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Der Messias - Nur noch bis zum 3. November im Gärtnerplatztheater!

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Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Nahezu jedem klingt ein "Halleluja" im Ohr, sobald er an Georg Friedrich Händels DER MESSIAS denkt.

Eingebettet in eine meisterhafte Komposition, die in nur drei Wochen entstand, gehört dieses "Halleluja" zu den berühmtesten Chorpartien der Welt. Wie es klingt, stellen Sie sich gerade vor. Doch wie kann es aussehen und wie in Bewegung fließen? Regisseur Torsten Fischer und Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner haben sich der Herausforderung gestellt, dieses monumentale Musikstück in Szene und Choreografie zu setzen — dabei eine eigene Lesart zu finden und großen Fragen des Glaubens nachzugehen: Warum brauchen wir einen Gott, einen Heiland, dem wir nachfolgen? Was ist Religion und wie wirkt sie auf uns?

Torsten Fischers bildgewaltige Inszenierung untersucht auf einer gigantischen, die gesamte Bühne einnehmenden Schräge den titelgebenden Messias als Phänomen aller Zeiten. Zu zentralen Elementen werden die großen Ensembles von Chor und Ballett, um die gesellschaftliche Dimension eines Suchens nach dem Heiland zu veranschaulichen und kritisch zu hinterfragen. In einem Nebeneinander der Zeiten überlagern, widersprechen und ergänzen sich die Perspektiven auf den Messias: Was projizieren wir in den Namen? Wie würden wir heute auf eine solche Lichtgestalt reagieren?

 

Fischer bedient sich auch Passagen aus Colm Tóibíns zeitgenössischem Roman "Marias Testament" und lässt Maria zu Wort kommen aus der Sicht einer Mutter, die ihren Sohn verloren hat — für was? So werden Mechanismen beleuchtet, die beim Aufbau sehnsüchtig erwarteter Ideale immer wieder am Werk sind: Sie können nicht nur dazu führen, dass manch einer die Stilisierung eines Menschen für seine individuellen Zwecke ausnutzt, sondern auch zum Umschlagen ekstatischer Verehrung in blanken Hass. Angesichts dieser Mechanismen stellt sich die Frage: Wiederholt sich die Geschichte immerzu, oder hätte der Messias eines Tages eine Chance?

Der Chor und das Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz stehen zweifelsfrei im Rampenlicht. Chefdirigent Anthony Bramall hat die musikalische Leitung über das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Die solistischen Gesangspartien des Oratoriums werden von Torsten Fischer neu verteilt. Als Sopranistinnen erleben Sie sowohl Jennifer O'Loughlin als auch Mária Celeng. Die Alt-Partie übernehmen der Alt-Counter Dmitry Egorov und Mezzosopranistin Anna-Katharina Tonauer. Alexandros Tsilogiannis ist als Tenor und Timos Sirlantzis als Bass zu hören. Schauspielerin Sandra Cervik verleiht der Romanfigur Maria eine Stimme.

DER MESSIAS
Nur noch am 22. und 25. Oktober sowie am 1. und 3. November
Tickets: gaertnerplatztheater.de/messias

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