TV-Tipps

Unsere TV-Tipps von Mittwoch 13.10. bis Dienstag 19.10.

Daniel-Day Lewis in „Am seidenen Faden“
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Daniel-Day Lewis in „Am seidenen Faden“

Die ARD-Doku „Jugend für’n Arsch“ ist Pflichtprogramm für die „Älteren“ und ARTE widmet dem größten „Method Actor“ der Gegenwart Daniel-Day Lewis einen Abend

Mittwoch

Geliefert (ARD, 20:15 Uhr)

Obwohl Volker es als Paketzusteller und alleinerziehender Vater eines pubertierenden Sohnes schwer hat, lässt er sich seine gute Laune nicht verderben. Als er aus Not einen illegalen zweiten Job annimmt, steht er vor noch größeren Problemen.

Sehenswert: Ein Drama über Freundschaft und Würde, und darüber, wie wichtig es ist, sich gerade in schwierigen Zeiten selbst treu zu bleiben.

Regie: Jan Fehse. BRD 2020. Mit Bjarne Mädel, Nick Julius Schuck u.a.

Bayerischer Fernsehpreis 2021 (BR, 22:00 Uhr)

Bayerischer Fernsehpreis 2021

Der „Bayerische Fernsehpreis 2021“ findet Corona-bedingt dieses Jahr in kleinerem Rahmen im Cuvilliés-Theater in München statt und es wird in einer 90-minütigen Sendung darüber berichtet. Ausgezeichnet werden hervorragende Produktionen und Darsteller und Darstellerinnen des Fernsehjahres.

Sehenswert: …für alle, die derlei Galas lieben.

Moderation: Christoph Süß.

Sunset over Hollywood (ARD, 22:50 Uhr)

Versteckt am Ende des Mulholland Drive nördlich von Los Angeles befindet sich ein weltweit wohl einzigartiges Alters- und Pflegeheim: das Seniorenrefugium der US-Kinobranche. Von Stars wie George Clooney und Michael Douglas unterstützt, verbringen hier Schauspieler, Drehbuchautoren, Regisseure, Kamera- und Tonleute, Cutter, Agenten sowie Masken- und Kostümbildner ihren Lebensabend. Aber das Alter kann den Schaffensdrang dieser stillen Hollywood-Helden nicht bremsen. Im hauseigenen Filmstudio schreiben und produzieren sie weiterhin Filme.

Sehenswert: Die Dokumentation erzählt von den Träumen und Hoffnungen vieler stiller, fast vergessener Hollywoodhelden jenseits des Rampenlichts.

Regie: Uli Gaulke und Marc Pitzke.

Donnerstag

Mr. Turner - Meister des Lichts (RBB, 20:15 Uhr)

1826: Der englische Maler William Turner ist ein ebenso renommiertes wie exzentrisches Mitglied der Royal Academy. Er lebt mit seinem Vater William, den er innig liebt, und seiner Haushälterin Hannah Danby in London. Hannah verehrt den genialen Maler, der jedoch stillt an ihr nur sein sexuelles Verlangen. Denn Turner ist ein Egomane, ein wortkarger Einzelgänger – und doch zugleich ein Mann von enormer Sensibilität.

Sehenswert: Ein bildgewaltiges Epos, das weit über die Grenzen einer Künstlerbiografie hinausweist.

Regie: Mike Leigh. GB 2014. Mit Timothy Spall, Paul Jesson u.a.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (SAT.1, 20.15 Uhr)

Es gibt nichts Schlimmeres als Schulferien für Harry Potter, denn die muss der Schüler der legendären Zauberakademie Hogwarts zu Hause bei seinen Zieheltern verbringen. Auch als das neue Schuljahr endlich beginnt, gibt es für ihn nur Probleme: Zuerst versucht ein geheimnisvoller Hauself, ihn an der Rückkehr nach Hogwarts zu hindern, dann verpasst er den Zug dorthin und schließlich erfährt er, dass die Schule und seine Freunde von einer uralten Macht bedroht werden.

Sehenswert: …für alle, die diese Folge noch nicht gesehen haben. Oder für Fans, die einfach nicht genug kriegen können.

Regie: Chris Columbus. GB / USA 2002. Mit Daniel Radcliffe, Emma Watson, Kenneth Branagh, Alan Rickman, Maggie Smith u.a.

