Eventtipp & Interview

25 Jahre Rave on Snow: Lebende Techno-Legende

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Feiern am Schattberg

Ein echtes Überbleibsel aus der Partykultur der Neunziger feiert Mitte Dezember sein 25-jähriges Jubiläum: das elektronische Musikfestival Rave on Snow.

Die Veranstaltung hat ihre Wurzeln bekanntermaßen in München, ist bis heute unabhängig, und ihre Macher sind immer noch die gleichen wie vor einem Vierteljahrhundert: Bob Sharestani und Thomas Kleutgen, einigen noch als die Partysanen ein Begriff. Sie waren schließlich auch die Chefs des gleichnamigen Magazins im Taschenformat, des „Partysan“. Vor 25 Jahren hatten sie die Idee, einen Rave auf Eis und Schnee in Österreich zu veranstalten.

Was damals noch klein und überschaubar anfing, ist heute eines der wichtigsten Festivals für elektronische Musik und somit eine Konstante im Eventkalender. Der Wohnort der Partysanen blieb währenddessen nicht konstant, Kleutgen und Sharestani leben schon seit vielen Jahren in Berlin, freuen sich aber jeden Dezember auf ihre Rückkehr in alpine Regionen. Im Salzburger Land versetzen sie den Ort Saalbach für ein Wochenende in einen Ausnahmezustand. Hotels voller Raver, am Dorfplatz eine bombastische Open-Air-Bühne, das Parkhaus und die Sporthalle umfunktioniert zu Indoor-Stages für angesagte Acts – das ist Rave on Snow!

Dieses Jahr mischen vom 13. bis 16. Dezember fast 80 DJs mit und werden die Menge in Saalbach wieder mal in totale Ekstase versetzen. Von A wie Aka Aka angefangen über Chris Liebing, Claptone, Oliver Koletzki, Lexer, Magdalena, Moonbootica, Niconé, Pan-Pot, Tube & Berger und Umek bis hin zu Z wie Zenker Brothers lässt das Line-up fast keine Wünsche offen. Tagestickets kosten zwischen 25 und 55 Euro, der Wochenend-Pass zwischen 85 und 95 Euro zzgl. Gebühren.

Wer schon mal das Rave on Snow-Feeling vorkosten möchte, kann diesen Freitag auch schon ins Hearthouse gehen. Im Privatclub Circle of Trust versammeln sich Smash TV, Domenic D‘Agnelli und Tonio Barrientos hinterm Mischpult. Unterstützt werden sie von Genji Yoshida und Haeppy Van Mazn.

Bob Sharestani und Thomas Kleutgen

Rave on Snow-Veranstalter Thomas Kleutgen kommt diesen Freitag zwar nicht nach München, aber er stand uns immerhin in einem Telefoninterview Rede und Antwort.

Ein Vierteljahrhundert ravet ihr schon. Das hättet ihr vor 25 Jahren wahrscheinlich nie erwartet, dass es so lange läuft, oder?

Kleutgen: Das hätten wir wirklich nicht gedacht. Das Ganze ist ja aus einer Spaßlaune heraus entstanden. Anfangs waren wir auch eine reine Münchner Posse. Und dann wurde das Ganze eben immer größer.

Welche Erinnerungen hast du an die ersten Jahre noch?

Kleutgen: Es war eine bewegte Zeit. Wir haben die ersten Jahre teilweise noch in Pensionen mit Familienanschluss übernachtet, also ganz bodenständig. Damals war es überhaupt noch recht entspannt und locker, heute haben wir viel mehr Verantwortung und damit auch Stress. Als wir immer größer wurden, hat man schon deutlicher gemerkt, dass da zwei Welten aufeinanderprallen. Es gab schon immer wieder mal ein paar aufgebrachte Hoteliers, denen das zu viel wurde. Seit sechs Jahren bewegen wir uns auf einem Niveau, das auch nicht mehr größer werden sollte. Und das ist auch gut so. Wir wollen das familiäre Ding behalten und nicht den Spirit verlieren.

Auf welche Acts freust du dich persönlich dieses Jahr ganz besonders?

