Christopher Street Day

CSD Pride Week 2020: Keine Parade, dafür Demo-Spots und Livestreams

Auf den gewohnten Demonstrationszug zum Christopher Street Day müssen wir dieses Jahr verzichten, dafür lassen sich die Veranstalter aber alternative Lösungen einfallen.

Das Coronavirus hat auch auf die Gay-Pride-Bewegung weltweit Auswirkungen. Hunderte von Umzügen und Veranstaltungen wurden abgesagt oder zumindest verschoben. München kommt da mit seiner Pride Week zum Christopher Street Day scheinbar noch halbwegs glimpflich davon. Das Ganze fällt zumindest nicht komplett ins Wasser. 40 Jahre nach der allerersten Politparade für die Rechte von Schwulen und Lesben kann am Samstag, den 11. Juli immerhin eine abgespeckte Version der üblichen Aktionen stattfinden.

Die lokalen CSD-Veranstalter von den vier sozialpolitischen Vereinen Münchner Aids-Hilfe, LeTRa, Rosa Liste und Sub machen ihr Anliegen in ungewöhnlichen Zeiten mit einer kreativen Lösung, die auch den Pandemieverordnungen entspricht, sichtbar. Vorab angemeldete LGBTI-Gruppen oder Vereine sollen sich diesmal dezentral an vielen fixen Positionen (Demo-Spots) in der ganzen Innenstadt verteilen, also nicht an einem zentralen Ort versammeln. Sie demonstrieren mit Bannern und Schildern, verzichten dabei aber auf Musik, Ansprachen und jede Art von Inszenierung, die zum längeren Verweilen und damit zu gefährlicher Gruppenbildung verleiten könnte. Weitere Details werden gerade noch mit den Behörden geklärt.

Insgesamt läuft die „Pride Week 2020“ unter dem CSD-Motto „Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark!“ vom 4. bis 12. Juli. Interessenten finden alle vorab gemeldeten Veranstaltungen, Angebote und Aktionen im Online-Kalender auf der Webseite www.csdmuenchen.de, wo zugleich auch der offizielle (und lesenswerte) „Pride Guide“ als PDF-Download zu haben ist.

Livestreams vom CSD-Samstag (11. Juli ab 12 Uhr) mit Musik, Diskussionen, Kurzfilmen und Performances aus dem neuen lesbisch-queeren Zentrum LeZ sowie später aus dem Harry Klein, dem NY.Club, vom Playground-Onlineevent und aus dem Folks zeigen wir übrigens auch auf der Facebook-Seite von in münchen.

Immerhin ein paar Lichtblicke und feiner Sound in schwierigen Corona-Zeiten, auch wenn keine klassische Politparade, kein Straßenfest und kein Rathaus-Clubbing stattfinden kann. Damit fällt für die Organisatoren übrigens auch der Hauptteil der Einnahmen weg. Mehr denn je sind sie dieses Jahr also auf Unterstützung von außen angewiesen. Daher haben sie auch extra eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext (www.startnext.com/csdmuenchen) initiiert.

Wer auf anderem Weg helfen möchte, kann den Machern auch mit dem Kauf von T-Shirts, Hoodies und Turnbeuteln unter die Arme greifen. Hier geht‘s zum entsprechenden Onlineshop: spreadshirt.de/csdmuenchensupportshop.

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