Interview

Niels Jäger zum Bob Beaman-Verkauf: Zeit für neuen Wind, neue Impulse

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Niels Jäger

Niels Jäger und Steffen Werner, die Betreiber des Bob Beaman Clubs, verkaufen ihren Szenespot nach acht Jahren und vielen denkwürdigen Partynächten. Wie es dazu kam und welche anderen Projekte anstehen, verriet uns Niels Jäger in einem kurzen Interview.

Viele sagen ja, man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Manche Sportler halten sich an diese Devise, ein paar werden aber auch von Nationaltrainern vor vollendete Tatsachen gestellt, wie erst kürzlich wieder zu beobachten war. Wie sich das bei Gastronomen und Clubbetreibern verhält, ist noch mal eine ganz andere Sache.

Das neueste Fallbeispiel sind Niels Jäger und Steffen Werner, die im April ihren Bob Beaman Club an ihre drei Nachfolger Sandro Schulze, Michel Moullem und Max Braunmiller abgeben. Welche Beweggründe es gab und mit wie viel Wehmut der Abschied verbunden ist, verriet uns Niels Jäger im Gespräch.

Warum habt ihr euch dazu entschieden, das Bob Beaman abzugeben?
Nach achteinhalb Jahren ist es Zeit für neuen Wind, neue Impulse. Und ich freue mich, die Verantwortung abgeben zu können. Ein Club muss von Woche zu Woche neu mit Inhalt gefüllt und beworben werden. Ich habe die Gastronomie immer als „side hustle“ verstanden und auch so betrieben. Das ist für die möglichst wasserdichte DNA eines Clubs nicht immer ideal.

Aber es ist halt so. Da Steffen mit der Grafikagentur (Fantomas) und dem Architekturbüro (AW) und ich in Sachen Basketball (K1X) gut zu tun haben, empfinden wir das Ausscheiden klar als Erleichterung.

Hat auch das über die Jahre veränderte Ausgehverhalten der Gäste eine Rolle gespielt?
In München ist jedes Wochenende sehr viel geboten, viel richtig Gutes und viel Käse. Die Gäste sind mehr Event-getrieben als früher, sind mal hier, mal da – und das ist ihr gutes Recht. Aber das ist nicht so meins. Den Türsteher persönlich zu kennen und seine Ecke im Club zu haben, finde ich irgendwie charmanter als jede Woche dem Tinder-Feed oder dem teuersten DJ hinterherzueiern. Aber natürlich ändern sich die Zeiten, und es ist ja auch voll okay, wenn die jüngere Crowd das anders sieht.

Trotzdem bleibst du der Eventbranche aber erhalten, oder?
Ja, aber ich finde es interessanter, zukünftig gezielter zu veranstalten, z.B. am 31. Mai und am 1. Juni mit meinem ersten Gastro-Guru Rudi Kull und seiner Crew auf der Dachterrasse des München Hoch5: “Grooves & Grooves” mit dem Chimpanski Soundsystem. Aber natürlich mache ich auch gern mal ein HipHop-Event hier und da. Oder den Pfingstsonntag mit einem Edmoses-Revival im Pacha.

Wie sieht‘s mit der Dachterrasse auf dem Deutschen Museum aus, da seid ihr doch auch dran?
Ich habe mich dazu entschlossen, die spektakuläre Dachterrasse „Frau im Mond“ auf der Museumsinsel, welche meine langjährigen Partner Steffen Werner und Sascha Arnold im kommenden Jahr mit unserem guten Freund Alex Haas eröffnen werden, nicht aktiv mitzubetreiben. Gastroseitig gibt es für mich – neben den bestehenden Projekten – erst mal Optionen, aus welchen sich vielleicht mal was ergeben könnte, aber nicht muss.

Wie viel Wehmut ist mit dem Abschied vom Bob Beaman verbunden und was wünschst du den neuen Betreibern?
Ja, klar ist Wehmut dabei. Langjährige Beziehungen zu unserem Team, zu DJs, Veranstaltern und Gästen gehen zu Ende. ich bin sicher, die ein oder andere Verbindung wird bleiben. Und die Erinnerungen sowieso. Es gibt aber keine letzte Abschlussparty. Wir wollten es den Nachfolgern nicht durch ein Closing oder so was erschweren. ich denke, so ist der Übergang recht einfach gehalten, ohne Tränendrüse oder so was.

Wir sind gespannt auf die neue Ausrichtung und den Erfolg von Sandro, Michel und Max. Wir wünschen ihnen alles Gute. Das Bob Beaman bietet meiner Meinung nach immer noch das intensivste Erlebnis. Die Energie, die hier kreiert werden kann, ist einmalig. Lang lebe der Bob Beaman Music Club!

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