Kabarett-Highlights

Die Kabarett-Highlights zum Monatswechsel

Trauen Sie nicht diesem Mann: Jimmy Carr

Höchste Zeit, mit dem Schönsaufen zu beginnen...

Im vergangenen Herbst ist er doch tatsächlich 65 Jahre alt geworden. Jetzt liefert Sigi Zimmerschied seine eigene grantig-gallige Geburtstagsüberraschung gleich noch selber nach. „Heil. Vom Koma zum Amok“ ist das lange erwartete neue Gruselmeisterstück. Und dafür muss sein Sigi Heil natürlich alleine feiern.

Kein Telefon klingelt. Keine Glückwunschkarten. Nur auf dem Tisch liegt ein bislang ungeöffnetes Kuvert. Doch nicht so schnell: Erst einmal muss ein veritabler Rausch her. Das Elend kann man sich nur schön trinken. Vor dem inneren Auge läuft dann der Reigen der Glückwunschgeber ab, mit einem Geistlichen, einem Bundeswehrgeneral, der eigenen Ex. Sigi säuft. Und er wütet, lässt seine Gewalt an einer Stubenfliege aus. Die Lebensbilanz fällt ernüchternd aus: Außer Nasenbeine-Brechen, Trommelfelle-Platzen-Lassen, Katzen-Vergiften und Singvögel-Schießen war da nicht viel. Dann ist der Suff soweit. Der geheimnisvolle Briefumschlag kann geöffnet werden: ein Rentenbescheid! (Lach- und Schießgesellschaft, ab 5.2.)

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Den ganz schwarzen Humor britischer Prägung hat natürlich auch Jimmy Carr im Gepäck. Von seinem geschniegelten Steuerberater-Auftreten sollte man sich sicher nicht täuschen lassen. Der Ausnahmekomiker aus London scheut keine Provokation und haut fiese Punchlines raus, so dass auch bayerisches Bier vor Schreck warm wird. Extrem direkt und gern unter die Bierbauchgrenze! (Alte Kongresshalle, 2.2.)

Ein harter Hund kann auch Stephan Zinner sein, der sich mit seinem neuen Programm „Raritäten (Seltene Sachen)“ empfiehlt. Darin legt er sich mit dauerjammernden Rentnergruppe in Dreiviertelhosen an. Unten schauen die Steckerlhaxen raus. Und die stecken natürlich in Trekkingsandalen. Willkommen im dunklen Fiesdeutschland. Doch dann drängen sich noch schlimmere Ahnungen auf: Wo sind, zefix, plötzlich die ganzen Bienen hin? Warum tanzt niemand mehr Schieber? War früher wirklich alles besser? Selbstverständlich nicht. Doch keiner warnt davor so urgewaltig wie Zinner. Dialektfestigkeit schadet beim neuen Solo nicht. (Lustspielhaus, ab 6.2.)

Es gibt ja Baby-sentimentale Spinner, die wirklich meinen, nur der Nachwuchs wäre das Glück dieser Erde. Wer so schräg tickt, muss sich von Bastiaan Ragas ausschimpfen lassen. Der Autor, Sänger und selbst vierfache Vater hat sie Faxen einfach dicke. „Schnuller, Sex und Kinderkacke“ ist die Lebensbeichte des einstigen Caught in the Act-Leadsängers aus den Niederlanden. Auch er glaubte einmal, eine eigene Familie könnte seinem Leben Sinn geben. Mittlerweile weiß er: „Die meisten Männer mögen Babys – wenn es die von den anderen sind.“ (Primafila, Margarethe-Danzi- Str. 25, 28.1.)

Humor zu bewahren – wie wichtig! Und umso schöner wäre es, wenn München endlich auch einen Weihetempel bekommen könnte. Selbiger könnte unter dem Namen „Forum Humor und komische Kunst“ als lange herbeigesehnte Komische Pinakothek auf dem ehemaligen Viehhofgelände entstehen. Ein großer Fan der Idee ist kein Geringerer als Gerhard Polt. Und er steckt mit seinen Küstlerspezln auch hinter dem Dass I ned lach-Benefizabend, der dafür Gelder einspielen soll. Mit von der Partie sind neben Polt selbst unter anderem Richard Oehmann und Josef Parzefall vom „Dr. Döblinger“-Kasperltheater, Georg Schramm, Luise Kinseher, „SZ Magazin“-Kolumnist Axel Hacke, Andreas Rebers, die Schauspielerin Gisela Schneeberger sowie die Mundart- Rapper von Dicht und Ergreifend. Eine runde Sach! (Kammerspiele, 2.2.)

Ni Hao – und los geht’s: Sven Kemmler ist weitgereist und weltweise, er möchte nicht nur seinen, sondern auch den Horizont seines Publikums erweitern. Und deswegen geht es in seinem neuen Solo ins Land der großen Hoffnungen. „Die Neue Mitte – China für Anfänger“ ist genau das richtige Programm zur Zeit. Weil ja doch alle Experten ständig bestätigen: „Ähm, China“. Eben! (Lach- und Schießgesellschaft, ab 29.1.)

Wenn Helmuth Steierwald vor seine Gäste tritt, dann blicken die genauso betroffen wie der Autofahrer kurz vor dem Wildunfall. Kein Wunder, sein neues Solo ist „Entschieden zu hart“, wie er selbst zugibt. Schon die Ankündigung dabei ist ein Etikettenschwindel: Steierwald ist halb Iraner, halb Türke und heißt in Wirklichkeit Emir Puyan Taghikhani. Nach einem wüsten Gelage im Hofbräuhaus hatte er seinen neuen Namen weg. (Schlachthof, 5.2.)

Schaurige Lieder über Sackhaare, Mittelaltermärkte, die Gema und all das, was Kinder wissen wollen, aber nicht hören sollten, hat die Krawall-Truppe Eure Mütter im Angebot. „Ich find ja die Alten geil“ fasst den eigenen „heißen Scheiß“ der früheren Jahre, soll heißen vier Programme in einem, zusammen. Dickes Ding. (Lustspielhaus, 28./29.1.)

„Weltgeistfunken“ versprühen Reiner und Dietmar Panitz von den Mehlprimeln. Auch sie drängt es mit lyrischen, lustigen, schrägen, skurrilen, oft neuen, aber gerne auch mal gereiften Texten und Liedern auf die Brettl. Und mit kongenialer Musikspielwut. Muss man erlebt haben. (Fraunhofertheater, 24.1.)

Tröstliches gibt’s zu guter Letzt von Günther.Stoiber.Hinterecker. Das Trio, alle Mitte Dreißig, das sich auf der Schauspielschule kennengelernt hatte und im Fernsehen in diversen heimischen Produktionen sehr präsent ist, zieht schon mal eine erste Bilanz – darüber, was beim Älterwerden so alles schief gelaufen ist. Heraus kommt ein Sammelsurium zwischen Freud und Grant, zwischen Genie und Wahnsinn. Fast wia im richtigen Leben. (Vereinsheim, 31.1.)

Autor: Rupert Sommer

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