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Wegfall aller Corona Regeln in der Nacht auf Sonntag: So reagieren die Clubbetreiber!

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Von: Andreas Platz

Auch die Maskenpflicht entfällt in der Nacht von Samstag auf Sonntag...
Auch die Maskenpflicht entfällt in der Nacht von Samstag auf Sonntag... © AdobeStock

In der Nacht von Samstag auf Sonntag fallen um Mitternacht schlagartig alle Corona-Regeln für die Clubs – ein Grund nachzufragen, wie einige Münchner Clubs dies handhaben.

Peter Fleming, Geschäftsführer vom Harry Klein Club: 

„Wir werden von Samstag auf Sonntag ab 0.01 Uhr die Kontrollen weglassen, insofern es zu keinen weiteren Ideen der bayerischen Staatsregierung kommt. Ab kommender Woche lautet es dann in unseren Veranstaltungen:
Aktuelle Hygiene-Maßnahmen: keine, außer die Staatsregierung ändert dies kurzfristig. Hier unsere Empfehlung:
Lieber Gast, wir freuen uns gemeinsam mit dir, dass es ab dem 3. April 0.00 Uhr keine weiteren Hygine-Maßnahmen mehr geben wird. Das hat jedoch zwei Seiten. Zum Einen entlastet es uns alle von den lästigen Suchen, was nun genau richtig ist und wie man sich selbst genau einzuordnen hat. Zum Anderen erhöht sich für diejenigen die Gefahr, die in den Club gehen und nicht immunisiert sind. Darauf möchten wir dich ausdrücklich hinweisen. Die Ansteckungsgefahr im Club ist aufgrund der Enge naturgemäß größer. Jeder der die Corona Warn App hat kann davon berichten, dass diese nach einem Club- oder Konzertbesuch auf rot steht. Personen, die nicht ausreichend immunisiert sind, setzen sich deshalb einem deutlich erhöhten Risiko aus. Bitte handle deshalb eigenverantwortlich: prüfe ob du Krankheitssymptome hast und bleib im Zweifel lieber zuhause, um andere Menschen zu schützen. Ebenso hilft es sich immunisieren zu lassen. Dies ist für die Kulturbranche auch aus einem weiteren Grund sehr wichtig: Wir sehen die Gefahr, dass es im Herbst erneut zu Lockdowns/Schließungen kommen wird, wenn die Quote der Immunisierten nicht deutlich steigt. Die aktuellen Zahlen für München sind bedenklich. Danke für die Aufmerksamkeit und bleib’ gesund.“

Freez, Partymacher vom Kauz Club:

Der gerade vor zwei Wochen eröffnete Kauz Club hält sich kurz und bündig an die neuen Regeln. „Wir halten uns an die Politik der Politik“, so Freez vom Kauz Club, der dort unter anderem mit seiner regelmäßigen Clubnacht „Panda Party“ im Boot ist.

Ken Koch, Geschäftsführer vom NY. Club: 

„Am Freitag und Samstag lassen wir es noch bei 2G+. Wir werden am Samstag weiter kontrollieren, aber nach Mitternacht den Einlass nicht mehr streng nach 2G+ machen. Sollte jemand also ohne die üblichen Nachweise sein, kein Problem. Ansonsten warten wir für das Wochenende 08./09.04. ab, was noch von unserer Staatsregierung kommt. Intern würde sich übrigens mein Team und auch viele Gäste weiterhin eine 2G / 2G+ / 3G Regelung für den Clubbesuch wünschen. Bisher gab es deshalb auch keine Problem. Unsere Gäste kamen jedes Wochenende in Scharen“, so Ken Koch.

