Eventtipp

The Final Rave – die Partyreihe „Ich Will Weinen“ hört auf

Nach genau zwölf Jahren geht „IWW“, organisiert von Maximilian Rottenaicher, Fabian Kranz und Sebastian Dirrigl in Rente. Wir haben davor Maximilian Rottenaicher alias Maxâge interviewt.

Bisher wurden nur Freudentränen geweint: Eure Partyreihe „IWW“ ist im zwölften Jahr noch immer ein großer Erfolg! Warum jetzt aufhören?
Maximilian Rottenaicher: Auch wenn uns die Entscheidung nicht einfach fiel, so haben wir uns nach zwölf Jahren entschlossen, neue Wege zu gehen. Es gibt viele verschiedene Gründe. Einer ist, dass ich persönlich noch mal Zuwachs bekomme, weshalb die Familie nun erstmal Vorrang hat. Auch Fabi und Basti haben sowohl berufliche als auch private Gründe. Und nicht, dass falsche Gerüchte aufkommen: Wir sind weiterhin Freunde und jeder bleibt weiterhin der elektronischen Musik treu. Allerdings schaffen wir es leider zeitlich nicht mehr, regelmäßig Veranstaltungen ins Leben zu rufen und denken, dass es daher an der Zeit ist, anderen das Feld zu überlassen.

Die erste Party habt Ihr noch als Teenager am 2.2.2008 im Backstage organisiert. Damals kamen sofort 900 Leute. Wie war dieses Debüt für Euch?
Maximilian Rottenaicher: Das hat uns natürlich total umgehauen – mit diesem Andrang hätten wir nie im Leben gerechnet: Das erste Mal vor Publikum auflegen und dann im Backstage Werk vor 900 Personen! Seit diesem Tag waren wir angefixt und wollten einfach nur weiter Partys schmeißen und auflegen – was ja nun auch zwölf Jahre gehalten hat.

Jetzt seid Ihr schon sozusagen „alte Hasen“. Ihr habt das einmal so formuliert: „Aus Milchflaum wurden Bärte. Aus Piepsen wurde Brummen. Aus Minimal wurde Techno. Aus Techno wurde House. Und wieder zurück.“ Wie fühlt sich das an?
Maximilian Rottenaicher: Wir sind 31, 30 und 30. Das heißt 2008 waren wir alle gerade so volljährig und haben in den letzten zwölf Jahren einiges im Münchner Nachtleben miterlebt und aktiv mitgestaltet. Gerade haben wir das Artwork für unser Zwölfjähriges designen lassen, auf dem alle Künstler, der letzten zwölf Jahre integriert sind. Und wenn ich mir mal ansehe, welche Künstler wir in dieser Zeit nach München geholt haben, muss ich sagen, dass wir neben Wehmut und Schwärmerei auch eine Portion Stolz fühlen.

Und wie hat sich die Musik in den zwölf Jahren hinter der Ihr steht gewandelt – und wo steht Ihr gerade musikalisch?
Maximilian Rottenaicher: Musikalisch sind wir gerade alle wieder eher in der House-Richtung, wie der Sound, den unser langjähriger Freund Andrea Di Rocco auf unserem Label released hat. Wir spielen aktuell auch viel Klassiker aus dieser Zeit. Jeder spielt natürlich trotzdem noch individuell je nach Stimmung und Abend.

Ihr habt ein eigenes Label plus eine Booking-Agentur, die im Westend beheimatet sind. Wie geht es da weiter?
Maximilian Rottenaicher: Die letzten Releases unseres Labels waren nur noch digital und das wird wohl nun ebenfalls auslaufen. Und damit auch die Booking Agentur.

Bei Dir geht es schon weiter: Du hast seit ein paar Monaten die Eventreihe „Red Cabinet“, könntest Du sie bitte hier vorstellen?
Maximilian Rottenaicher: „Red Cabinet“ öffnet sich vom Sound noch weiter und integriert Club sowie Konzertabend. Wir hatten zum Beispiel letztes Wochenende die Augsburger Band NachtAnalyse, die aus der schwarzen Szene kommen, sowie Joyce Muniz, die in die Richtung Ghetto House geht. Hat super zusammen gepasst und genau so wollen wir weiter machen.

Ihr wurdet bei den Munich Nightlife Awards ausgezeichnet. Wo habt Ihr die Trophäe aufbewahrt und was bedeutet sie Euch?
Maximilian Rottenaicher: Der Award war für den besten Veranstalter in der Kategorie elektronische Musik. Das hat uns natürlich sehr geehrt und Fabi hat Ihn aktuell noch in seinem Studio stehen.

Künstler wie Octave One, Skudge, Blawan waren Ehrengäste, seid Ihr noch in Kontakt?
Maximilian Rottenaicher: Teilweise tatsächlich ja. Als wir das Label noch aktiver betrieben haben noch viel mehr, da wir damals mit allen Künstlern die Promos unseres Labels geteilt haben. Heute sporadisch, wenn sie zum Beispiel mal in München für andere Veranstalter spielen.

Wie lange war das Harry Klein der Austragungsort Eurer monatlichen Veranstaltungsreihe „IWW“?
Maximilian Rottenaicher: Elf Jahre. Erst letztes Jahr haben wir auf der Harry Klein Weihnachtsfeier die Auszeichnung 'Altes House' bekommen - die bekommt jeder Harry Mitarbeiter und Künstler nach zehn Jahren…

Ihr habt ja von Anfang an viel Eigeninitiative gezeigt. Habt Ihr einen Tipp für Leute, die auch eine Party oder gar Partyreihe organisieren wollen?
Maximilian Rottenaicher: Versucht Euch zu diversifizieren und nicht andere zu kopieren. Wir haben zum Beispiel im Harry Klein immer versucht, ein anderes Programm zu fahren als das Harry Klein selbst, sowie generell neue noch nie dagewesene Künstler nach München zu holen. Das war zwar unser Erfolgsrezept, heißt aber auch, dass nicht jeder Künstler sofort eingeschlagen ist. Daher gilt es auch langen Atem zu bewahren, um auch mal trockene Zeiten zu überstehen.

Als Headliner bei „The Final Rave“ zu Gast sind Format:B, die Ihr im Jahre 2009 zum ersten „IWW“- Geburtstag nach München geholt habt. Schließt sich so ein Kreis?
Maximilian Rottenaicher: Exakt! Format:B war unser erstes Booking, das wir jemals nach München geholt haben – davor haben wir nur immer selbst aufgelegt. Und so wollten wir, dass diese langjährige Freundschaft auch unser letztes Booking sein wird.

Wird am finalen Event noch die ein oder andere Überraschung bereithalten gehalten?
Maximilian Rottenaicher: Da bin ich mir sicher: Geplant oder ungeplant!

12 YRS IWW Weekender The Final Rave, Harry Klein, Sonnenstr. 8
Fr, den 07.02. & Sa., den 08 02., ab 23 Uhr, harrykleinclub.de

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