Ortsgespräch

Trikont-Chefin Eva Mair-Holmes: „Kultur ist Lebensmittel“

Eva Mair-Holmes

Maske mitnehmen, Abstand halten und grooven: Die Trikont-Schau im Valentin-Musäum erinnert an die Kraft des Musikverlags. Rückenwind für Chefin Eva Mair-Holmes!

Liebe Frau Mair-Holmes, die Devise zur Ausstellungseröffnung im Valentin-Karlstadt-Musäum mit "Wir sind wieder da" liest sich zum Glück ja ganz so, wie man auch Trikont kennt: Man lässt sich nicht unterkriegen. Wie wichtig ist dieser Rückenwind und ein wenig Aufsbruchssymbolik dieser Tage?
In dieser Zeit ist natürlich alles, was signalisiert, dass es weitergeht, wichtig und gibt Kraft und Lust sich nicht unterkriegen zu lassen – trotz starken Gegenwinds.

"Musik, Krawall und andere schöne Künste" heißt die Ausstellung, die den Faden weiterspinnt, den schon der tolle Heyne-Band zum 50-Jahre-Jubiläum aufgriff. Gehört Trikont denn jetzt schon ins Museum?
Eigentlich gehört Trikont doch überall hin, wo es um Musik oder um das, was man damit bewegen kann, geht. Also auch ins Museum. Das Stadtmuseum wäre ja auch mal eine gute Adresse, find ich.

Widerständigkeit, Selbstbewusstsein und der Anspruch, eine eigene Stimme zu finden und zu behaupten: All das macht Trikont schon lange aus. In wie weit hilft Ihnen dieser Spirit dabei, auch vor Corona nicht ganz in die Knie zu gehen?
Dieser Spirit hilft ungemein, bzw. ist es ja eher so, dass wir gar nicht anders können – ist eben ein schon lange eingeübtes Muster – weiterzumachen, egal was passiert.

Ständig muss man als Veranstalterin derzeit die aktuellen Behörden-Verlautbarungen ausdeutschen, kreative Lösungen finden, umplanen, verschieben, hoffen: Wie sehr gehen Stress, Unsicherheit und Groll aktuell an die Nieren?
Natürlich stresst das alles ziemlich, und diese Unsicherheiten machen auch nervös. Ärgerlich ist vor allem, wie dabei viel zu lange die Kultur an den Rand gedrängt und scheinbar erstmal gar nicht wahrgenommen wurde. Kultur ist ein Lebensmittel, auch wenn das manche nicht so sehen – und da müssen endlich die Gelder hinfließen und gerecht verteilt werden.

Was sind aktuell Ihrer Meinung nach die wichtigsten Forderungen für Trikont-Künstler, Kollegen und die Branche, was die Rettung kultureller Vielfalt angeht?
Unterstützung, Unterstützung, Unterstützung. Finanziell und Logistisch – Kreative Lösungen sind gefragt, und da muss dann die Bürokratie auch mal a bissl flexibler sein und sich was trauen. Und zwar nicht, indem man mit der aktuellen Situation leichtsinnig umgeht, sondern indem man den Kopf freimacht und kluge Ideen entwickelt. Und da sind wir bei Trikont und viele andere sicher auch, schon sehr am Nachdenken und Planen.

Interview: Rupert Sommer

Info: Unter dem Motto „Musik, Krawall und andere schöne Künste“ ist die Trikont-Ausstellung, eine Vinyl-Zeitreise durch bewegte Jahrzehnte, ab sofort bis 8. September zu den schön schrägen Valentin-Karlstadt-Musäumszeiten von Montag bis Sonntag 11.01 bis 16.59 Uhr geöffnet (Mittwochs ist geschlossen). Zusammengestellt hat sie Kalle Aldis Laar.

www.valentin-musaeum.de

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