Roman Lehmann, Clubmanager beim Pacha:

„Wir werden die Kontrollen des Impfstatus (2G+) in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit dem Wegfall der Corona-Maßnahmen einstellen. Wir freuen uns sehr über diesen langen erwarteten Schritt in Richtung Normalität und halten es für nur schwer vermittelbar weiterhin Kontrollen für Maßnahmen aufrecht zu erhalten, die nach Maßgabe der politisch verantwortlichen nicht mehr notwendig sind. Dennoch blicken wir nicht ganz ohne Sorge auf den Wegfall aller Maßnahmen, insbesondere in Bezug auf das hohe Infektionsrisiko von und durch nicht-immunisierte Personen. Wir Appellieren daher an unsere Gäste: Lasst euch impfen, lasst euch Boostern! Zu eurem eigenen Wohl, zum Wohle der anderen Gäste und zum Wohle der Kulturbrache. Denn das schlimmste, was uns passieren könnte, wäre ein erneuter Lockdown im Herbst mit all seinen nun bekannten Folgen wie die Arbeitslosigkeit unserer Mitarbeiter und den wirtschaftlichen Folgen für unseren Betrieb. Man kann sicherlich aus vielen Perspektiven darüber diskutieren, ob wir die Maßnahmen als Club nun eigenverantwortlich aufrechterhalten sollten und es gäbe sicherlich subjektiv ebenso viele Argumente dafür, wie dagegen. Wir erleben das gerade ja medial in Bezug auf die Supermärkte und die mediale Diskussion darüber, inwieweit diese die Maskenpflicht nun eigenständig per Hausrecht aufrechterhalten sollten oder nicht. Jedoch sind wir eben „nur“ Clubbetreiber und keine Wissenschaftler und müssen und wollen und auf die Verantwortungsträger in dieser Pandemie verlassen können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Clubs eben nicht die Treiber der Pandemie waren, halte ich es für nicht angebracht uns nun den schwarzen Peter zuzuschieben, nach dem Motto „regelt halt jetzt mal selbst“. Das führt nur zu einem gigantischen Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen in verschiedensten Betrieben, die in maximaler Verunsicherung unserer Gäste münden, deren Unmut wir als Club abbekommen. Ich darf daran erinnern, dass es nicht mal 16 Bundesländer untereinander geschafft haben, einheitliche Regelungen zu beschließen und umzusetzen. Und jetzt wird von tausenden Betrieben erwartet, eigenverantwortlich Regelungen zu treffen?
Wir waren schon immer ein Ort, an dem man Abstand von den Sorgen des Alltags gewinnen konnte und kein Ort, der sich anmaßt, nun selbst zur Sorge des Alltags zu werden indem wir uns zum politischen Spielball machen lassen.“

Skadi Schabacker, Betreiberin vom Palais Club: 

„Ich persönlich glaube noch nicht daran, dass es dabei bleibt. Deswegen haben wir uns auch noch keine Gedanken gemacht… Wir orientieren uns an einer Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht. Ich gehe ich davon aus, dass ein ganzes Bundesland als Hotspot deklariert werden kann, wie es Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gerade getan haben. Und wenn das zulässig ist, dann wird es sich Bayern nicht nehmen lassen, sich ebenfalls als Hotspot zu deklarieren. Das hat dann wieder Konsequenzen. Wir hoffen das Beste und rechnen mit dem Schlimmsten…“

Alexander Spierer, Besitzer vom Sweet Club:

„Die Sinnhaftigkeit erschießt sich mir nicht, bis Mitternacht zu kontrollieren und danach nicht mehr. Da sich die Gäste im Club ja dann später sowieso wieder mischen. Wer hätte gedacht, dass ich als Clubbesitzer sage, ich wünschte mir, dass wir noch etwas warten würden! Denn die Zeit gibt es aus meiner Meinung nach noch nicht her und ich wäre froh, wenn wir das Ganze etwas kontrollierter machen würden. Aber gut, wenn die Politik so uneinig ist und selber keinen Plan hat, muss ich sagen machen wir es so: Diese eine Nacht noch kontrollieren und dann das Wochenende darauf ist ohne Kontrollen!“

Hinweis: Nicht jeder befragte Club wollte sich in Bezug zu dem Maßnahmen-Wegfall öffentlich äußern.

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