Club-Schließung

Harry Klein Club muss raus – Mietvertrag läuft nur noch acht Monate

Das Harry Klein in der Sonnenstraße
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Das Harry Klein in der Sonnenstraße

Wegen Corona ist der Harry Klein Club momentan sowieso geschlossen. Aber auch der Mietvertrag läuft aus, Ende März 2022 gehen die Discolichter in der Sonnenstraße wohl aus. 

Nicht nur der andauernde Lockdown trägt zum Clubsterben bei, manchmal sind es auch die Baupläne von Immobilieneigentümern. Diesbezüglich hat ganz konkret der Kult-Technoclub Harry Klein in der Sonnenstraße schlechte Aussichten. Auf dem Areal soll ein Hotel hochgezogen werden. Der aktuelle Mietvertrag wurde im Juni noch einmal um drei Monate verlängert, nun läuft er noch bis 31. März 2022. Ob es noch eine weitere Verlängerung gibt, ist ziemlich fraglich.

Kommenden Dienstag beschäftigt sich die Stadtgestaltungskommission zur Sicherung der Bauqualität noch einmal mit den Neubauplänen der Sonnenstraßen Immobilien GmbH, hinter der der Unternehmer Harry Habermann steht. Trotz der Namensverwandtschaft hat das Harry Klein an diesem Standort keine Zukunft mehr, außer vielleicht, wenn sich die städtische Kommission so gar nicht einverstanden zeigt mit dem Entwurf von Architekt Carlos Graf Maltzan. Im neuen Gebäudekomplex sollen neben einem Hotel auch Ladenzeilen sowie eine Tiefgarage entstehen.

Im selben Gebäude wie der Harry Klein Club befand sich bis 2018 auch die Kultkneipe X-Cess, deren Betreiber Isi Yilmaz vor drei Jahren ersatzlos das Handtuch schmiss, und der Club Jack Rabbit, der zuletzt noch unter dem Namen VIP Club Munich vergeblich versuchte, wirkliche VIPs anzuziehen. Auch einzelne Abteilungen der Wohlfahrtsorganisation SOS Kinderdorf e.V. gehen im Gebäude ihrer Arbeit nach.

Und wie geht’s mit dem Harry Klein Club weiter? Betreiber Peter Fleming erklärte uns dazu: “Ob’s noch mal eine Verlängerung gibt, wissen wir nicht. Wir halten aber sowieso schon seit vier Jahren die Augen und Ohren offen und haben auch schon Objekte besichtigt. Die waren allerdings nicht geeignet oder zu teuer. Im Moment haben wir also nix Neues in Aussicht. Grundsätzlich stellt sich für mich aber die Frage: Ist das der richtige Weg für die Stadt, dass Kultur verdrängt wird, dass Investoren so einen Einfluss auf die Entwicklung der Innenstadt nehmen? Warum lässt die Politik das zu?”

“Der Herr Söder macht sich’s einfach”

Politik ist ein gutes Stichwort. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ja vor einigen Tagen angekündigt, dass im Herbst die Clubs in Bayern für Geimpfte und Genesene wieder geöffnet werden könnten. Dazu meinte Fleming: “Der Herbst geht bis 20. Dezember. Der Herr Söder macht sich’s einfach. Wenn du die Leute fragst, dann fängt für sie der Herbst nämlich im September an. Wir würden uns eine deutlich genauere Aussage wünschen. Außerdem könnte man für Geimpfte ja eigentlich auch sofort öffnen. Für uns ist es aber okay, wenn’s im September wieder losgeht, da wir ja mit unseren Kollektivgärten draußen einiges zu tun haben. Gegen die 3G-Regelung (Anmerkung der Redaktion: Zugang für nachweislich Geimpfte, Genesene und negativ Getestete) haben wir auch nichts, nur bitte nicht mit Maske und Abstand.”

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