Interview

KUNST BLOCK BALVE Sommerfest - Frank Balve im Interview

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Frank Balve

„Der KUNST BLOCK BALVE lädt zum ersten legendären Sommerfest seiner Art ein“ heißt es in der Programmankündigung.

Gastgeber Frank Balve strotzt vor Selbstbewusstsein – zu Recht, schließlich hat er aus einem abrissreifen Lagerhallenbau im Münchner Westend in nur sechs Monaten die neue Kunst- und Kulturlocation der Stadt gemacht.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg. Das war sicherlich kein leichtes Unterfangen. 
20 Monate haben wir ununterbrochen gewerkelt, um aus den 1.600 Quadratmetern Lagerhalle Räume zu schaffen – für zeitgenössische Kunst, aber auch für Veranstaltungen. Darauf sind wir, ein Team aus Künstlern, Musikern, Architekten und Gastronomen, sehr stolz. Nach sechs Monaten KUNST BLOCK BALVE können wir sagen, dass die Resonanz sehr positiv ist. 

Zum Beispiel haben schon über 3.500 Leute unseren Newsletter abonniert – und das ganze ohne Werbung zu schalten! Über diesen Verteiler erhalten Interessierte die Einladungen zu unseren Kunstausstellungen. Seit kurzem sind wir auch in sozialen Netzwerken vertreten, denn uns war wichtig, dass sich die Künstler, die Social Media für sich nutzen wollen, wegen uns nicht einschränken. Im Gegenteil: Es ist an der Zeit, die Münchner Kunstszene zu aktivieren!

Also ist der KUNST BLOCK BALVE kein temporäres Projekt?
Es ist ein Herzensprojekt. Seit 10 Jahren lebe und arbeite ich als freischaffender Künstler in München und gerade was Großrauminstallationen angeht merke ich: Durch Raummangel und horrende Mieten werden wir Künstler an den Stadtrand gedrängt, in die kulturelle Endzone. Dieses Vakuum in München, das muss man füllen. Das ist das Ziel vom KUNST BLOCK BALVE. 

Mir war klar, dass wir dafür etwas riskieren müssen – und es hat sich gelohnt! Wir sind keine Zwischennutzung, sondern können uns über eine lange Laufzeit freuen. Zudem fließen heute schon 33 Prozent aller Einnahmen direkt in die Kunst und Kultur zurück. 

Haben es Kunstschaffende in München besonders schwer? 
Ich bin geborener Saarländer, aufgewachsen in Saarbrücken, habe in New York und London gelebt und wohne doch die längste Zeit meines Lebens in München, 20 Jahre schon. Früher war ich Musiker, habe in Bands gespielt und natürlich habe ich bei Auswärts-Gigs gesagt, dass ich Münchner bin. Da hab ich zum ersten Mal bemerkt, dass viele Leute Vorurteile gegenüber der Stadt und ihren Einwohnern haben. Doch die Münchner sind ein gutmütiges und liebevolles Völkchen. 

Mein Herz schlägt für München, aber trotzdem merke ich, dass hier vieles noch ein Kampf ist und es dauert, bis man als Kunst- und Kulturschaffender wahrgenommen wird. Das ist wohl die Psyche der Stadt und ich versuche sie auf meine Weise zu therapieren – denn schließlich bin ich für niemanden eine Konkurrenz, zum Beispiel für Theaterschaffende oder Clubbetreiber. Mein Raum ist multikulturell. 

Das heißt der KUNST BLOCK BALVE ist so etwas wie ein neutraler Boden?
Wir gehen mit offenen Armen auf alle zu. Wir wollen Kollaborationen anstreben und vor allem realisieren. Für mich gehören die musische, die bildende sowie die darstellende Kunst und die Gastronomie zusammen. Eine After-Party sollte auf jeden Fall Teil einer Vernissage sein, denn dort kommt man ins Gespräch und netzwerkt. Dennoch bestehe ich in unseren Räumen darauf: Es gibt keine Party in der Kunst! 

Ich hab ein Problem mit hippen Pop-up-Projekt à la ‚Gin mit ein paar Bildern an der Wand.’ Fragst du dort den Barkeeper was hier ausgestellt wird, fragt der zurück: „Kunst? – Wo, welche Kunst?!“ Ich möchte nicht, dass die Kunst zur Dekoration degradiert wird! Darum finden bei uns die Ausstellungen von 18 bis 22 Uhr statt, anschließend werden die Leute in einen separaten Raum geleitet, in dem die Vernissage-Party steigt. 

Beim KUNST BLOCK BALVE Sommerfest am 29.6. sind die Barkeeper also geschult. Was erwartet die Besucher?
Unsere Gäste dürfen sich auf eine Lichtkunstinstallation des Münchner Künstlers Moritz Walser freuen. In seiner Arbeit zeigt er eine Weiterentwicklung seiner vorhergehenden Arbeiten mit Fallschirmen und Windmaschinen. Er macht die Schirme, ihre Bewegung und die Kraft, die dahintersteckt, erleb- und spürbar. 

Das Besondere: Der Betrachter kann sich durch den Raum bewegen, sich zwischen den Fallschirmen durchzwängen und Teil des Ganzen werden. Parallel läuft das Sommerfest, mit dem wir uns in die Sommerpause verabschieden. Dafür bringen wir ein ausgewähltes Münchner DJ Line-Up an den Start (A.d.R.: Lagué Moin [Radio 80000], Malcolm François [Liebe Zum Detail], Max Vincent Raw & Ricarda Marai [Team Hula & Monticule Racing Team], Munk [Toy Tonics], Paul and The Hungry Wolf [Galactico], Rhode & Brown [Toy Tonics] sowie Tuff Rubber [Goldener Reiter]). Dieses wird sich ab Herbst auch um die Mitgestaltung unserer Tanzveranstaltungen kümmern. Unter anderem wollen wir damit auch ein Zeichen setzen: Lasst uns zusammenrücken!

Was bedeutet das konkret?
Ich kümmere mich ja nicht nur als Kurator um das Ausstellungsprogramm im KUNST BLOCK BALVE. Langfristig wollen wir einen lebendigen Nährboden für die junge Münchner Kunstszene schaffen, einen Ort an dem Kunstdiskurs gelebt wird. Vor allem Münchner Künstlern hier eine Möglichkeit zu geben, frei von kommerziellen Vorgaben ihre Ausstellungen zu realisieren, das ist unser Anliegen – und so soll es bleiben, mindestens die nächsten 20 Jahre.

Weiter Informationen auf kunstblockbalve.com.

Interview: Sabrina Witte

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