Kleutgen: Umek war noch nie bei uns, auf ihn freue ich mich sehr. Alle anderen dürften zumindest schon einmal dabei gewesen sein, so wie Oliver Koletzki, Claptone oder Pan-Pot. Die waren damals, als wir sie das erste Mal gebucht haben, noch im unteren Teil des Rankings. Inzwischen sind sie Headliner. Was mir immer wieder auffällt: Unsere Künstler haben alle extrem viel Spaß bei Rave on Snow. Sie rufen auch nicht die normalen Gagen auf. Das ist wirklich ein großes Entgegenkommen, für das wir sehr dankbar sind.

Dieses Jahr wird‘s auch drei neue Spots geben. Welche Locations sind das?

Kleutgen: Da will ich noch gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Nur so viel: Je holziger, desto besser. Wir brauchen keinen Glamour beim Feiern. Zwei der neuen Locations sind also ziemlich rustikal, die dritte irgendwo zwischen Tradition und Moderne.

Bleibt bei all dem Orga-Stress eigentlich noch Zeit für Skifahren oder Snowboarden?

Kleutgen: Ich bin sowieso nicht der große Skifahrer oder Snowboarder. Also konzentriere ich mich voll auf die Organisation. Aber nach insgesamt zwei Wochen in den Alpen freuen wir uns dann doch jedes Mal wieder auf die Stadt.

Ihr lebt ja inzwischen in Berlin. Aber die Verbindungen zur alten Heimat München sind noch vorhanden, oder? 

Ja, sicher. Da gibt‘s schon noch ein paar alte Seilschaften, die immer noch bestehen, z.B. unsere Technikfirma. Oder auch unseren Booker Domenic D‘Agnelli, wobei es den inzwischen von München nach Wiesbaden verschlagen hat.

Der Centercourt

Bist du noch öfter in München und verfolgst das hiesige Nachtleben oder ist das ganz weit weg für dich? 

Kleutgen: So zwei oder drei Mal im Jahr bin ich schon noch in München. Aber viel Weggehen ist da nicht mehr. Seitdem ich ein Kind habe, hat sich auch der Bedarf an Nachtleben-Aktivitäten verändert. Aber so ein paar Events tagsüber nehme ich schon noch manchmal mit.

Dieser oftmals aufgestellte München-Berlin-Vergleich hinkt ja ziemlich. Wie stehst du dazu?

Kleutgen: Ach, jede Stadt hat etwas für sich. In München ist mir die Arbeitsweise lieber. Da sagen die Leute auch in nicht so einfachen Situationen „Passt scho“, während sie in Berlin eher antworten „Wie soll das denn gehen?“. Aber in den letzten Jahren hat sich Berlin auf jeden Fall professionalisiert.

Wie beurteilst du das geänderte Ausgehverhalten, speziell auch vor dem Hintergrund, dass sich kaum jemand mehr Tipps aus Printmedien holt. Euer Partysan-Mag musste ja auch eingestellt werden … 

Kleutgen: Das sind eben die Nebenwirkungen der Digitalisierung. Ich muss aber rückblickend sagen, das Zeitschriften machen war für uns ein maßgeblicher Lebensabschnitt, das hat viel Spaß gemacht. Wir waren viel unterwegs, es war eine dynamische Zeit damals.

Neben Rave on Snow veranstaltet ihr auch den „Thai Break“. Wie lange gibt‘s dieses Event inzwischen und was liegt dir mehr – feiern bei Eis & Schnee oder am Strand? 

Kleutgen: Der Thai Break ist jetzt auch schon im 20. Jahr angekommen. Das Durchschnittsalter unserer Gäste liegt heute bei 36 Jahren. Wir haben inzwischen sogar einen Nanny-Service, fast schon eine spießige Entwicklung. Und wenn du mich fragst, ob Schnee oder Strand, dann hält sich das bei mir persönlich die Waage. Alles zu seiner Zeit.

Rave on Snow 25 Years Tour, Fr, 23. November, 23 Uhr Hearthouse (Lenbachplatz 2)

25 Jahre Rave on Snow, Do-So, 13.-16. Dezember Saalbach-Hinterglemm (Österreich) https://raveonsnow.com

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