschiedene Aufführungszeiten, ab 15 Jahren) und „Auf der Mauer auf der Lauer“ nach dem Bilderbuch von Oliver Tallec (11. bis 14.7., verschiedene Aufführungszeiten, für Kinder ab 4 Jahren).

Somit ist für alle Altersklassen etwas dabei, alle Vorstellungen finden in der Großen Burg statt. Alle Infos zu den Stücken, Tickets und Aufführungszeiten unter www.schauburg.net

Zu einem Open Air Festspielchen im idyllischen Innenhof lädt das Hofspielhaus im Juli und August. Los geht es am 9. Juli mit der Premiere von Jedermann, einem Hofspiel-Hörspiel nach Hugo von Hofmannsthal. Regie führt Georg Büttel, es spielen Markus Böker, Diana Müller und David Hang. Weitere Termine sind 11./19./25./31. Juli und 1. und 7. August.

Tags darauf geht es gleich weiter mit der nächsten Premiere: Monaco light von und mit André Hartmann. In einer fulminanten One-Man-Show schlüpft der Stimmenimitator und das Tastengenie mit viel Leidenschaft in die Rolle des Enkels des charmanten Isarbazis Monaco Franze. Der Spagat zwischen Musik und charmantem Aufriss gestaltet sich für den Protagonisten als „gmahde Wiesn“. Regie: Christiane Brammer. Weitere Termine: 26. und 30. Juli.

Am 16. Juli feiert Anaerob, ein Monolog von Sascha Fern mit Mira Huber Premiere. Eine junge Frau mit Autoimmunschwäche lebt zum Schutz vor Keimen zurückgezogen in ihrer eigenen Blase. Doch der Ausbruch einer Pandemie ist ihre Chance auf einen radikalen Neuanfang. Geschützt durch die Abstandsregeln beginnt sie die Welt da draußen zu erkunden und verliebt sich sogar ... Weitere Termine sind 18. Juli, 2. und 9. August.

Einlass ist jeweils um 19 Uhr, Beginn 20 Uhr. Die Stücke dauern 60 Minuten, der Eintritt beträgt 25 Euro inkl. Begrüßungsdrink und einem Mini-Menü.

Alle weiteren Infos und Tickets unter www.hofspielhaus.de

Auch interessant

Impro im Biergarten

Impro im Biergarten

Comedy

Lachen ist gesund - All You Need Is Laugh!

Lachen ist gesund - All You Need Is Laugh!

Ortsgespräch

Heiko Dietz: „Bei uns ist man sicher“

Heiko Dietz: „Bei uns ist man sicher“

Kabarett

Wissenschaft und Kabarett im Deutschen Museum

Wissenschaft und Kabarett im Deutschen Museum