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Musikerin Elena Rud im Interview: „Dating unter Singles ist derzeit schwer“

Musikerin Elena Rud
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Musikerin Elena Rud

Natürlich will sie - wie alle - am liebsten durch die Clubs toben: Mit der Single „Down“ hat Elena Rud aus München ein sehr vitales Lebenszeichen abgegeben. So wild war der Video-Dreh dazu ...

Hallo Frau Rud, erstmal vorneweg, muss man ja unbedingt wissen in diesen Tagen: Wie geht es soweit, wie schafft man es, trotz allem den Kopf hoch und die Nase im Wind zu halten?
Müde bin ich, aber das bin ich meistens. Puh, gute Frage! Ich finde ja, man muss nicht immer den Kopf hochhalten können. Ab und zu darf man sich auch in der Melancholie suhlen. Nur so schafft man es hier heil durch!

Ihre neue Single „Down“ könnte ja genau die angespannte, nervenaufreibende Stimmungslage treffen. Sicher kein Zufall, oder?
Als ich Down schrieb, war Covid-19 noch in weiter Ferne. Aber nervenaufreibende Stimmungslagen beschreiben den Song durchaus treffend.

Ihr Lieblingsthema sind immer wieder auch die Männer. Fällt es aktuell besonders schwer, eine normal verrückte Beziehung (inklusive des üblichen Wahnsinns und der Freiheitsbedürfnisse) zu führen?
Männer? Ne, eher die Liebe. Da ist das Geschlecht egal. Aber was ist schon eine normal verrückte Beziehung? Ich denke besonders das Dating unter Singles ist derzeit schwer. Wer hat denn schon Bock, bei totalen Minusgraden durch die Gegend zu spazieren und falsches Interesse bei einem Tinderdate vorzutäuschen?

Welchen Tipp haben Sie an Fans, damit gerade in engen Beziehungskisten derzeit nicht auch noch die Decke auf den Kopf kracht?
Ich glaube hier ist besonders der Alltag ein echter Killer. „Trefft“ euch im heimischen Wohnzimmer auf Dates, geht raus spazieren, macht einen Kneipenabend und holt eure Lieblingsplatten aus dem Schrank. Aber vor allem: Nehmt euch auch bewusst Zeit für euch selbst.

Das neue Video zum „Down“-Song wirkt dagegen wieder wild, freiheitsliebend und mitreißend. Was hat beim Drehen am meisten Spaß gemacht?
Alles. Wirklich einfach alles. Das war die erste große Produktion die wir gemeinsam mit dem Team von Trøkken umsetzen konnten. So viel Herzlichkeit am Set hätte ich aber wirklich nie erwartet. Und zugegeben: Auf einer Motorcross in den Sonnenuntergang zu fahren war auch nicht gerade unlustig.

Teilweise ja auch ganz schön aufregend so ein Motorrad-Dreh. Erzählen Sie doch mal: Wie anstrengend ist so ein Produktionstag?
Die Produktionstage zehren. Aber viel anstrengender ist alles was davor und danach passiert. Wirklich durchatmen konnte ich erst nach dem Release.

Wie kam denn die Zusammenarbeit mit Paul Gallister zustande? Wie gut sind Ihre Kontakte in die wilde Wanda-Welt?
Ein Fünkchen Zufall hat hier mit reingespielt. Unser Booker und Manager hatte Paul bereits mein Soloprojekt einmal vorgestellt. Der Kontakt war einfach nie weg. Down war unser erstes gemeinsames Projekt.

Was steht denn für Sie in der nächsten Zeit auf dem Programm: Wann steuert das alles auf ein Album zu?
Im März geht es für uns erstmal ins Studio. Alles andere liegt noch in zu weiter Ferne um konkret zu werden. Man darf aber gespannt sein!

Klar, vieles geht dieser Tage einfach nicht: Aber wie groß ist der Drang, sich als Künstlerin und als Band mal wieder auf der Bühne zu zeigen – und wann könnte das klappen?
Ich denke realistisch ist es, Ende des Jahres mit echten Konzerten wieder zu rechnen. Da spricht aber auch viel Hoffnung aus mir. Der Drang ist groß, jeder der schon mal auf einer Bühne stand, weiß wie es einem geht, wenn dies plötzlich aus dem Leben fehlt.

Letzte Frage: Melancholic Love Shit ist ihr Markenzeichen. Was überwiegt dabei im Moment – hoffentlich doch die Liebe, oder?
Ich glaube beides hält die Waage. Für meine Texte, bediene ich mich gerne an meiner melancholischen Seite. Aber allein, wenn ich eine so süße Frage bekomme, spür ich viel Liebe im Herzen.

Interview: Rupert Sommer

Homepage von Elena Rud: www.elenarud.com

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