Eventtipp

Musikmesse „Knobs & Wires“ im Kreativquartier: Lasst die Ströme fließen!

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Die Band Ströme

Am Samstag steht im Kreativquartier Dachauer Straße das Knöpfchen drehen hoch im Kurs: bei 13 Konzerten, sieben Workshops und an den Messeständen von 18 Ausstellern.

Knöpfe und Kabel, Schalter und Tasten, Widerstände und Kondensatoren, Kupfer und Zinn, Spannungen und Töne – am 2. Juni wird‘s hochtechnologisch beim ersten Synthesizer-Festival, das die Stadt je erleben durfte. Die Messe „Knobs & Wires“ lockt passionierte Soundfrickler und Fans elektronischer Klänge gleichermaßen ins Kreativquartier an der Dachauer Straße. Der Synthesizer hat sich für eine weltweit wachsende Szene von Musikerinnen und Musikern zu einem unverzichtbaren Instrument entwickelt und ist inzwischen ein alltäglicher Begleiter unserer Hörgewohnheiten.

Ein wesentlicher Teil seiner Entstehunggeschichte ist auch mit München verbunden. So ist der Song „I Feel Love“, der 1977 im Münchner Musicland-Studio von Giorgio Moroder und Donna Summer produziert wurde, der erste ausschließlich mit elektronischen Mitteln aufgenommene Track. Sogar schon 20 Jahre zuvor erforschten Pioniere der elektronischen Musik wie Ligeti, Kagel, Boulez, Riedl, Pousseur, Cage und Stockhausen im hiesigen Siemens-Musikstudio die Grundlagen der elektronischen Klangsynthese. In jüngster Zeit ist eine Renaissance analoger Synthesizer zu beobachten, wobei die einst riesigen Modularsysteme oft auf das handliche, in München entwickelte Eurorack-Format geschrumpft sind.

Die Stadt ist also geradezu prädestiniert, ein Synthesizer-Festival auszurichten und mit Konzerten, Workshops, Vorträgen sowie begleitender Ausstellung und Messe eine kulturelle Nische zu repräsentieren. Dreizehn nationale und internationale Acts aus Europa und Asien spielen live, darunter die Lokalmatadoren Ströme, die schon beim Opening des Lovelace-Hotels für staunende Gesichter sorgten. Die Performance der beiden Musikfreaks Mario Schönhofer und Tobias Weber führt einem die Erzeugung und den Ursprung elektronischer Musik mit dem modularen Synthesizer wunderbar vor Augen. Dabei halten die Musiker aus dem Umfeld von LaBrassBanda stets die Waage zwischen noisiger Elektronik und Tanzflächentauglichkeit. Außerdem live auf den insgesamt drei Bühnen zu sehen sind u.a. die gefeierten Berliner Produzenten von Driftmachine, der passionierte Klangkünstler und Synthie-Bastler Meng Qi aus Peking sowie John Dee vom tschechischen Netzwerk Bastl Instruments.

Parallel zum Musikprogramm zeigen 18 Aussteller in der Messehalle Synthesizer aller Couleur von neu bis Vintage. Theo Bloderer gewährt auf dem Festival darüber hinaus einen Einblick in seine gewaltige Synthesizer-Sammlung. Über 50 Geräte aus über fünf Jahrzehnten Synthesizer-Geschichte können vom Publikum nicht nur bestaunt, sondern auch bespielt werden. Überhaupt steht das Do-it-yourself sehr im Vordergrund. Interessierte können sich in Workshops zu einem moderaten Preis weiterbilden und neue handwerkliche Fertigkeiten erwerben, um sich ihren eigenen Synthesizer selbst zu bauen.

Das Non-Profit-Festival wird von Tapefruit organisiert. Dahinter stecken die beiden Veranstalter Matthias Schmidt und Thomas Schamann, die an verschiedenen Orten in München Konzerte im Bereich Elektronik, Krautrock, Art-Rock, Shoegaze, Garage sowie Experimental organisieren. Unterstützt wird das Ganze von der Plattform Munich Again. Tickets kosten an der Tages- bzw. Abendkasse 25 Euro.

Knobs & Wires-Festival, Dachauer Str. 112
Sa, 2. Juni, ab 10 Uhr, www.knobsandwires.com

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