Kabarett-Highlights

Die Kabarett-Highlights im September

Sebastian Schnoy, Karsten Kaie

Sebastian Schnoy philosophiert über den nahenden Brexit und Dagmar Schönleber fordert "Respekt" . Unsere Kabarett-Highlights der kommenden Tage und Wochen...

Schon zählen die Uhren herunter. Auch im Linksverkehr. Es dauert nur noch ein knappes halbes Jahr, bis das Vereinigte Königreich die EU verlassen möchte. Doch wie wirkt sich der bedrohliche Brexit auf das Leben ganz normaler Familien aus? Wie schief hängt der Haussegen auf den Inseln?

Unter dem rührigen Motto „Hauptsache Europa! Jetzt erst recht“ hat man sich auch in der Landeshauptstadt und beim Europe Direct Informationszentrum München dem Großprojekt Europarettung verschrieben. Dafür kommt als Experte mit Sebastian Schnoy ein Kabarettist in den Gasteig, der gern in der Historie wühlt. Immerhin hat er ja schon drei „Spiegel“-Bestseller geschrieben. Und auf der unernsten Schiene ist er nicht nur auf Kleinkunstbühnen, sondern auch als Moderator im Quatsch Comedy Club flott unterwegs. (Gasteig, 19.9.)

Es zieht ein rauer Wind über den Dampfer Europa. Und darüber können auch die „All inclusive“-Verlockungen nicht hinwegtäuschen. Das weiß Karsten Kaie, der „Caveman“, ganz genau. „Ne Million ist so schnell weg“ ist sein Gala-Programm mit Captain’s Dinner, erotischer Bord-Lesung, Karaoke in der Sansi-Bar und allen weiteren Hemmungen, die über die Reling gehen. Immerhin tobt nicht nur rund um Kap Hoorn der Sturm. (Drehleier, 19.9.)

Der Palästinenser Amjad nimmt den Leuten gern gleich zu Beginn den Wind aus den Segeln. Klar, sein Name erinnert an „Anschlag“. Und das ist ja nur der Vorname, sein Nachname, den er wohlweislich kleinschreibt, ist angeblich länger als ein arabisches Festtagsgebet. Sympathisch kokettiert er mit den gängigen Vorurteilen, nimmt seine Landesleute und sich selbst aufs Korn. „Lachen verbreiten – Angst vermeiden“ lautet das wohlmeinende Motto seines neuen Comedy-Solos. Und vielleicht kommt es sogar zum Knall: Dann lüftet Amjad nämlich das gut gehütete Geheimnis um den Inhalt seines Rucksacks. (Schlachthof, 19.9.)

Auf seinem Weg nach ganz oben – dem Gewinn des „Scharfrichterbeils“ im vergangenen Jahr – hatte Thomas Steierer, der sich Metromadrid nennt und sich etwas griffiger selbst als „urbanen Dorfdeppen“ bezeichnet, immer wieder mal Selbstzweifel. Dass sich die Karriere wie von selbst entwickelt, davon kann natürlich keine Rede sein. Harte Arbeit steckt dahinter. Immerhin. Er ist ja auch der moderne Sisyphos. (Fraunhofer, 19.9.)

Dagmar Schönleber stellt auch gern grundsätzliche Fragen. „Alle fordern ihn, niemand hat ihn zu verschenken, und angeblich ist er auch nicht käuflich: Respekt“, philosophiert sie mit halboffenem Mund. Doch wer hat selbigen wirklich verdient? Und was, wenn die Oma, der man brav den Sitzplatz anbietet, in Wirklichkeit eine üble Hetzerin ist? Oder wenn die Eltern auf dem Fußballplatz den Schiri verprügeln, obwohl doch der eigene Sohn zuvor gefoult hat? „Die beste Aussicht“, so Schönleber, „hängt nicht von der Wetterlage ab, sondern von einem klaren Kopf.“ (Lach- und Schießgesellschaft, 20.9.)

Nah verwandt mit dem Respekt sollte ja eigentlich die duldende Mitmenschlichkeit sein, von der die Münchner Liedermacherin Astrid Hofmann in ihrem Programm „Toll – Toller – Tolerant“ singt. Sie spickt ihre Revue mit bissigen Zitaten von Originalen wie Karl Valentin und Thomas Mann. (Hofspielhaus, ab 27.9.)

Durcheinandergewirbelt wird man im „Remix“-Solo von David Scheid, der Schnipsel aus TV- und Radiosendungen, Vogelstimmen und sogar Volksmusik auf seinen Plattenspieler legt. Sampling ist ja einer der besten Strategien, trotz allem noch den Überblick zu bewahren. (Fraunhofer, 20.9.)

Bleibt zum Schluss der Marschbefehl für den Abend mit den Herren Hauck und Bauer. Selbige kennt man als Cartoonisten, die in der „FAS“, der „Titanic“ oder bei Spiegel Online veröffentlichen. Auf der Bühne – im genialen „Ist das noch Entspannung oder noch Langeweile“ – lernt man sie richtig kennen. Höchste Zeit! (Vereinsheim, 27.9.)

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