Neue Serie: Grundrauschen

Das Booking-Kollektiv trugschluss im Profil

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Das trugschluss-Kollektiv von l. nach r.: Alexander Richard, Johanna Kämper, Nikolaus Witty, Mia Huppert und Julian Kämper

Es ist fast so ein typisches Münchner Gesprächsthema wie die hohen Mietpreise, die Wiesn-(Un)lust oder die Leistungen diverser Fußballvereine: Im kulturellen Underground der Stadt geht angeblich nicht viel.

Pardon, aber das können wir so nicht bestätigen. In unserer neuen Reihe „Grundrauschen“ stellen wir euch diverse Booker, Veranstalter und Kollektive aus der Stadt vor, die sich darum kümmern, dass Münchens Kultur- und Musikszene auch abseits der etablierten Häuser und Klubs vielfältig bleibt.

Wer?

Wenige Veranstaltungsgruppen aus unserer schönen Stadt tanzen mit ihren Events so spielerisch zwischen Konzert, Performance, Party, Installation und Happening wie das Kollektiv trugschluss. Mit Ursprüngen in Marburg hat der Zusammenschluss fünf Münchner Kulturschaffender -Dramturg_innen, Musikwissenschaftler_innen und Kulturmanager_innen- es sich seit 2017 auf die Fahnen geschrieben, die Stadtgesellschaft zu überraschen und Aufmerksamkeit für „kluge Musik“ zu schaffen.

Was ein wenig prätentiös klingen mag, kommt in der Realität sehr verspielt, bodenständig und… ja, auch oft gemütlich daher.

Was bisher geschah…

Genannt sei hier zum Beispiel das trugschluss Konzert No.11 „tingel tangel fahrt mit kram“: An einem schönen Sommerabend fuhren die Besucherinnen und Besucher in einer Trambahn quer durch München. In der Tram selbst sorgten der experimentelle Musiker Gunnar Geisse, sowie einige Schauspieler_innen für Programm. Bei einem Blick aus dem Fenster konnte es obendrein auch passieren, dass plötzlich eine Trompeterin am Straßenrand steht und in die Musik mit einstimmt. München schien für die Dauer einer Trambahnfahrt nur aus wohligen Klängen und ihren Erzeugern zu bestehen.

Etwas technoider und industrieller ging es bei trugschluss Konzert No. 13 zu: In der Werkstatt des Schlossers und Künstlers Geradi Rade, im Herzen des Münchner Werkviertels, in der Maschinenlärm die gängige Geräuschkulisse darstellt, wurde eben jener gesampelt und dann im Wechselspiel mit einer fünfköpfigen Band zu tanzbaren Clubsounds umgeformt. Das Resultat: Im Kopf der Zuschauer – wohliges Erstaunen; in den Hüften – der Beat.

Massage nach Noten

Wie geht es weiter?

Am 29.+30. Januar stehen die nächsten beiden Konzerte des Kollektivs an. Bei trugschluss No. 16 „other other“ mit den beiden Komponistinnen und Performerinnen Yiran Zhao und Kirstine Lindemann, handelt es sich um eine Klangdarbietung ohne Instrumente. Mittels Kontaktmikrofonen, Projektionen, Live-Elektronik und Licht übertragen sie ihre eigene physische Präsenz in den ganzen Raum.

Auch ihre Komposition SHH I: Solo für einen Besucherkopf wird dargeboten – eine nach musikalischen Parametern absolvierte Kopfmassage, die das innere Gehör anregt und die Sinne für akustische Feinheiten schärft. Das Resultat: Die Hüften der Zuschauer – diesmal wohl eher ruhig; der Kopf – in noch wohligerem Erstaunen. Wir wünschen einen interessanten, anregenden Abend!

Autor: Franz Furtner

trugschluss #16: other other, MUCCA 31, Schwere Reiter Str. 2 
Di. 29. und Mi. 30.01., ab 20 Uhr, Eintritt: 9 €, Reservierung empfohlen unter zentrale@trugschluss-konzerte.de

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