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Nußbaumpark - Feiern am Un-Ort

Der Aufbau im Nußbaumpark läuft...

Bereits zum zweiten Mal bespielt ein Team rund um Zehra Spindler den Nußbaumpark am Sendlinger Tor. Wir haben alle Infos und ein Interview für Euch!

Zwischennutzungen sind Zehra Spindlers Spezialität. So bespielte sie zum Beispiel das Puerto Giesing oder Art Babel. Zehra Spindler hat immer etwas zu tun, man kennt sie auch von der „Nerd Nite“ und sie gab vor kurzem für das Deutsche Museum einen Vortrag über „Third Places“, spezielle Orte, an denen Dinge entstehen können, an denen man sich vernetzt.

Nun kehrt sie wieder in erster Reihe an einen solchen Ort, an dem etwas entsteht, zurück: Den Nußbaumpark, den sie mit den Partnern ihrer GmbH Urban League bereits im Sommer 2018 unter ihre Fittiche genommen hatte.

Was macht den Nußbaumpark so geschmeidig, wie es das Motto „Make Nußbaumpark gschmeidig again!“ verheißt?
Überhaupt erst einmal, dass sich Veranstalter dort hin trauen und diesen Un-Ort bespielen. Und dann ganz viel Herzblut hinein stecken, um den Park ein bisschen liebens- und lebenswerter zu machen.

Ein Un-Ort?
Der Nußbaumpark wird ja auch gern mal als Junkie-Park tituliert. Es gibt oft Probleme mit Anwohnern und mit Leuten, die dort hausen. Manche trauen sich auch nicht hin, wenn es dunkel wird. Vergangenes Jahr haben wir es dann zum ersten Mal ausprobiert, so einen krassen Un-Ort zu bespielen. Wir wollen auch die Leute, die sich tagsüber dort aufhalten, nicht verdrängen, denn sie können auch nichts dafür – irgendwo müssen sie ja hin. Es war ein großes Risiko, genau den Nußbaumpark zu bespielen, ob alles überhaupt angenommen wird? Und es hat super geklappt! Aber es gab krasse Auflagen, wie zum Beispiel keine live Bands, außer unplugged unter 60 Dezibel.

Was ist dieses Jahr neu und anders?
Das Catering von Viva Clara kann dieses Jahr leider kurzfristig nicht stattfinden, weil es einen Personalmangel gibt. So wurde es wackelig, ob man den Park überhaupt wieder stemmen kann. Aber ohne Scheiß, auch wenn es jetzt wie aus einem Pressetext klingt: Wir haben so viel positive Resonanz bekommen, ob wir es wieder machen, dass es einfach sein muss! Und haben dafür komplett neue Partner aus dem Viertel gefunden. Neu dabei ist Nick Valerio Mannu, den man von ganz früher vom Funky Kitchen kennt und jetzt vom Burgerclub MC Mueller.

Dazu kommt Thomas Zufall, der wirklich so heißt, von München 72. Sie organisieren das Foodcatering. Im vergangenem Jahr war der Park wenig definiert: Ist es eine Liegewiese, oder ein Biergarten? Und jetzt haben wir aktuell den Biergarten vergrößert und dem ganzen Feinschliff verliehen. Wir wollen schauen, dass es gut zu dem Ort passt, ein bisschen Programm, aber nicht so viel wie vergangenes Jahr. Also keine Podiumsdiskussionen, keine Lesungen.

Was ist denn geplant und welche Künstler sind schon engagiert?
Es wird nicht so sein, dass wir drei Monate im Voraus planen, weil’s open air ist. Damit die Musik nicht dominiert, lassen wir die Leute spontan bei uns auftreten, alles soll ganz locker sein. Am 5. Juli spielt zum Beispiel Nuit Blanche um die Künstlerin Ira Blazejewska und Tuncay Acar vom Import Export. Jeder Tag wird ein Highlight. Aber es ist ganz klar ein Biergarten mit Rahmenprogramm.

Wie kommuniziert Ihr das Rahmenprogramm?
Es wird sich nicht auf unserer Webseite finden. Man muss auf Facebook und Instagram schauen, dafür braucht man ja nicht einmal einen eigenen Account. Weil wir nicht wollen, dass die Leute zu uns kommen wie zu einer Konzertlocation, sondern sie sollen kommen und dann spielt halt zufällig eine Band. Das soll das Ganze auflockern und überraschen. Übrigens, man kann uns auch über FB anschreiben, oder uns vor Ort ansprechen, wenn man bei uns auftreten will!

Hast Du einen kulturellen Auftrag im Nußbaumpark?
Nein, eigentlich nicht. Was das kulturelle betrifft, in welche Richtung alles geht, das weiß man ja. Wir wollen es diesmal nur nicht überladen. Wir hatten 2018 Radio-Übertragungen, Sport und Disco für den Kopfhörer. Das war den Leuten zu viel und zu kompliziert. Nun halten wir alles einfacher und sagen, die Kunst und die Kultur ist zwar drin, aber sie wird nicht dominieren. Kann sie nicht, denn so groß ist der Park auch nicht. Man kann sich nicht im Biergarten mit Leuten unterhalten und gleichzeitig eine Lesung zu den komplexen Theorien von Sigmund Freud hören. Wir haben auch keine Sponsoren, aber vielleicht kommt das noch…

Wie sieht denn der Barbetrieb im Biergarten aus?
Wir arbeiten diesmal mit Zapfhähnen. Es gibt kein Craft Beer wie 2018, sondern Ayinger Bier. Wir suchen auch noch männliches Barpersonal: Wir haben genug Mädels, aber noch ein paar mehr gestandene Mannsbilder fehlen uns.

Woher hast Du den langen Atem für solch große und langwierige Projekte?
Ich weiß es nicht; Augen zu und durch! Ich habe ja diesmal Nick und Thomas mit sehr viel Gastro-Erfahrung im Boot. Green City e.V. gesellt sich ebenfalls wieder dazu und stellt wieder Hochbeete auf. Und übrigens gibt es noch mehr zu tun, denn wir haben eine Stunde Verlängerung bekommen: Unter der Woche geht es von Mittags bis 23 Uhr und am Wochenende bis Mitternacht. Am Freitag, den 7. Juni starten wir um 16 Uhr in die neue Saison.

Nußbaumpark, 7. Juni bis 30. August, täglich bei gutem Wetter, Lindwurmstraße/Ecke Sendlinger-Tor-Platz, www.facebook.com/NUSSBAUMPARK/; Eröffnungs-Weekend mit DJ Steve (Freitag) und DJ Jens Poenitsch (Samstag)

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