Kabarett-Highlights

Die ersten Kabarett-Highlights im Juni

Hagen Rether, HG Butzko

Es gibt Größeres als das banale Scheitern im Alltag: Bei diesen Programmen kann man sich von der Magie des Mondes, der deutsch-deutschen Zahntechnik und von Puppen inspirieren lassen

Spürt man sie nicht, diese irre Energie, diese andächtige Gedächtnisanspannung die in der Luft liegt? Es ist die Mondlandung, die sich dieser Tage zum 50. Mal jährt. Ganz schon lange her eigentlich, dass Neil Armstrong (nicht zu verwechseln mit Louis!) einen kleinen Schritte machte, der zu einem riesigen für die Menschheit wurde.

Die grandiosen Science Busters aus Wien wollen die Verhältnisse mal wieder zurechtrücken. Immerhin war zwar vor 28 Jahren der erste Österreicher im All, aber eben doch seit 4,3 Milliarden Jahren noch kein einziger Österreicher auf dem Mond. Wenn das kein Grund zu feiern ist, meinen die Busters. Besonderer Clou: Vor Ort kann man sich an den Mondlandungslügendetektor anschließen lassen. Damit das endlich mal klar ist. (Lustspielhaus, 8.6.)

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Wem beim Ritt auf dem großen Zahlenstrahl nicht so schnell schwindlig wird und wer vor allem nach dem empfehlenswerten Besuch in der „Lascaux“-Höhlenausstellung (siehe Ortsgespräch) noch Lust auf alberne Weiterbildung hat, wird sich sicher über das Gastspiel der legendären Caveman-Originalproduktion mit Karsten Kaie in der Titelrolle mit dem Fellumhang freuen. „Du sammeln, ich jagen“, lautet die Devise. Und da lacht nicht nur der Steinzeitmensch. (Das Schloss, 8.6.)

Während Kaie den Schweinehund jagt, bewahrt der feine Berliner Chansonnier Sebastian Krämer lieber Contenance. Er drechselt gerne nachdenkliche Zeilen wie die Frage „Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist: der Jammerlappen oder die, die er nass macht“. Außerdem setzt er der zeitgenössischen Deutsch-Pop-Exaltiertheit eine gut kontrollierte Umzäunung der inneren Abgründe entgegen. Und dazu passt natürlich ein Schlips um den Hals. Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein, so Krämer. Es kommt nur darauf an, wie man es anrichtet. Im neuen, strikt sehenswerten Solo spiegelt er sich „Im Glanz der Vergeblichkeit“. (Fraunhofertheater, 6.6.)

Nicht einigeln will sich dagegen HG Butzko, der Genau-Hinseher des Politkabaretts. Sein Befund über die derart unbequemen Zeiten: „Echt jetzt“. Soll heißen: Butzko nimmt sie mal wieder ganz genau unter die Lupe, die Mitmenschen im Hier und Jetzt. Allerdings findet er heraus: Sie leben ja doch tatsächlich eher im „Zewa“, also im „Wisch und weg“ auf dem Smartphone. Es sind diese digitalen Paralleluniversen, in denen leider nicht nur Til Schweiger twittert. (Lach- und Schießgesellschaft, 30.5. und 1.6.)

Nils Heinrich ist erst Mitte 40. Und trotzdem kann er nur noch lachen. Bitter lachen. 1989 sicherte man ihm Reisefreiheit zu. Doch dann wurde die Bahn privatisiert. Auch privat läuft einiges anders als geplant: Die hauseigenen Kleinkinder hören plötzlich Helene Fischer. Dem Altvorderen bleibt da nur die Flucht nach Wacken. Und aus dem Internet schwappt Aufregung herüber, von der sich der Mann mit der systemübergreifenden Lebenserfahrung eigentlich ja nicht verrückt machen lassen wollte. Umso mehr rätselt er: Für ihn klingt das Reizwort „Genderdebatte“ nämlich doch nur wie ein anderer Ausdruck für die alte Sorge „Ich kriege keinen Klempner, wenn ich einen brauche“. Aus der Ruhe bringt ihn das also nicht so leicht: Nils Heinrich trägt Zahnfüllungen aus zwei Gesellschaftssystemen im Mund. Und die erzeugen mittlerweile Strom. Kann man immer brauchen. (Lach- und Schießgesellschaft, 7./8.6.)

Als Mitdenkangebote versteht Hagen Rether, der Pianomann mit dem Pferdeschwanz, seine tiefschürfenden Abendsitzungen im Anzug. Besonders assoziativ geht es im aktuellen Programm mit dem lakonischen „Liebe“-Titel zu. Es ist eine tragische, eine komische, eine schmerzhafte, eine ansteckende Liebe, die Rether und sein Publikum verbindet. „Wir können die Welt nicht retten“, hört er allzu oft. „Ja, wer denn sonst?“, kommt die Antwort knallhart charmant zurück. (Prinzregententheater, 1.6.)

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