Kabarett-Highlights

Die ersten Kabarett-Highlights im September

Benjamin Eisenberg und Severin Groebner

Wie gerne wüsste man heute schon, was morgen kommt. Diese Fachleute können weiterhelfen

Das Beunruhigende an der Zukunft ist ja, dass man nicht so ganz weiß, wie’s zum Schluss ausgeht. Wie gut, dass Severin Groebner im neuen Programm „Gut möglich“ mit gebotenem Unernst unser aller Sorgen schultert. 

Er macht sich so seine Gedanken, wie es mit ihm weitergehend könnte. Und er spielt dann auch gleich mal fünf Futur-Szenarien durch. Was er dort erlebt, sind fünf mögliche Daseinsformen: bankrott, berühmt, bescheuert, bekehrt oder beerdigt könnte er werden. Vermutlich gibt’s dann drei Meter große Ameisen geben, die sich von Plastikmüll ernähren. Oder man ist doch wieder nur man selbst – nur älter. Groebner will’s wissen. „Bleiben wir realistisch“, lautet seine Devise. „Erwarten wir das Unmögliche.“ (Lach- und Schießgesellschaft, 29.8. bis 12.9.)

Im Nahbereich bleibt mit seinen Prognosen der abgeklärte Kölner Kollege Bernd Stelter. Er regt sich auf, wenn ihm im Radio mit brüllender Gute-Laune-Stimme vorgerechnet wird, wie wenige Tage es nur noch bis zum Wochenende sind. „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ heißt das neue Solo für alle Grantler, die gerne über Montage mosern, über Dienstage diskutieren, die Mittwoche mies und Donnerstage doof finden. Mit dem Timing für das München-Gastspiel hat es schon mal super geklappt: Es findet natürlich am Montag statt. (Lustspielhaus, 9.9.)

Mit ihrem Latein am Ende ist Corinna Binzer. Und deswegen zog es sie auf die Bühne. In ihrem latent gereizten Solo „Aus.Therapiert“ spielt sie die Nöte durch, die ihr die vermeintlich alternativlosen Rollenangebote im Privatleben nahelegen. Soll sie die wilde Partymaus sein oder doch lieber die zuverlässige Hausfrau? Lieber Kumpeltyp oder sexy Geliebte? Allen will sie gefallen – den Männern, den Eltern, der Verwandtschaft, den Freundinnen, vielleicht letztlich sogar sich selbst. Doch irgendwann wird’s zu viel. (Drehleier, 12.9.)

Mit den täglichen Nöten gibt sich gerne natürlich auch die Das Ratsch-Kartell-Reihe von und mit Tastenderwisch André Hartmann ab. Diesmal hat er sich zwei Gäste eingeladen, die zumindest eines gemeinsam haben – den Nachnamen. So trifft nun die Kabarettistin Constanze Lindner auf den, ach Gottchen, grundsympathischen Schlagerfuzzi Patrick Lindner. (Hofspielhaus, 11.9.)

Schon eine ganze Windung abgedrehter dürfte da das neue Programm „Zukunst“ der Pudelmützenfetischisten Ulan und Bator werden. Sie bringen Pina-Bausch-tanzende Fabrikarbeiter ebenso auf die Bühne wie einen mutierten Käse, der sein Bleiberecht einklagen möchte. Weil’s eine Vorpremiere ist, dürfte der Gag-Revolver besonders locker sitzen, um noch ganz viel Blödsinn abzuschießen. (Vereinsheim, 11./12.9.)

Einen Hieb für alle, die ihn verdient haben, und einen Nachschlag für die Vollbehämmerten hat Benjamin Eisenberg dabei. „Pointen aus Stahl & Aphorismen auf Satin“ versteht sich als Rundumabrechnung mit Politik, Medien, Wirtschaft, Demokratiefeinden und ganz banalen Alltagsidioten. (Schlachthof, 10.9.)

Autor: Rupert Sommer

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