Freitag

Gefährliche Wahrheit (ARTE, 20:15 Uhr)

Gefährliche Wahrheit

Beim Brand einer Mietskaserne stirbt ein 14-jähriger Junge. Für die dahinsiechende Lokalzeitung eine große Story. Die Journalistin Maren Gehrke wittert schnell, dass die marode Immobilie nicht zufällig in Brand geriet. Ein Informant steckt ihr, dass die Siedlung, die ursprünglich der Stadt gehörte, von ihrem neuen Eigner an ein arabisches Konsortium verkauft werden soll. Kurz darauf stirbt der Informant unter mysteriösen Umständen. Auch die Innensenatorin der Stadt, die gegen den Verkauf war, stirbt unerwartet. Maren Gehrke lässt nicht locker, doch kann ihre Investigation ihre Zeitung letztlich noch retten?

Sehenswert: Mit Jens Wischnewski nahm ein erfahrener Thriller-Handwerker auf dem Regiestuhl Platz. Der von ihm inszenierte „Tatort“, „Anne und der Tod“, erhielt 2018 den Filmpreis der Filmschau Baden-Württemberg und wurde 2020 für den Grimme-Preis nominiert.

Regie: Jens Wischnewski. BRD 2021. Mit Lisa Maria Potthoff, Ulrike Kriener, Hanns Zischler, Anna Thalbach u.a.

Snatch - Schweine und Diamanten (ZDFneo, 23:10 Uhr)

In Antwerpen stiehlt „Frankie Four Fingers“ für den New Yorker Gangsterboss Avi einen riesigen Diamanten. Doch bei einem Zwischenstopp in London erleichtern ihn andere Ganoven um die Beute. Auf der Suche nach dem Diamanten reist Avi nach London. Dort prallen bereits englische Unterweltgrößen und russische und irische Gangster aufeinander, die sich alle für den Ausnahmestein interessieren. Der Diamant findet sich schließlich an einem kuriosen Ort.

Sehenswert: Furiose Gangsterkomödie mit schnellen Schnitten, einer teils entfesselten Kamera, populärer Musik und raschen Wechsel zwischen den Handlungssträngen sorgen für ein hohes Tempo im „MTV-Style“, was vor 20 Jahren noch sehr hip war…

Regie: Guy Ritchie. USA 2000. Mit Brad Pitt, Benicio del Toro, Jason Statham, Dennis Farina u.a.

Das Literarische Quartett (ZDF, 23:30 Uhr)

Das Literarische Quartett

Gastgeberin Thea Dorn diskutiert im „Literarischen Quartett“ mit Mithu Sanyal, Philipp Tingler und Juli Zeh über vier Bücher. Besprochen werden: Honoré de Balzac – „Traumreisen: China und die Chinesen. Reise von Paris nach Java“, Dave Eggers – „Every“, Jonathan Franzen – „Crossroads“, und Sasha Marianna Salzmannn – „Im Menschen muss alles herrlich sein“ „Das Literarische Quartett“ wird im Foyer des Berliner Ensembles aufgezeichnet.

Sehenswert: Vor allem auf die Meinungen zu Franzens „Crossroads“ und Eggers „Every“ darf man gespannt sein.

Samstag

The Beach (RTL2, 20:15 Uhr)

In Thailand sucht der junge Amerikaner Richard Freiheit und Abenteuer. Sein Traum scheint sich zu erfüllen, als er von einer geheimen Insel erfährt. Doch das Paradies wird schon nach wenigen Tagen zur Hölle auf Erden…

Sehenswert: Ein verstörendes Aussteigerdrama von hoher Relevanz. Brillant gespielt und in Szene gesetzt.

Regie: Danny Boyle. USA 2000. Mit Leonardo DiCaprio, Tilda Swinton u.a.

Bugsy (ONE, 22:00 Uhr)

Die unglaubliche aber wahre Geschichte des Benjamin ‚Bugsy‘ Siegel, dem Playboy-Gangster, der die Mafia aus Liebe verriet. Ein kaltblütiger Killer, der vom Hollywood-Ruhm träumte, ein durchgeknallter Patriot, der sich gegen Mussolini verschwörte und der brillante Visionär, der Las Vegas aus der vertrockneten Wüste erbaute. Bugsy hat alles erlebt. Bis er sich in die Frau verliebte, die mehr wollte.

Sehenswert: „Bugsy ist großes, spannendes Kino (…) Entertainment in höchster Vollendung.“ (Cinema)

Regie: Barry Levinson. USA 1991. Mit Warren Beatty, Annette Bening, Harvey Keitel, Ben Kingsley, Elliott Gould, Joe Mantegna u.a.

Tschick (3sat, 23:05 Uhr)

Während die Mutter in der Entzugsklinik und der Vater auf „Geschäftsreise“ ist, verbringt der 14-jährige Außenseiter Maik die Ferien am Pool der elterlichen Villa. Doch dann kreuzt Tschick auf.
Tschick stammt aus Russland, wohnt in Marzahn - und hat einen geklauten Lada dabei. Bei Tatjana, Maiks heimlicher Liebe, steigt eine große Party. Weder Maik noch Tschick sind eingeladen. Doch die beiden gehen trotzdem hin. Ihr erfolgreicher Auftritt beflügelt sie… Inspiriert von diesem kleinen Abenteuer entschließen sich Maik und Tschick, der eigentlich Andrej Tschichatschow heißt, einfach weiterzufahren. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte, ohne Plan und ohne Kompass durch die sommerglühende ostdeutsche Provinz. Die Geschichte eines Sommers, den alle einmal erleben wollen. Der beste Sommer von allen eben!

