Interviewreihe

Seit 250 Tagen im Shutdown - Stimmen aus dem Münchner Nachtleben

Michael Perlinger von der MilchundBar und Alexander Kaufmann vom Bar-Restaurant Jams
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Michael Perlinger von der MilchundBar und Alexander Kaufmann vom Bar-Restaurant Jams

Im fünften Teil unserer Interviewreihe aus dem Münchner Nachtleben haben wir Michael Perlinger von der Milchbar und Alexander Kaufmann vom Bar-Restaurant Jams, befragt

Interviewreihe: Seit 250 Tagen im Shutdown - Stimmen aus dem Münchner Nachtleben

Hier gehts zum ersten Teil mit Michi Kern von der Eventlocation Utopia in Schwabing und Peter Wacha vom Club Rote Sonne / Hier gehts zum zweiten Teil mit Oliver Reif vom Crowns Club und Barbetreiber Max Gradl (Ory, Herzog, Kubaschewski) / Hier gehts zum dritten Teil mit World League-Veranstalter Tom Hilner (Greenfields, u.a.) und Call me Drella-Head Martin Putz / Hier gehts zum vierten Teil mit Harry Klein-Macher Peter Fleming und Eventveranstalter von Wild Warehouse und Betreiber der Krake Bar, Dominic Mölzl und André Resch

Club MilchundBar / Michael Perlinger

Michael Perlinger von der MilchundBar in der Sonnenstraße

Seit etwa 250 Tagen hat uns Corona fest im Griff. Welche Gefühle löst das bei dir aus?
Diese unplanbare Situation, Untätigkeit und Unsicherheit, wann wir wieder unserem Business nachgehen können, schürt manchmal ein starkes Gefühl von Ohnmacht!

Wie habt ihr die Lockdown-Zeiten bisher überstanden? Was hat euch über Wasser gehalten?
Wir konnten unsere Location untervermieten, paradoxerweise an eine Corona-Teststation. So bekommen wir vom Virus doch noch etwas Geld zurück ...

Plant ihr eine Konzeptänderung für euren Club, um besser über die Runden zu kommen?
Da haben wir viel drüber nachgedacht. Aber das Konzept „milchundbar“ lebt von genau dem, was gerade nicht erlaubt ist: eng bei nahem Kontakt mit Leuten zu lauter Musik tanzen, trinken und feiern. Würden wir das ändern, wär‘s nicht mehr die Milchbar!

Wie bewertest du das bisherige Vorgehen der Politik, speziell auch die aktuellen Hilfsangebote?
Da wir eine Firma mit vielen Angestellten sind, ist auch staatliche Hilfe bei uns angekommen. Große Sorgen machen wir uns allerdings um unsere selbstständigen Kollegen, DJs und Künstler.

Was wünschst du dir für die nächsten Monate von der Exekutive?
Perspektiven und Konzepte, wie wir in Zukunft mit dem Virus leben werden müssen, ohne von einem kopflosen Lockdown in den nächsten gejagt zu werden.  

Was hast du in der Corona-Krise für dich persönlich gelernt?
Das Leben ist nicht planbar!

Wird das Münchner Nachtleben jemals wieder so werden wie früher?
Ich denke schon, es wird aber noch eine Weile dauern. 

Wie können euch eure Stammgäste momentan am besten unterstützen?
Indem sie uns treu bleiben und mit uns wieder feiern wenn‘s wieder los geht ...

Bar-Restaurant Jams / Alexander Kaufmann

Alexander Kaufmann vom Bar-Restaurant Jams

Seit etwa 250 Tagen hat uns Corona fest im Griff. Welche Gefühle löst das bei dir aus?
Das gesellschaftliche, unbeschwerte Miteinander fehlt doch sehr. Sich nicht mehr uneingeschränkt bewegen zu können ist unschön. Ich warte sehnlichst auf positive Veränderungen und einen Politikwechsel.

Wie habt ihr die Lockdown-Zeiten bisher überstanden? Was hat euch über Wasser gehalten?
Wir haben versucht, uns durch Social Media und den Take-Away-Service für unsere Gäste „am Leben zu halten“, und den Umständen ein Stück weit zu trotzen. Das Kurzarbeitergeld nehmen wir in Anspruch, ohne wäre es nicht möglich weiter zu bestehen. Und dennoch entstehen Verluste, die wir durch Eigenmittel und Bankkredite versuchen aufzufangen.

Wie bewertest du das bisherige Vorgehen der Politik, speziell auch die aktuellen Hilfsangebote?
Die Angebote helfen nur bedingt, vor allem die des ersten Lockdowns. Angestellte, die auch vom Trinkgeld leben, haben hohe Verluste zu beklagen. Wir als Betreiber machen üblicherweise zum Jahresende mit das beste Geschäft, das nun ausbleibt und nur zu einem Teil kompensiert wird. Das Vorgehen der Politik halte ich für unangemessen, unüberlegt und strategielos.

Was wünschst du dir für die nächsten Monate von der Exekutive?
Mit der Verängstigung der Bevölkerung aufzuhören, Transparenz, Diskurs und angemessene Maßnahmen.

Was hast du in der Corona-Krise für dich persönlich gelernt?
Stärker zu reflektieren, sich zu besinnen und wachsam zu sein.

Wird die nächtliche Münchner Barkultur jemals wieder so werden wie früher?
Es ist zu hoffen, aber derzeit schwer vorstellbar.

Wie können euch eure Stammgäste momentan am besten unterstützen?
Indem sie unseren Straßenverkauf sowie den Heimservice annehmen und Aktionen gegen die unverhältnismäßigen Regelungen der Politik unterstützen.

Interviews: Alex Wulkow

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