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Miesbach – echt, liebenswert und unterschätzt

Miesbach Innenstadt
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Miesbach – entschleunigt shoppen und genießen

Ausflugsziel Miesbach - entspannte Radlpausenstation mit urigen Wirtschaften und Biergärten, bunte Märkte und Zentrum der echten Trachten

Einkaufen in Miesbach - Märkte & Trachten: Obwohl Miesbach das Herzstück des Oberlandes ist, muss es sich meist bescheiden wegducken, wenn Tegern- und Schliersee den touristischen Ring betreten. Gut so. Dafür geht’s hier noch ursprünglich zu in den kleinen Gasserln mit den gemütlichen Cafés und urigen Gasthöfen. In Sachen Trachten gibt das Städtchen allerdings weltweit den Ton an und jeden Donnerstag ist hier ab 6.30 Grüner Markt mit verführerischen Produkten frisch von den Feldern. 

Grüne Märkte - aus der Region für die Region

Es ist noch dunkel, wenn am Donnerstagmorgen die ersten schwer beladenen Fahrzeuge auf den Unteren Markt fahren. Und dann geht alles schnell. Während die Verkaufsteams die Seitenwände hochklappen, bauen die anderen Händler die typischen Marktstandl auf. Bald flattern die Markisen und die Stiegen sind ausgeladen. Wenn sich dann kurz vor 7.00 die ersten Kunden unter dem Maibaum einfinden, liegt die Ware verführerisch bereit. Frisch vom Erzeuger in die Einkaufskörbe. Gemüse, Obst, Fleisch, auch Käse und andere Milchprodukte z.B. von der renommierten Naturkäserei TegernseerLand. Aber auch feines Fladenbrot, selbst angemachte Pasten für den Vorspeisenteller, pikant eingelegtes Gemüse u.v.m. Und alles darf selbstverständlich vorher probiert werden. Grüner Markt immer donnerstags 6.30 bis 13.00 am Marktplatz

Grüne Märkte – vom Feld taufrisch in den Einkaufskorb

Ois Bio? Das Miesbacher Oberland ist seit 2015 staatlich anerkannte Ökomodellregion und 30 Prozent der Höfe sind Biobetriebe. Letztes Jahr erschienen der umfangreiche Einkaufsführer „Wos guads ausm Miesbacher Oberland”, der auf über 60 Seiten ausführlich zu den Betrieben informiert – Gemüse- oder Milchbauern, Kräuterhöfe, Fischereien, Hofläden u.v.m.

Identitätsmerkmal Tracht

Nicht nur die „echte“ zählt – Miesbach lebt für seine Trachten, für die von der Stange und für die maßgefertigten, die aufwendigen und die einfachen – nur von hochwertiger Qualität müssen sie sein. Unzählige Handwerksbetriebe tummeln sich in den Gässchen der Innenstadt, Läden von Dirndlschneiderinnen wie Angelika Erler (Dirndl & Tracht), bei der jedes Stück als liebevolle Maßanfertigung die Nähstuben verlässt und bei der man sich auch einen original Schalk anpassen lassen kann, der Laden vom Säckler Moser und der vom Platzhirsch Trachtenhaus Jäger, vom Schuster Egger u.v.m. Besonders strapazierfähig und dabei ganz außergewöhnlich weich sind z.B. die Lederhosen der Firma

Eichermüller. Hirsche aus der Region und Sämischgerbung stecken hinter dem Geheimnis und für ab 580 Euro gibt’s hier einen lebenslangen Begleiter. Und sogar der Premium-Trachtenhersteller Gössl gönnt sich eine Dependence in der Höhle des Loden-Leder-Löwen im Oberland.

Karriere weltweit – die traditionelle Miesbacher Tracht

Trachten in Miesbach – hier geboren

Authentisch, bayerisch, liebenswert – hellgrau ist sie, mit derben Hirschhornknöpfen und ohne Rückenfalte. Die „Miaschbecker Joppn“- seit der vorletzten Jahrhundertwende das Synonym für Bayerische Tracht schlechthin und weltweit ein Symbol für ganz Deutschland. Dazu trägt Mann natürlich die Lederne aus Hirsch-oder Spaltleder und ein „Pfoad“, das Hemd aus Leinen oder Baumwolle. Jäger und Holzknechte sollen sie im 19. Jahrhundert herübergebracht haben aus dem Tirolerischen die sogenannte Gebirgstracht ins Oberland rund um Miesbach. Unser Kini und seine Familie haben sie gesellschaftsfähig gemacht und das erzbischöfliche Ordinariat in München hat das kurze Beinkleid immerhin noch 1913 für sittenwidrig erklärt. Was „echte“ Tracht ist, wurde erstmals 1905 schriftlich festgehalten.

Am schönsten der Schalk - ein Festtagskleid für Frauen mit opulenten schwarzen Oberteilen (Janker) und Röcken (Kittl) aus Seidenbrokat. Er wird bei religiösen, trachten- und festlichen Anlässen getragen. Alleine für die Garnier (um den Hals- und Rückenausschnitt) werden ca. 50 Meter Spitze und vier Meter Stoff in aufwendiger Handarbeit, in Rüschen oder engen Falten gelegt, verarbeitet.

Kreative regionale Küche im Culinaria beim Waitzinger Keller

Anreise und Gastrotipps: Gasthöfe und Restaurants gibt in allen Kategorien wie z.B. den Bräuwirt oder das erstklassige Culinaria beim Watzinger Keller u.v.m. Wer mit der Bahn unterwegs ist, darf sich auch mit einer gehaltvollen „Muospacher Bockfotzn” belohnen, einer Weißbierspezialität mit acht Prozent Alkohol aus der örtlichen Brauerei Hopf. Anreise im Einstundentakt günstig mit dem Guten Tag Ticket der BOB für ab 11.- €.

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