Ausblick

Quo vadis, München? – Das Kulturjahr 2021

Vision aus naher Zukunft: Das neue Volkstheater am Schlachthof
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Vision aus naher Zukunft: Das neue Volkstheater am Schlachthof

Nach dem Coronabedingt durchwachsenen Kulturjahr 2020, soll es 2021 in München wieder aufwärts gehen. Aber tut es das auch? Doch schon. Wirklich? Ganz sicher!

Ein „Festival der Kreativität“ soll es geben im Frühjahr 2021. „Mit kleinen Spielorten im ganzen Land - von der Hochkultur bis zur freien Szene.“ So twitterte Ministerpräsident Markus Söder recht hemdsärmelig am 5. November. Dass sich Hochkultur und freie Szene gar nicht gegenüberstehen, sei mal dahingestellt, denn es ist einfach generell frech in einer Zeit, in der das kulturelle Leben brachliegt, im Konjunktiv irgendein großes Festival herbei zu sehnen. So als Ministerpräsident. Besonders wenn kürzlich auf Stadtebene bekanntgegeben wurde, dass die Etats aller Münchner Referate, darunter auch das Kulturreferat, im Jahr 2021 um 6,5 Prozent gekürzt werden. Was vorerst nach wenig klingt, ist doch ein großer Einschnitt.

Münchens städtische Kulturhäuser sind große Apparate, mit hohen Grundausgaben. Der variabelste Parameter ist der künstlerische Etat, der beträgt an einem Theater etwa 10 Prozent. Nun befürchtet man, dass die Kürzungen genau diesen Posten beeinflussen werden: Kürzere Probezeiten für größere, wirtschaftlichere Mainstream-Produktionen könnten die Folge sein. In Museen, Konzerthäusern etc. kann es sich ganz ähnlich entwickeln. Also, werter Herr Söder: Wer unter diesen Bedingungen ein künstlerisch relevantes Festival will, braucht in der Tat Kreativität. Egal ob Hochkultur oder freie Szene.

Dennoch steht das kommende Kulturjahr unter keinem schlechten Stern. Es gibt zahlreiche Highlights, auf die wir Münchner*innen uns 2021 freuen können. Auch im Theaterbereich. Im Herbst wird planmäßig das Volkstheater seine neue Heimstatt im Schlachthofviertel eröffnen. Man darf gespannt sein mit welchen Produktionen Intendant Christian Stückl & Team die 19.000 Quadratmeter bespielen werden. Auch wird Barbara Mundel, seit der Spielzeit 2020/21 Intendantin der Kammerspiele, endlich wirklich mit ihrer neuen Programmgestaltung in Erscheinung treten können. Nicht kulturell, aber dennoch etwas ganz Besonderes: Zwischen 15.6. und 2.7. werden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale der nachgeholten Fußball-EM in der Allianz-Arena stattfinden. Los geht es mit der interessanten Partie Deutschland gegen Frankreich. Mit Glück darf man dann sogar ohne Maske „Schlaaand!“, respektive „Fraaance!“ rufen.

Was dieses Jahr als Notlösung begonnen hat, war so schön, dass es im hoffentlich weitgehend Corona-losen Sommer 2021 ausgebaut wird: Unter dem Dachbegriff Eulenspiegel Flying Circus wird es von Mai bis September in der beeindruckenden Kulisse des Innenhofs des deutschen Museums zahlreiche Kabarett-, Comedy- und Konzert-Kracher zu sehen geben. Josef Hader, Gästeliste Geisterbahn und Attwenger haben sich bereits angekündigt. Hat da jemand „Konzerte“ gesagt? Im Oktober wird Elton John zum zweiten Mal ein Abschiedskonzert in der Olympiahalle spielen. An selbem Ort soult sich schon im Juli Alicia Keys in die Herzen und Hüften der Zuhörer*innen. Auch Szenegrößen wie Bright Eyes, Danzig oder die Viagra Boys scharren bereits mit den Hufen. Zu all den Spektakeln kommen noch all die Schmankerl, die wir wieder auswärtig essen können. Und James Bond im Kino. Und über all das werden wir Sie wieder regelmäßig und vollumfänglich informieren. Freuen wir uns drauf.

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