Interview / Event

MMA: Neues Restaurant & Stadtstrand zum 3. Geburtstag

Die Macher des Munich Mixed Arts: Mathias Arifin und Constantin Mascher

Am Wochenende feiert das MMA seinen 3. Geburtstag mit Star-DJs wie Ellen Allien, Speedy J und Len Faki. Wir haben die Macher zum Interview gebeten und eine Menge Neuigkeiten erfahren.

Am kommenden Wochenende feiert das Mixed Munich Arts (MMA) seinen 3. Geburtstag mit Star-DJs wie Ellen Allien, Speedy J und Len Faki. Außerdem öffnet das angrenzende Restaurant wieder.

Als das frühere Heizwerk der Stadtwerke vor drei Jahren nach aufwändigem Umbau unter dem Namen Mixed Munich Arts eröffnete, konnte man noch nicht absehen, dass die Location eine so prägende Rolle im Nachtleben spielen würde. Aber der Club mit seinem rohen Industrieflair erfüllt seitdem konstant eine latente Sehnsucht vieler Münchner nach einer ordentlichen Portion „Berliner Underground“ in ihrer sonst oft so geschniegelten Stadt. Viele Nachtschwärmer wünschen sich natürlich, dass das auch noch länger so bleibt.

Um die Frage nach der Laufzeit der Zwischennutzung zu klären und Näheres zum bevorstehenden Geburtstag und zu einigen weiteren Neuerungen rund um das MMA zu erfahren, trafen wir uns mit den beiden Betreibern Mathias Arifin und Constantin Mascher zum Gespräch in ihrem noch nicht ganz fertigen, neuen Restaurant „Electric Elephant“ im MMA-Komplex.

Ihr feiert jetzt am Wochenende drei Tage lang Geburtstag. Wann ist denn eine gute Zeit um vorbeizuschauen?
Arifin: Wir haben ein schönes Line-up zusammengestellt, mit drei unterschiedlichen Abenden und wechselnden Raumsituationen. Wie bei solchen großen Events üblich, ist es schon ganz schlau, früher zu kommen. Wir machen um 23 Uhr auf. Wenn man glaubt, man ist nur cool, wenn man um 3 Uhr aufschlägt, dann braucht man sich nicht wundern, dass man in der Schlange steht. Bei uns ist es aber auch schon um Mitternacht cool.

Wenn ihr die letzten drei Jahre Revue passieren lasst, was würdet ihr sagen, was macht das Besondere des MMA aus?
Mascher: Das wichtigste Thema bei uns: Die Leute kommen wegen der Musik und dadurch gibt‘s von vornherein eine gewisse Selektion. Unsere Gäste sind normalerweise entspannt und offen für anderes. Wir wollen auch gar nicht, dass der eine den anderen bewertet im Sinne von ,Du bist cool, du bist nicht cool‘ oder so, sondern dass sich die Leute einfach wohlfühlen. Mit der Location, mit dem Raum geben wir was vor.

Der Gast findet eine Situation vor, wo er sich irgendwie einordnen muss. In unserem Fall ist es ein altes Heizwerk, die Betonwände sehen dreckig aus. Okay, man kann sich anlehnen, ohne dreckig zu werden, weil sie versiegelt sind. Aber allein dadurch, dass unsere Räume auch fehlerhaft wirken, wird die Atmosphäre entspannt bei uns. Das ist übrigens auch das, was die Leute im Kopf haben, wenn sie von Berlin schwärmen.

Ihr bringt also gewissermaßen Berliner Flair nach München. Sind Gäste von außerhalb da eigentlich überrascht?
Arifin: Durchaus. Leute, die von woanders her kommen, denken bei München an die üblichen Klischees, wie z.B. Berge, Seen, Oktoberfest und so weiter. Wenn sie dann aber zu uns kommen, brechen wir die Wahrnehmung von München völlig auf, vermitteln einen ganz neuen Touch. Das merken wir immer wieder, wenn wir mit den Gästen reden.

