Kabarett-Highlights

Die Kabarett-Highlights zum Monatswechsel

Die Buschtrommel vom 25. bis 27. Juli in der Lach- und Schießgesellschaft

Willkommen unter schamlosen Besserwissern: Wenn schon im trauten Privatbereich kaum mehr Einigkeit zu erzielen ist, wie soll das denn mit dem Weltfrieden noch etwas werden?

Der Riss, der Gesellschaften trennt, und zwar nicht nur die US-amerikanische, geht mittlerweile durch Familien. Immer öfter findet sich hier auch der omnipräsente Trump-Trampel. Warum sollte es beim Buschtrommel-Duo anders aussehen? 

Dort prallen allerdings ziemlich wuchtige Gegensätze aufeinander. Während sie als Gutmensch selbstverständlich elektrisch fährt, holt sich ihr partnerschaftlicher Protestbürger die Biobrötchen mit dem tiefergelegten SUV aus der Innenstadt. Sie isst vegetarisch, er natürlich Blutwurst. Täglich. Sie spendet Organe, er nur seine Hühneraugen. Das neue Programm „Dumpf ist Trump(f) – Ob rechts, ob links: Hauptsache geradeaus!“ macht keinen Hehl daraus, dass es knarzt und kracht im gesellschaftlichen Gebälk. (Lach- und Schießgesellschaft, 25. bis 27.7.)

Vielleicht liegt das Durcheinander ja auch daran, dass kaum mehr einer zuhört, geschweige denn richtig Zeit zu haben scheint. Mit dem hektischen Satz „Ich muss nur noch schnell“ fangen ja heutzutage gern die Kleinkatastrophen im Miteinander an. Jeder hetzt, rast und irrt umher und muss dabei gleich noch permanent erreichbar, aber niemals bei der Sache sein. Davon können Carina Klemm (am Klavier), Kim Mira Meyer und Peter Wegele vom Trio Honett ein Liedchen singen. Ganz rasant. Und leider jetzt schon zum letzten Mal zu sehen in dieser Stadt. (Schlachthof, 3.8.)

Mit der frechen Frage „Woran erkennt man deutschen Humor?“ und der ebenso polterigen Antwort „Daran, dass es ihn nicht gibt“ wollen die Schauspielerin Julia Cortis und der Musiker Alex Haas auf sich aufmerksam machen. „Alten Reste eine Chance“ nennen sie ihren neuen Streifzug durch mehr als 100 Jahre deutsche Kleinkunst. Was sie unterwegs eingesammelt haben, preisen sie jetzt ganz selbstbewusst als den „Besten Liederabend der Welt“ an. Das sollte man unbedingt vor Ort überprüfen. (Open Air im Park des Ebenböck-Hauses, 1./2./4.8.)

Beschwingt unter den freien Himmel wagt sich übrigens auch Markus Laymann mit seinem „Magie unterm Sternenhimmel“-Programm. Der Zauberkünstler und selbsternannte „Wirklichkeitsverkäufer“ will sein aufgeschlossenes Publikum mit auf eine „Sommerreise ans Ende des Verstandes“ nehmen. So was findet man in den Internet-Touristik-Foren sonst nur schwerlich. (Hofspielhaus, 26.7.)

Am selben Ort, im lauschigen Hofspielhaus-Hinterhof zur etwas vorgerückten Stunde, sollte man sich dann auch gleich noch auf das Überraschungsfeuerwerk mit den knalligen Attraktionen einlassen, die Ruby Tuesday für ihre Late-NightOpen-Stage unter dem schönen Motto Der Alles-ist-möglich-Freitag zusammengesucht hat. (Hofspielhaus, 26.7.)

Immer eine Spontan-Sensation verspricht selbstverständlich auch der Comedy Club Munich, der sich auf die Unverfrorenheit anglosächsischer und derart inspirierter Rampensäue verlassen kann. Mel Kelly und seine Freunde haben den ausgelassenen Spaß mittlerweile zum größten Englisch-Deutschsprachigen Comedy-Vergnügen der Republik ausgebaut. (Drehleier, 26.7.)

Ziemlich heimatlich und geerdet wirkt im Vergleich Stefan Otto, der Kabarettist aus Dingolfing, der allerdings auch schon 15 Jahre auf den Kleinkunstbrettern steht. Breitbeinig. Im neuen Musik-Comedy-Mundart-Programm „Ois dabei“ darf tatsächlich nichts fehlen – keine Erlebnisse mit der Wunderwuchtel Thermomix, auch nicht die Schauererlebnisse von Junggesellenabschieden und schon gar nicht die neuen Lieder über Gigglerhaxen, Wodka und Bananen. (Lustspielhaus, 26.7.)

Als schönen Monatsende- und Text-Rausschmeißer darf man sich dann noch die Aufmerksamkeit für Kurt Knabenschuh gönnen. Besonderer Hingucker im „Wer ist der Boss?“- Programm: Der unerschrockene Mann ist auf der Bühne doch tatsächlich auf den Hund gekommen. Doch er hat keinen putzig dressierten Zwergpudel mit Schleifchen im Haar dabei - für entsprechende Kunststückchen. Knabenschuh besitzt einen ausgewachsenen, dickköpfigen Bulldoggenrüden. Lacht! Oder er beißt! (Schlachthof, 31.7. bis 2.8.)

Autor: Rupert Sommer

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