Interview & Eventtipp

Interview mit Jens Poenitsch: „Teadance ist so was wie der Abschiedskuss der Woche“

Bernd Jakopic (vorne) und Jens Poenitsch (hinten)

Das erfolgreiche DJ-Duo Poenitsch & Jakopic hat eine neue sonntägliche Tanztee-Veranstaltung im NY.Club etabliert und einige weitere Projekte in der Pipeline.

Bei den Munich Nightlife Awards 2016 räumten sie als DJs in der Kategorie House & Techno den ersten Preis ab, und ihre Interpretationen der alten Hits „The Last Unicorn“ und „Fly Robin Fly“ fanden in den letzten Monaten in den Clubs viel Anklang. Doch auf diesen Lorbeeren wollten sich Jens Poenitsch und Bernd Jakopic keineswegs ausruhen.

An Ostern starteten sie deshalb zusammen mit Ken Koch vom NY.Club und den beiden jungen Veranstaltern Matthias Haaf und Quirin Wanninger ihre monatliche „Teadance“-Party. Am 3. Juni findet nun die dritte Auflage des Events im NY.Club und auf der schönen Terrasse davor statt. Wir sprachen im Vorfeld mit Jens Poenitsch über die Veranstaltung und die weiteren Pläne des Duos.

Ihr lasst den sonntäglichen Tanztee wieder aufleben, wie kommt‘s?
Im alten Café Iwan an der Sonnenstraße gab‘s vor vielen Jahren schon eine Veranstaltung am Sonntag, die recht früh losging. Dort waren wir einmal gebucht, und es war wahnsinnig lustig. Daher kamen wir auch auf die Idee, etwas Vergleichbares mal selber zu machen. Im Café am Hochhaus hat das dann sehr gut funktioniert, das hat sich als richtiger Dauerbrenner herausgestellt. Und jetzt führen wir diese Tradition im NY.Club fort, weil sich dort eine neue Türe für uns geöffnet hat.

An wen richtet sich der Teadance?
Für uns ist das so etwas wie der Abschiedskuss der Woche. Es ist also keine Zerstörer-Afterhour, sondern eine Party, auf der wir leicht bekömmlichen, entspannten elektronischen Sound spielen, der nicht alles plattwalzt. Also genau das Richtige für Aufgeweckte wie für Durchmacher, egal ob homo oder hetero. Wer in den ersten zwei Stunden kommt, bekommt sogar einen Longdrink for free.

Was ist sonst noch alles geboten bei euch jeden ersten Sonntag im Monat?
Neben unserem Sound natürlich die tolle Terrasse, die ein totales Ibiza-Gefühl verströmt. Drinnen ist fast alles rosa dekoriert, es gibt Etageren mit süßen, fiesen Sachen drauf und Tee-Kreationen mit frischen Früchten und ordentlich Gin drinnen. Die braucht man nur anschauen, dann bist du schon glücklich.

Neben dem Teadance habt ihr noch einen zweiten regelmäßigen Event namens „Frau Schygulla träumt“ im Palais. Für unsere jungen Leser: Wer ist denn eigentlich diese Frau Schygulla?
Hanna Schygulla ist eine Schauspielerin, sie war in den 1970er-Jahren gewissermaßen die Muse von Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Und wir haben uns ihren Namen ausgeliehen für unsere Partyreihe, die alle acht bis zehn Wochen im Palais stattfindet und zu der wir immer gerne frische Talente mitbringen. Beim nächsten Mal am 16. Juni spielt Benjamin Takats an unserer Seite.

Eure Gigs sind etwas rarer geworden im Vergleich zu früher, dafür seid ihr mehr im Studio. Mit „The Last Unicorn“ habt ihr einen überraschend großen Hit gelandet, obwohl ihr anfangs auf eine gewisse Skepsis gestoßen seid. Erzähl doch bitte mal...
Die Scheibe ist ja auf DJ Linus‘ Label Sujet erschienen, wo sonst eher undergroundige House-Sachen mit wenig Vocals veröffentlicht werden. Da das Original wirklich unfassbar schnulzig klingt, war Linus anfangs sehr skeptisch. Er besaß dann aber doch die nötige Ironie und den Mut, das zu veröffentlichen, was vielleicht auch daran lag, dass seine Tochter den Song gut fand. Überhaupt lieben vor allem die Frauen „The Last Unicorn“. Bei unserer Nachfolge-Single „Fly Robin Fly“ ist es ganz ähnlich. Da hab ich den Refrain übrigens immer wieder mal über die Beats drüber gesungen, die mein Kollege Bernd gerade aufgelegt hat, um ihn ein bisschen zu ärgern. Irgendwann haben wir dann gesagt, daraus sollten wir eine eigene Version machen. Ein Remix davon hat sogar in den Sets von Richie Hawtin und Robert Owens seinen Platz gefunden. Das hätte ich ja niemals erwartet, das ist natürlich ein Ritterschlag.

Neben dem Label Sujet veröffentlicht ihr auch viele Tracks auf Karmaloft. Wie kam es zu dieser Kooperation?
Der Kontakt kam über DJ Enne zustande, als wir einen Remix für seine Single „Allein“ gemacht haben. Bei dieser Gelegenheit haben wir den Labelchef Florian Lüttich kennengelernt, der mit viel jugendlicher Frische und Weltoffenheit an die Sache rangeht. Er meinte zu uns, unser deutschsprachiger Elektro-Kram wäre viel zu intelligent und aufwändig, aber unsere Livesets wären so wahnsinnig geil. Das hat uns tatsächlich dazu gebracht, uns von alten Paradigmen und Denkmustern zu lösen und unseren Stil noch einmal neu zu justieren.

Aktuell seid ihr weiterhin viel im Studio, was ist gerade in der Pipeline bei euch?
Für Karmaloft machen wir gerade einen Remix, genauso für DJ Supamario aus Nürnberg und für Joris Dee auf dessen amerikanischem Label. Außerdem haben wir für DJane Aroma, unsere alte Münchner Wegbegleiterin, die ja jetzt in Berlin lebt, einen sehr sommerlichen Song geschrieben. Und Richtung Herbst/Winter liebäugeln wir damit, ein neues Kooperationsprojekt namens „Animal Dance“ zu starten. Das soll dann in die Richtung High-Quality-Pop gehen, also mehr Mainstream, aber ohne Schadstoffe.

Teadance, NY.Club, Elisenstr. 3
So, 3.6., 18 Uhr, www.nyclub.de

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