Wie beurteilt ihr denn grundsätzlich die aktuelle Lage der Subkultur in München?
Mascher: Es ist schon ein bisschen schwierig in München, weil die Flächen so rar sind und weil die Kreativwirtschaft immer mit anderen Nutzern um diese Flächen konkurriert. Kreative brauchen aber nun mal ein Umfeld, in dem auch Kreativsein möglich ist, in dem auch Sachen gemacht werden können, die nicht sofort kommerziell verwertbar sind. Sie müssen auch einfach mal kreativ sein können, ohne jeden Monat von der Kostenlast erschlagen zu werden.

Der neu eröffnete Blitz-Club schlägt ja in eine ähnliche Kerbe wie das MMA. Wie seht ihr grundsätzlich die Konkurrenzsituation in der Stadt?
Mascher: Ich glaube, es ist nicht cool für eine Stadt, wenn eine Verknappung herrscht. Wenn die Leute zu dir kommen, weil es nichts anderes gibt. Als das Kong z.B. damals zugemacht hat, da waren wir nicht diejenigen, die hurra geschrien haben. Im Gegenteil, wir haben uns gesagt: Mist, wieder ein kredibiler Laden weniger. Guter Mitbewerb belebt auch unser Geschäft.

Ihr baut aktuell wieder um, da solltet ihr ja eine gewisse Planungssicherheit haben, obwohl es sich beim MMA um eine Zwischennutzung handelt. Wie lange wird‘s denn noch gehen?
Mascher: Ja, eine gewisse Vorschau haben wir schon immer. Aber wie lange es dann tatsächlich noch geht, wissen wir auch nicht.

Ihr eröffnet jetzt unter dem Namen Electric Elephant auch ein neues Restaurant im MMA-Komplex. Und diesmal betreibt ihr das Lokal auch selber. Erzählt mal!
Mascher: Der Restaurantbetrieb hier hat uns immer Spaß gemacht, wobei uns etwas gestört hat, dass es nie ein richtig integraler Bestandteil des MMA war. Das war anders geplant, gestaltete sich aber etwas schwierig. Irgendwann haben wir uns gesagt, wir geben den Raum nicht mehr her. Wir wollen den Gastronomiebetrieb hier einfach maßgeblich selber beeinflussen. Ursprünglich war unser Gedanke ja schon immer so, dass dieser Restaurantraum Dreh- und Angelpunkt sein sollte, auch tagsüber. Es wird hier künftig eine Mischung aus Tagescafé und indischen Einflüssen, modern europäisch interpretiert, geben.

Arifin: Wir wollten in Sachen Küche flexibel sein. Jetzt fangen wir mit einer indischen Interpretation an, aber nicht so, dass es hier nach Bollywood aussieht. Sondern asiatische Küche in einem Umfeld, wo du es auf keinen Fall erwartest. Wir haben dazu auch einen neuen Tandoori-Ofen. Die Basis unserer Küche ist vegetarisch-vegan, aber es wird auch Fleischgerichte geben für die, die es brauchen. Musik und gute Drinks dazu gibt‘s natürlich auch. Und durch den Umbau und die demnächst für die Gäste zugängliche Galerie, kann man direkt vom Club ins Restaurant gehen und umgekehrt.

Für viele sicherlich überraschend, macht ihr diesen Sommer auch den Praterstrand. Was erwartet die Gäste dort?
Mascher: Am Grundkonzept ändert sich eigentlich nichts. Wir werden das Ganze nur im MMA-Style umsetzen, halt mit gechillterem Sound. Das Musikprogramm wird sicherlich den Stempel MMA verdienen. Es wird aber zum Beispiel kein Bier mehr von der Elbe geben. Natürlich gibt‘s wieder Snacks und wahrscheinlich auch einen Grill. Aktuell stellen wir gerade das Team final zusammen.

Arifin: Der genaue Opening-Termin hängt noch ein bisschen vom Wetter ab, aber wir streben schon an, in der zweiten Mai-Woche an den Start zu gehen. Mal sehen, ob uns der Wettergott gnädig ist. Wir können ja auch noch mal rausfahren ins Oberland und dort mit einem Bauern reden, was der so meint. Nicht, dass wir dann im Regen stehen.

Interview: A. Wulkow

3 Jahre MMA, Katharina-von-Bora-Str. 8
Freitag, den 28.4. bis Sonntag, den 30.4., jeweils 23 Uhr
www.mixedmunicharts.de

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