Club-Schließung

MMA Closing am Wochenende - Hallenkultur ade

Das Mixed Munich Arts

Aus und vorbei! Am Wochenende heißt es nach fünf ereignisreichen Jahren Abschied nehmen vom Mixed Munich Arts, kurz MMA. München verliert mit dem Club in einem früheren Heizwerk wieder ein Stück seiner Hallenkultur.

Manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als den Lauf der Dinge zu akzeptieren, auch wenn‘s mit viel Wehmut verbunden ist. Auch der Versuch zweier Münchnerinnen, mittels einer Online-Petition ein Umdenken bei den MMA-Vermietern, den Stadtwerken München, zu erwirken, ist letztlich fehlgeschlagen. Fast 11.000 Unterschriften für den Erhalt des Clubs kamen zwar zusammen, konnten aber den Weg zu einer Vertragsverlängerung auch nicht mehr ebnen.

So besteht also am Wochenende die letzte Chance, die imposante Industriehalle und den angeschlossenen Kellerclub in der Nähe des Königsplatzes noch einmal live zu erleben. Irgendwann am Sonntag wird dann der Sound herunter gedreht, und der Letzte macht schließlich das Licht aus. Wieder erleidet München einen schmerzlichen Verlust in Sachen Hallenkultur. Dabei wurde dieses Phänomen doch in unserer Stadt eigentlich erst so richtig groß.

Der erste „Hallen-Mogul“, der einen leerstehenden Industriebau erfolgreich zweckentfremdete, war 1983 Bonger Voges mit seiner Negerhalle an der Dachauer Straße, die bis 1989 ein totaler Szene-Magnet war. Parallel dazu etablierte sich auch die Subkultur in der ersten Alabamahalle, die ab 1984 dank der BR-Jugendsendung „Live aus dem Alabama“ sogar bundesweit zu Ruhm und Ehren kam.

Ebenfalls in dieser Phase trat der spätere Kunstpark-Ost-Gründer Wolfgang Nöth mit seiner Theaterfabrik in Unterföhring auf den Plan. Die Location war Schauplatz der legendären „Disco Orange“-Party und unzähliger Konzerte. Damals pilgerten die musikbegeisterten Münchner noch unerschrocken ins Umland, in der Innenstadt spielte sich zu dieser Zeit noch nicht so viel ab. 1989 eröffnete Nöth dann das Nachtwerk an der Landsberger Straße, das heute die Nachtgalerie beherbergt, eines der wenigen Überbleibsel der einst hochgelobten Münchner Hallenkultur.

Nöth bewies auch in den Neunzigern weiterhin eine untrügliche Spürnase für brachliegende Flächen. 1993 nahm er für drei Jahre die alten Hallen des Flughafens München-Riem unter seine Fittichen. Direkt im Anschluss erreichte die Hallenkultur in München unter seiner Führung den Höhepunkt mit dem Kunstpark Ost auf dem Gelände der früheren Pfanni-Werke. 2003 kamen noch die benachbarten Optimolwerke hinzu.

All die genannten Locations sind, bis auf das Ex-Nachtwerk, heute aus dem Stadtbild verschwunden. Am Wochenende kommt mit dem MMA, das mehr als 50.000 Facebook-Fans zu verzeichnen hat, ein weiterer Verlust hinzu. Also heißt es Abschied nehmen!

Das Finale

Am Freitag mit den beiden Techno-Produzenten Adam Beyer, dem Big Boss des renommierten Drumcode-Labels, und mit Marcel Fengler aus dem berühmten Berliner Elektro-Bunker Berghain. Am Samstag sind Ben Klock, Dax J und die Acts der R Label Group die Headliner einer langen finalen Nacht, in der auch noch einmal die MMA-Residents ihr Bestes geben.

Und wie geht‘s dann weiter? Hat das MMA vielleicht doch irgendeine Zukunft? Die Betreiber Mathias Arifin, Constantin Mascher und Mark Maurer haben sich ja für das Zwischennutzungsprojekt Gesundheitshaus an der Dachauer Straße beworben. Zu diesem Thema gibt es aktuell noch keine News, wie uns Mark Maurer berichtete: „Momentan werden die Vorschläge sondiert. Ich denke, vor der Sommerpause wird noch nichts verkündet.“

Bis auf ein paar Festival-Kooperationen steht den MMA-Jungs also ein etwas ruhigerer Sommer als die letzten fünf Jahre bevor. Wobei sie noch bis kurz nach Ostern mit dem aufwändigen Rückbau des ehemaligen Heizkraftwerks und der Einlagerung von Veranstaltungstechnik und Mobiliar beschäftigt sind. „Das wird sicher noch mal wehmütige Erinnerungen wecken, wir kennen ja jede Schraube hier persönlich. Wir sind definitiv sehr traurig, dass dieses Kapitel zu Ende geht“, so Maurer.

MMA Closing, Katharina-von-Bora-Str. 8a
Fr/Sa, 12./13. April, 23 Uhr, www.mixedmunicharts.de

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