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14 Jahre Rote Sonne - Feiern in sechs Nächten

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Peter Wacha / Rote Sonne

Das Münchner Electro-Eldorado Rote Sonne zählt seit 14 Jahren zu den strahlenden Sternen im Nachtleben. Ab Donnerstag feiert der Club mehrere Abende lang seinen Geburtstag.

Können Discos eigentlich auch in die Pubertät kommen? Nimmt man die rebellische Grundeinstellung und das Entwickeln von Eigenständigkeit als Maßstab, dann steckte die Rote Sonne eigentlich von Anfang an in der Pubertät. Gestresste Eltern oder stressresistente Ältere wie die Techno-Ikonen Laurent Garnier, Jeff Mills oder Dave Clarke gab‘s auch seit jeher zu beobachten. Zur nächtlichen Pubertät passt dann irgendwie auch, dass der Club seinen Geburtstag traditionell immer auf mehrere Tage ausdehnt, sich also nicht mit einmal Kerzen ausblasen begnügt.

So auch dieses Jahr. Am Donnerstag, den 18. Juli geht der Gratulationsmarathon mit der „Late for Work“-Nacht und einem Back-to-back-Set der DJs Eric Kewitz und H.B.C. los. Einen Abend später wirbelt dann die Power-Posse von Untreated mit vollem Schub durch den Kellerclub. Und am Samstag ist als Hauptact Locked Groove eingeladen, der belgischstämmige Wahlberliner, der seinem Künstlernamen getreu seit gut einem Jahrzehnt stetig Nummern mit Ohrwurmcharakter und hohem Tanzbarkeitsfaktor produziert.

Die Woche drauf geht‘s mit den Feierlichkeiten am Donnerstag weiter. Dann steht schon ab 21 Uhr ein HipHop-Showcase mit Live-Acts auf dem Zettel: nämlich Rap- und Trap-Produzent Naru, HipHop-Leckerbissen Caramelo und DJ Jurek 3000. Einen Tag später nehmen die Counterweight-Jungs das Zepter in die Hand und holen mit Bas Mooy aus Rotterdam eine der legendären Figuren des Dark Techno und den Gründer des Labels Audio Assault nach München. Und zu guter Letzt ist die „Live from Earth“-Crew aus Berlin an der Reihe und macht am Sonntagmorgen schließlich das Licht aus.

Dabei hilft ihnen natürlich Clubbetreiber Peter Wacha, der in dieser Nacht auch unter seinem DJ-Pseudonym Upstart auf der Terrasse den zweiten Floor beschallt. Der Außenbereich wird übrigens an allen sechs Abenden als eigene Sound-Area fungieren, wie uns der Gründer des Plattenladens Optimal im Interview verriet. Was er sonst noch alles zu sagen hatte, lest ihr hier:

14 Jahre Rote Sonne – hättest du das am Anfang erwartet, dass der Club so lange existieren würde?

Doch, denn unsere Musik ist nachhaltig, wie auch unsere Personalpolitik. Wir haben das Projekt von Anfang an langfristig angelegt. Und inzwischen wurde unser Pachtvertrag schon zum dritten Mal verlängert, wieder für weitere sieben Jahre.

Wenn du 14 Jahre zurückblickst und die damalige Situation mit heute vergleichst: Was hat sich in der Roten Sonne und bei den Geschmacksvorlieben verändert?

Es hat natürlich ein Generationswechsel stattgefunden, das ist etwa alle zehn Jahre so. Heute fehlen uns viele der Leute, die damals ausgegangen sind. Die fahren inzwischen am Wochenende lieber in die Berge. Wenn Konzerte bei uns stattfinden, dann sieht man sie eher mal wieder. Und ansonsten ist natürlich eine Revolution im Musikkonsum festzustellen, siehe Spotify und Co. Die Leute gehen musikalisch nicht mehr so in die Tiefe. Sie kommen auch nicht mehr so eindeutig wegen bestimmter Labels und Künstler, sondern es sind eher einzelne Partyreihen, die sie unabhängig vom DJ anziehen. Außerdem ist der HipHop-Bereich insgesamt viel stärker geworden.

Befindet sich das Münchner Nachtleben eigentlich gerade in einer guten Phase oder eher nicht?

Das Münchner Nachtleben war schon immer in einer mäßigen Phase. Es hat sich über die Jahre eigentlich nichts groß verbessert, im Gegenteil. Einige Clubs müssen zumachen, weil die Mieten erhöht werden. Viele Vermieter haben einfach wenig Verständnis für unsere Kultur, die lassen sich höchstens noch auf Zwischennutzungen ein, was nebenher auch das Image etwas aufpoliert.

Ihr feiert wieder mehrere Tage lang Geburtstag, das hat ja schon Tradition. Wie kam das eigentlich?

Wir haben unseren Geburtstag auch schon mal zehn Tage gefeiert, das hat sich irgendwann halt so ergeben. Dieses Jahr wollten wir uns aber auf zwei Wochenende konzentrieren und haben viel Geld ins Booking gesteckt, um ein ziemlich buntes Programm auf die Beine zu stellen.

Auf welchen Künstler oder Abend freust du dich besonders?

Auf die „Live from Earth“-Party am zweiten Samstag. Das ist eine wilde Clique, die haben keine Angst davor, einen Mix zwischen krassem Acid und klassischem Chicago House hinzulegen. Das gefällt mir.

Rote Sonne, Maximiliansplatz 5
Do-Sa, 18.-20. Juli, 23 Uhr, www.rote-sonne.com

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