Sehenswert: Eine weitestgehend gelungene Verfilmung des Weltbesteller „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf.

Regie: Fatih Akin. BRD 2015. Mit Tristan Göbel, Anand Batbileg u.a.

Sonntag

Tatort: Unsichtbar (ARD, 20:15 Uhr)

Tatort: Unsichtbar

Plötzlicher Herzstillstand mit nur 29 Jahren: Anna Schneider bricht am helllichten Tag auf der Straße vor ihrem Café tot zusammen. Die Dresdner Ermittlerinnen Gorniak und Winkler überzeugen ihren Chef Schnabel davon, die Ermittlungen zu diesem rätselhaften Tod aufzunehmen, obwohl der Rechtsmediziner Jonathan Himpe eine Vergiftung ausschließen will. Sie haben herausgefunden, dass Anna Schneider kurz zuvor Strafanzeige gegen einen unbekannten Stalker erstattet hat. Neben der psychischen Belastung litt das Opfer in letzter Zeit unter starken körperlichen Schmerzen. Jede noch so kleine Berührung ließ sie zusammenzucken. Gorniak ist alarmiert: Auch sie hat seit einigen Tagen Schmerzattacken, die sie sich nicht erklären kann. Auch der Amtsarzt kann keine medizinische Ursache feststellen. Anna Schneider kannte sie nicht, aber könnte es eine Verbindung zwischen den beiden Frauen geben?

Sehenswert: Wie jeden Sonntag, wenn nicht grad irgendein sehr, sehr wichtiges Fußballspiel übertragen wird…

Regie: Sebastian Marka. BRD 2021. Mit Karin Hanczewski, Cornelia Gröschel, Martin BRambach, Anna Maria Mühe u.a.

Der seidene Faden (ARTE, 20:15 Uhr)

Im London der Nachkriegszeit ist Reynolds Woodcock der unbestrittene Star der Modewelt: als beliebtester Damenschneider der britischen High Society. Reynolds, kreatives Genie und manischer Perfektionist zugleich, braucht stets eine Muse an seiner Seite, die ihn zu neuen Kreationen inspiriert.
Frauen kommen und gehen im Leben des eingefleischten Junggesellen - bis zu dem Tag, an dem Reynolds die faszinierende und willensstarke Alma kennenlernt. Diese bringt sein bis ins kleinste Detail geplantes Leben durcheinander und ordnet die Machtverhältnisse im Hause Woodcock neu.

Sehenswert: Ein bewegendes Drama, das für mehrere Oscars nominiert wurde. Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood komponierte, in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur, die Filmmusik. Im Anschluss, nicht verpassen, ein Portrait des herausragenden Schauspielers: Daniel Day-Lewis: Der Weg zum weltbesten Schauspieler (22:20 Uhr)

Regie: Paul Thomas Anderson. USA 2017. Mit Daniel-Day Lewis, Vicky Knieps u.a. Musik: Johnny Greenwood (Radiohead)

Blood Diamond (RTL2, 20:15 Uhr)

Die Bürgerkriegsparteien in Sierra Leone versuchen, die Kontrolle über die Diamantenfelder zu bekommen. Tausende sind gestorben, Millionen sind auf der Flucht. Inmitten des Chaos versucht Danny Archer, einen seltenen Diamanten aufzuspüren.

Sehenswert: Actionreiches Abenteurer-Kino mit Anspruch. Julian Hanich schreibt im  Tagesspiegel: „Wenn das Kino politisches und historisches Bewusstsein schärfen will, welche Form ist dafür angemessen? […] „Blood Diamond“ schnürt kommerzielles Entertainment, Moral und das Leid der Unterdrückten zusammen.“ Und auch die Kulturzeit in 3sat war voll des Lobes: „Faszinierend, erschreckend – und in jedem Falle sehenswert.“

Regie: Edward Zwick. USA 2006. Mit Leonardo DiCaprio, Jennifer Connelly u.a.

