Kabarett-Highlights

Die ersten Kabarett-Highlights im Juli

Andreas Rebers am 5. Juli in den Kammerspielen

Wahnwitzige Grundschullehrer, multilinguale Sparvereinssitzungen und ein Schwergewicht im Wechsel

In der Ruhe liegt die Kraft meint Tom.Gubik, nur drückt er es ein bisschen anders aus. Er hat den einen oder anderen Tipp für Fußgänger, die panisch rennen, wenn sie von Autofahrern über die Straße gewinkt werden. Für Gäste, die im Lokal noch vor den Getränken zuerst den WLAN-Schlüssel verlangen und für Kinder, die im Frühling bereits ihre Weihnachtswünsche sammeln. 

Darauf hat Gubik nur eine Antwort: „Des bressiert ned“. In seinem gleichnamigen dritten Kabarett-Programm nimmt der Grundschullehrer und Musik-Kabarettist den UpdateWahnsinn unter die Lupe, bricht eine Lanze für die Retter des Alltags und ruft live bei einer Service-Hotline an. Dazu unterhält der gebürtige Niederbayer mit „unterhaltsamen Kinderzitaten“ und mehr oder weniger pädagogischen Tipps. Nicht nur für Eltern geeignet! (30.6. Iberl Bühne)

Das kann ja heiter werden: Andreas Rebers spielt den Fliesenleger Günter König, der an diesem Abend öffentlich Bilanz zieht vor geneigtem Publikum. Er ist ein über sechzigjähriger Junggeselle, der es noch einmal wissen will und sich mit seinen schrägen Ansichten vor das zahlende Volk stellt, um vielleicht doch noch die Frau fürs Leben zu finden. Zu diesem Anlass hat er ein Streicherensemble namens Baumarktquartett mitgebracht, welches er zufällig bei der festlichen Neueröffnung der Holzabteilung entdeckt hat und das ihm helfen soll, mit dem Zauber der Musik eine neue Partnerin am besten gleich vor Ort anzulocken. Wenn Rebers seine Arbeiterlieder und Monologe anstimmt und Verena Maria Fitz, Daniela Huber, Monika Henschel und Peter Woebke mit einem Programm von Johann Sebastian Bach bis zu den Red Hot Chili Peppers losgeigen, da werden sich doch wohl ein paar Frauenherzen erweichen lassen ... (5.7. Kammerspiele)

Ein Heimatroman im Internetzeitalter? Die multilinguale Sparvereinssitzung aus dem Mühlviertel oder manche Perle des Vereins der Freunde des Schüttelreims mit Sitz in Vaduz? Ludwig Müller, der charmante Oberösterreicher und Meister des legendären Wortwitzes, hat gerade seinen runden Geburtstag gefeiert. Für eine MidlifeCrisis fehlt ihm leider die Zeit, denn jetzt geht‘s erst einmal an die Inventur seines umfassenden kabarettistischen Werks unter dem Titel „Witz ins Dunkel“. Kabarett ganz auf die österreichische Art: sprachverliebt, satirisch, schräg. Und das kann das Nachbarland ja auch brauchen, wenn aus „schiach“ plötzlich „schoarf“ wird auf Ibiza. (10. bis 13.7. Lach- und Schießgesellschaft)

Faltsch Wagoni verbinden auf ziemlich eigene Art und Weise Wortwitz mit Musik und Phantasie seit über 35 Jahren und jetzt gibt es praktisch ihre Programme in Kurzversionen zum Kennenlernen und Wiederentdecken. Ihre Sprach-Lust-Shows wie „Deutsch ist dada“, „Auf in den Kampf, Amore!“ und „Wasserlachen“ werden an vier Abenden, den „Kurzspieltagen“, abwechselnd als Duett aufgeführt. Hochkomisch ist das, kitzelt den Intellekt und das Zwerchfell gleichermaßen und besticht durch den Glanz der geschliffenen Formulierung. (17. bis 20.7. Lach- und Schiessgesellschaft)

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Kathi Wolf ist Bachelorette – und zwar der Psychologie. Und hat somit den Durchblick, den sie auch gleich einem größeren Publikum mit ihrem neuen Programm „Psychoparty - Psychisch korrekt. Politisch defekt“ nicht vorenthalten möchte. Pointiert und hintersinnig verknüpft sie dabei die menschliche Psyche mit gesellschaftlichen Vorgängen und politischem Zeitgeschehen. Das sich auch noch Humor, Schauspielhandwerk und Haltung dazugesellen, geschenkt. Wie sagt sie so schön: „Wir brauchen keine Influencer, die Zeit ist reif für Sinnfluencer!“ (11.7. Schlachthof)

Knöchelzerrung, Kehlkopfentzündung, Grippe, wenig geschlafen, aber er ging auf die Bühne. Er war Professor in angewandter Bühnenpsychologie oder geheimer Träger des schwarzen Gürtels in der Zen-Kunst der Schauspielerei. Und von welchem Schauspieler bekommt man alle möglichen Dialekte, Franz Josef Strauß, Bismarck und Kultusminister Maier, die verhärmte Hausfrau, den Bauchredner und die kokette Dame? Die Rede ist natürlich von Jörg Hube, der hat in den Hauptrollen von drei Ringsgwandl-Stücken brilliert, in Doppel- und Mehrfachrollen. Georg Ringsgwandl erzählt am Beispiel von Videoaufzeichnungen von der Zusammenarbeit mit Jörg Hube, den eigenwilligen Proben, seinen Wutausbrüchen und seiner Strahlkraft auf der Bühne. (30.6. Fraunhofertheater)

Alles ist im Wechsel! Nicht zuletzt sie selber: „Wie jetzt!“ heißt das neue Programm von Lizzy Aumeier, einer im wahrsten Sinne des Wortes Schwergewichtlerin der bayerischen Kabarettszene. Auch diesmal wird wieder in bewährter und liebgewonnener Manier (warum heißt das eigentlich nicht „fraunier“?, fragt sie sich) das Leben durchleuchtet und hinterfragt. Die Politik würde einen höheren Stellenwert bekommen und einmal mehr dreht sich alles um den allgemeinen Wahnsinn der Welt. Und die Musik? Zusammen mit der phantastischen Svetlana Klimova an der Violine und am Klavier und Lizzy herself am Kontrabass wird es natürlich auch wieder ein Crossover durch alle Genres geben. (18.7. Schlachthof)

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