1. Startseite
  2. Stadtleben

Pantaflix-Chef Nicolas Paalzow: „Schlaglicht aufs brisante Thema K.O.-Tropfen“

Erstellt:

Von: Andreas Platz

Arbeitet eng mit Matthias Schweighöfer zusammen – im Glockenbachviertel: Nicolas Paalzow
Arbeitet eng mit Matthias Schweighöfer zusammen – im Glockenbachviertel: Nicolas Paalzow © www.kroll.photography

Aufrüttelnd: Nicolas Paalzow, Chef der von Matthias Schweighöfer mitgegründeten Kreativschmiede Pantaflix, warnt im neuen Podcast vor Verbrechern im Club. 

Herr Paalzow, Pantaflix mit Sitz im schönen Glockenbachviertel und in Berlin ist in erster Linie für die Produktion von Filmen und Serien für Kino, Streaming-Dienste und Mediatheken bekannt. Was hat Sie nun dazu bewogen, mit einer eigenen Tochterfirma, der PantaSounds, ins Podcast-Geschäft einzusteigen?
Wir wollen Geschichten erzählen, über die man spricht. Geschichten, die die Menschen begeistern und die sie lange in Erinnerung behalten. Im Mittelpunkt unseres Tuns steht dabei immer der Inhalt, die Story. Wir verstehen uns als Content House, über alle Distributionswege hinweg.

Audio-Inhalte boomen. Was erwarten Sie sich?
Dem Podcastmarkt steht eine goldene Zukunft bevor, die wir aktiv mitgestalten wollen. Dafür haben wir uns mit Tristan Lehmann einen ausgewiesenen Podcast-Experten an Bord geholt. Wir wollen mit PantaSounds die gesamte Klaviatur des modernen Audio-Entertainments bedienen – von kurzweiligen Talks mit starken Voices bis hin zu aufwändigeren Storytelling-Formaten. Und wer weiß, vielleicht wird aus einem unserer Podcast-Originals ja auch mal eine Bewegtbild-Serie oder Doku.

Das erste PantaSounds-Original heißt „Mitten am Tag“ und widmet sich dem Aufregerthema K.O.-Tropfen, die es aktuell immer wieder in die Schlagzeilen schaffen und die einen Club-Abend in einen Albtraum verwandeln können. Wie kam es dazu und was macht das Thema so brisant?
Im Prinzip sind es sogar zwei Podcasts, in denen wir uns in unterschiedlichen Erzählformen dem Thema annehmen. Den ersten, ein fiktionales Werk, kann man bereits überall dort hören, wo es Podcasts gibt. Der zweite, eine Doku, erscheint im September. Das Thema K.O.-Tropfen war uns wichtig, weil es insbesondere in jüngeren Bevölkerungsgruppen eine enorme Relevanz hat. In Bars, Clubs, auf Parties – you name it. Darauf wollten wir ein Schlaglicht werfen. Wir hatten das große Glück, „Mitten am Tag“ mit einer echten Betroffenen entwickeln zu können und hoffen, durch eine spannende Erzählung und die begleitende Doku-Serie ein Spotlight auf dieses Thema werfen zu können.

Ihr Haus wird ja immer wieder mit Starschauspieler Matthias Schweighöfer und dessen Kinofilmen in Verbindung gebracht wird. Wie würden Sie Pantaflix auf einen Nenner bringen?
Filmproduktion ist die DNA unseres Unternehmens. Da kommen wir her. Pantaflix wurde 2010 von Matthias Schweighöfer, Dan Maag und Marco Beckmann als Produktionsfirma gegründet, die Kinofilme von Matthias Schweighöfer herausbringt. Das war die Gründungsgeschichte. Filme von und mit Matthias produzieren wir auch heute noch. Aber in der Tat ist sehr viel mehr in den letzten 12 Jahren hinzugekommen.

Nicht mehr nur die Bühne oder Absprungrampe für Matthias Schweighöfer?
Absolut! Wir sind weit mehr als das und arbeiten ja auch mit vielen anderen Kreativen zusammen.

Trotzdem: Wie unruhig wird der CEO, wenn er in München etwa hören müsste, dass in Berlin Schweighöfer in der Freizeit vom Rad gefallen ist?
Ich würde natürlich immer unruhig werden, wenn Matthias irgendwas zustößt. Allein schon, weil wir uns lange kennen und weil dadurch unser Geschäft eine persönliche Nähe hat. Klar wäre ich in so einem Fall persönlich betroffen.

Ist ja auch kein schönes Beispiel. Vielleicht besser: Wenn ein angeblich verschollener Zwillingsbruder aufgetaucht wäre?
Lustige Vorstellung. Das wären natürlich News. Matthias ist ein ganz wichtiger Bestandteil von Pantaflix. Aber Pantaflix ist eben viel mehr als nur Matthias.

Seine Erfolge dürften sich aber doch weiterhin stark in Ihren Büchern niederschlagen.
Hinter mir hängt hier nicht ohne Grund das Plakat für den Film „Army of Thieves“. Das war unsere Erfolgsproduktion im Jahr 2021, wir hatten sie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemie zum Glück bereits für Netflix abgedreht. Wenn ein Film wie dieser in mehr als 90 Ländern weltweit in den Movie-Charts ganz oben steht, gibt das unserem Unternehmen natürlich die höchstmögliche Sichtbarkeit.

Was ist denn dann aber genau Schweighöfers Position und Titel bei Pantaflix - im Sinne von, was man auf die Visitenkarte schreiben würde?
Ich glaube, Matthias besitzt gar keine Visitenkarten. Weiß gar nicht, ob er so was überhaupt noch kennt (lacht). Wenn man ihn nach seinem Selbstverständnis fragt, würde er vermutlich sagen: Regisseur und Schauspieler! Obwohl er viel mit uns produziert hat und auch produzieren wird, ist es ja nicht so, dass er ausschließlich in Pantaleon Films-Produktionen auftaucht. Gerade der Mega-Erfolg von „Army of Thieves“ hat ihm eine große Sichtbarkeit in den USA verschafft. Daher gibt es für ihn Offerten, die kommen aus einer ganz anderen Richtung. Er sieht sich meiner Meinung nach schon als Unternehmer hier bei Pantaflix, aber in erster Linie eben als Kreativer. 

Interview: Rupert Sommer

Fieses Verbrechen, Vorsicht bei herumstehenden Getränken: Zuletzt machten die News die Runde, dass angeblich sogar auf dem SPD-Sommerfest Frauen von Attacken mit K.O.-Tropfen betroffen waren. Aufklärung ist wichtig: Die beiden neuen Pantaflix-Produktionen „Mitten am Tag“ und der Doku-Podcast „K.O.-Tropfen“ fassen heiße Eisen an – absolut hörenswert. Zu finden sind sie überall dort, wo es Podcasts gibt. Alle Infos: www.pantaflixgroup.com/de/unternehmen/pantasounds/

Auch interessant