Montag

Rabiat - Jugend für‘n Arsch (ARD, 22:50 Uhr)

Rabiat - Jugend für‘n Arsch

In Köln muss die Polizei eine Open-Air-Party mit 1.000 Teilnehmern auflösen, auf der Neckarwiese in Heidelberg schmeißt ein betrunkener 18-Jähriger einen E-Scooter durch die Scheibe eines Testzentrums, am Bremer Osterdeich feiern Hunderte Jugendliche dicht an dicht fast jede Nacht, in Karlsruhe werden Polizei und Rettungskräfte mit Flaschen beworfen, als eine illegale Versammlung aufgelöst wird - gerade wird viel von jugendlichen Exzessen, Ausbrüchen, Eskalationen berichtet. In „Rabiat: Jugend für‘n Arsch“ reist „Rabiat“-Reporterin Alina Schulz durch den Sommer 2021 in Deutschland, in dem die Pandemie vor allem für junge Menschen noch immer nicht vorbei ist. Sie begegnet Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Augenhöhe und taucht in ihren Alltag ein. Junge Menschen haben offenbar keinen Bock mehr auf Verzicht statt Freiheit. Aber ist es richtig, sie angesichts solcher Bilder als Chaoten und als unverantwortlich zu betiteln? Als die, die dafür sorgen, dass die Pandemie kein Ende nimmt? „Rabiat“-Reporterin Alina Schulz findet: Wer das tut, macht es sich zu einfach. Denn was, wenn man versucht, sich in ihre Lage hineinzuversetzen?

Sehenswert: Ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Lage. Und vielleicht auch hier ein Erklärungsversuch für das starke Abschneiden der FDP, vor allem bei den ErstwählerInnen, Stichwort „Freiheit“, doch was genau das bedeuten soll, wissen oft nur die Wenigsten…

Regie: Alina Schulz. BRD 2021.

An ihrer Seite (ARTE, 22:50 Uhr)

Als Fiona an Alzheimer erkrankt, muss Grant nach 44 Ehejahren hilflos mit ansehen, wie die geliebte Frau in eine eigene Welt driftet und die Erinnerung an ihr bisheriges glückliches Leben verliert. Über den schmerzlichen Verlust hinaus muss er sich der Frage stellen, ob er seinen Lebensabend allein oder in neuer Begleitung verbringen will.

Sehenswert: Großartiges, zu tiefst berührendes Arthousekino nach einer Kurzgeschichte von Alice Munro, die von Ehe und Liebe erzählt, in die Alzheimer einbricht, ist nicht minder brillant. Feinfühlig umschifft sie Klischees der Darstellung von Alter und Verfall, Liebe und Sex.

Regie: Sarah Polley. GB / USA / CDN 2006. Mit Julie Christie, Gordon Pinsent u.a.

Dienstag

16 Blocks (KABEL 1, 20:15 Uhr)

Der Polizist Jack Mosley will einfach nur nach Hause und etwas trinken. Um 8.02 Uhr bekommt er jedoch einen scheinbar einfachen Auftrag: Der Kleinkriminelle Eddie Bunker soll um 10 Uhr vor einem Untersuchungsausschuss aussagen und muss aus seiner Zelle zum Gerichtsgebäude gebracht werden. In 15 Minuten wäre die Sache erledigt, aber plötzlich geht alles schief. Für Mosley und Bunker beginnt ein lebensbedrohlicher Trip ...

Sehenswert: Ein spannungsgeladener Cop-Thriller, nicht mehr, aber auch nicht weniger…

Regie: Richard Donner. USA 2006. Mit Bruce Willis, David Morse, Mos Def u.a.

Man nannte sie „Jeckes“ (BR, 22:50 Uhr)

Man nannte sie „Jeckes“

Woher die Bezeichnung kommt, ist nicht ganz klar. Vielleicht, weil sie auch bei größter Hitze immer korrekt ein Jackett trugen? Oder er ist eine Abkürzung des Hebräischen „Jehudi kasche hawana“, was so viel heißt wie „ein Jude, der schwer von Begriff ist“. Auf jeden Fall wurden in Israel die deutschsprachigen Juden als „Jeckes“ bezeichnet, die aus Nazi-Deutschland geflohen waren. Sie brachten von dort unter anderem ihre Bekleidungsgewohnheiten mit und hatten häufig Schwierigkeiten mit der hebräischen Sprache. Klar ist auch, dass der Begriff lange Zeit nicht positiv besetzt war. Die Israelis machten sich lustig über die seltsamen Zuzügler. Mittlerweile hat sich das vollkommen gewandelt. Heute sagen Israelis stolz: „Ich bin eben ein Jecke“, wenn sie pünktlich zu Terminen erscheinen. Die Jeckes haben den jungen Staat Israel mit ihren Traditionen geprägt. Die erste Generation ist verstorben, aber unvergessen - eine Spurensuche.

Sehenswert: Eine einfühlsame Dokumentation über die deutschsprachigen Juden und ihr Einfluss auf Israel.

Regie: Susanne Glass. Israel 2021.

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