Kabarett-Highlights

Die Kabarett-Highlights im Januar

Erotik-Feuerwerker: Evi & das Tier

Eigentlich ist das Jahr noch zu jung zum Scheitern! Es braucht nicht viel Zeit, bis wieder vieles schief läuft. Zum Glück kann man rasch wieder Optimismus nachtanken...

Herrje, wie die Zeit vergeht. Kaum ist der Silvesterkater so langsam stubenrein geworden, setzt Ecco Meineke schon wieder mit seinem ersten Jahresrückblick an.

Immerhin hat sich ja auch bereits ordentlich Stoff angesammelt in den ersten paar 2019er Tagen. Wer genau hinschaut, entdeckt auch jetzt schon die ersten Highlights, die sentimentalsten Ereignisse und betrauert die schönsten Leichen. (Vereinsheim, 15.1. und Lach- und Schießgesellschaft, 20.1.)

Dem Kölner Robert Griess steckt der Schock über den Wahnsinn des abgelaufenen Jahres immer noch in den Knochen. Und so holt er sich für seinen Kabarett-Kehraus lieber Verstärkung mit auf die Bühne. Die Schlachtplatte-Endabrechnung tischt er zusammen mit den Kollegen Nils Heinrich, Axel Pätz und Sebastian Schnoy auf. Alle für sich echte Granaten. Zusammen ein derber Böller. (Lustspielhaus, 20.1.)

Eine tagesaktuelle Übersicht über alle Kabarett-Events finden Sie hier!

Nicht unbedingt in Annalen denkt Markus Barth. Allerdings hat auch er viel eingesammelt in den letzten Monaten. Für ihn sind es immer die „Haha ... Moment, was?“-Augenblicke, die dem neuen Programm den Titel geben. Gemeint ist damit die Millisekunde zwischen spontanem Lachen und dem „Oh verdammt, die meinen das ernst“-Schreck. Also die kurze Kluft zwischen „Du verarschst mich doch“ und „Hui, du machst das aber hartnäckig“. Soll heißen: Barth hat herausgefunden, dass die globale Kaffeetafel gehörig einen an der Waffel hat. Solche Momente findet er derzeit überall: in der Politik, in der Religion, an der Wursttheke und in den Tweets von Veronika Ferres. (Drehleier, 18.1.)

Viel vorgenommen fürs neue Jahr hat sich Peter John Farrowski, der derzeit mit seiner „Scandalööös“-Show über die Bühnenbretter juckt. Er will die großen Häuser erobern – mit Programm von der Zauberflöte bis zur Rocky Horror Picture Show, von der Operette zum Jazz bis zum Musical. Damit interpretiert er die Wandlung vom Tellerwäscher zum Millionär neu – vom Orchestermusiker zur singenden, albernden Rampensau. Man muss ihn dabei einfach unterstützen. (Drehleier, 22.1.)

Eher nüchterne Töne schlägt dagegen der junge Kabarettist, Rapper und Slam-Poet, der sich den melancholischen Namen Quichotte gegeben hat, an. Er stemmt sich dem enthemmten „Höher, schneller, weiter“- Mantra entgegen. „Quatsch ist das“, sagt Quichotte. Und recht hat er damit. Im neuen Programm „Opium fürs Volk“ schiebt er jetzt schon mal resolut dem Streben nach Perfektion und Überanspruch den Riegel vor. (Vereinsheim, 10.1.)

Der neue Schmerzensmann des Scheiterns ist bekanntlich Thomas Steierer, der sich auf der Bühne reichlich verrätselt als Metromadrid ankündigen lässt. Und das, obwohl er doch schon so viel erreicht hat. Auch zu seinem eigenen Überraschen gewann er 2017 das große Scharfrichterbeil beim Kabarett- Wetthauen in Passau. Seitdem tourt er über die Kleinkunstbühnen und schlachtet die eigene, eher verschlungene Vita aus. Sisyphos meets Kafka: Diesem Mix kann man sich nicht entziehen. (Heppel & Ettlich, 12.1.)

Alltagsängste sind auch für Nora Boeckler ständige Lebensbegleiter. Ihr neues Solo „5 Sterne Fiasko“ erzählt von den täglichen Paniken. Etwa der Angst, sekündlich Fehlentscheidungen zu treffen. Oder der Angst vor dem dummen orangenen Amerikaner mit der seltsamen Frisur. Oder der schlichten Angst, an einem Stück Brot zu ersticken. Und das, obwohl es glutenfrei war. Nun möchte Boeckler endlich wieder Lebensmut aufbauen. Dafür checkt sie auf einem Fünf-Sterne-Urlaubsseminar ein – Selbstfindung, energetisches Pendeln und reichlich Aperol Spritz inklusive. (Lach- und Schießgesellschaft, 14.1.)

Allerdings möchte man auch nicht in der Haut von Matthias Jung stecken. Er hat pubertierende Teenager im Haus. Und die sind bekanntlich lästiger als die Motten. Ständig diese Diskussionen über die Schule, über Mitesser, das unterlassene Helfen im Haushalt, das Ja-doch-WhatsApp-ist-überlebenswichtig und die überschätzte Hygiene. Man muss doch einfach lernen loszulassen – am besten von der elterlichen Kreditkarte. Meinen die Pubertiere. Doch da macht Matthias Jung nicht mit. Der Mann ist vom Fach: Dem Diplom-Pädagogen darf man glauben, wenn er weissagt: „Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“. (Schlachthof, 17.1.)

Gute Laune macht dagegen die „Sex & Quatsch & Rock’n Roll“-Show von Evi & das Tier. Kaum wird das Licht heruntergedimmt, verwandelt sich bei ihnen der Saal in die Rotlicht-Grandezza eines Moulin Rouge. Die Raumtemperatur schnellt in die Höhe. Und Sinnlichkeit packt nicht nur das Tier. (Lach- und Schießgesellschaft, 13.1.)

Ähnliche Glücksgefühle kann man von der neuen glamourösen Fashion-Show in Münchens schönstem Varieté-Theater erwarten. Die neue GOP-Produktion blickt hinter die Kulissen der schillernden Modewelt, in der Extravaganz, Ehrgeiz und Eitelkeit den Ton angeben. Alle wollen sie mitmischen – im schrillen Modezirkus. (GOP Theater, ab 17.1.)

Und dann wird’s zum Schluss auch noch richtig sportlich: Mit dem Wortwitz- und Schlagfertigkeits-Match zwischen den Lokalmatadoren von Frau Groß aus München und Bemme Melange aus Wien und Leipzig startet der diesjährige Fastfood Improcup in seine erste Wettkampfrunde. Von Januar bis Juli treten die besten Theatersportgruppen der deutschen und österreichischen Szene aufeinander. Und das nun mittlerweile im 15 Jahr! (Schlachthof, 19.1.)

Autor: Rupert Sommer

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