Interview

15 Jahre Geschwister Reinhold: Johanna und Christoph Reinhold im Interview

Johanna und Christoph Reinhold

Die Geschichte von Christoph und Johanna Reinhold liest sich wie ein modernes Märchen. Doch hinter dem Erfolg des DJ-Teams steckt harte Arbeit – und echte Geschwisterliebe. Wir haben die „Elektrokeller“-Gründer zum Gespräch gebeten.

Dieses Jahr feiert ihr als DJ-Team „Geschwister Reinhold“ 15-Jähriges. Herzlichen Glückwunsch! Wie seid ihr – als Geschwister – damals hinter den Plattentellern zusammengekommen?
Christoph: Meine Kindheit in den Achtzigern war stark von Synthiepop geprägt. Als Teenager war ich viel auf kleinen Technopartys. Dort durfte ich dann mit 16 auch zum ersten Mal selbst auflegen. Die Leipziger Technoszene hat mich sehr geprägt und nach einem kurzen Abstecher nach Berlin bin ich schließlich zum Studieren in München gelandet – und geblieben.

Johanna: …und ein paar Jahre später bin ich Christoph in die bayerische Hauptstadt gefolgt. Er ist nicht nur mein großer Bruder sondern auch mein Vorbild. Deshalb hab ich 2003 auch angefangen mir Platten zu kaufen und durfte mich an seiner Seite, zum Beispiel in der Nachtkantine, ausprobieren.

Christoph: Johanna hat sich schnell in gängigen Clubs etabliert. 2007 wurde sie Resident in der Registratur, 2017 im Harry Klein.

Wie unterscheidet sich denn euer Stil voneinander?
Johanna: Ich würde sagen, dass ich eher den „darken“ Sound auflege. Ich experimentiere mit Beats, Christophs Sound geht nach vorne und ist dabei aber eher klar und aufgeräumt. Dieser Mix ist auch das Markenzeichen vom „Elektrokeller“-Sound. Wir spielen, auf was wir Bock haben.

Seit über 12 Jahren schmeißt ihr gemeinsam die „Elektrokeller“-Partys. Eckt ihr als Geschwister da nicht manchmal aneinander?
Johanna: Ganz im Gegenteil, gerade weil Christoph mein Bruder ist können wir offen und ehrlich miteinander sein. Vor den Partys treffen und besprechen wir uns immer kurz. Wir überlegen, was funktionieren könnte.

Christoph: Wir sind beide keine Freunde von vorgefertigten Sets. Gerade wenn man sich im Duo abwechselt hat man wenig Zeit zu planen und muss reagieren. Und sicherlich necken wir und ab und zu mal: „Puuuh, was soll ich darauf jetzt spielen.“ Aber Spaß bei der Arbeit gehört doch dazu (lacht).

Erklärt ihr euch so auch den andauernden Erfolg der Partys?
Johanna: Natürlich haben wir als DJ-Team eine größere musikalische Bandbreite, das spricht auch mehr Leute an. Doch hinter dem Elektrokeller steckt ein Netzwerk von Leuten, ohne das es nicht möglich wäre. Christoph kümmert sich um die Location und stellt mit seiner Firma City-Ton die Veranstaltungstechnik. Wir sind ja sehr schnell gewachsen – von ehemals rund 150 – zählen wir heute 700 bis 800 Gäste auf den Partys.

Christoph: Der ersten „Elektrokeller“ fand in einem alten Ölkeller statt. Eine passende Immobilie zu finden ist immer die größte Herausforderung. Von ehemaligen Supermärkten, über alte Industrieanlagen, bis zur Landeszentralbank haben wir schon die unterschiedlichsten Locations bespielt. Dort gibt es dann meist keinen Strom, kein Wasser und keine Toiletten. Da gilt es dann alles reinzustecken, damit sich das Publikum wohlfühlt. Das bedeutet, es muss nicht nur eine Top-Anlage sein, auch die Sicherheit unserer Gäste muss maximal garantiert sein. Es geht uns nicht darum Geld zu verdienen, wir wollen eine gute Zeit haben. Deshalb verlangen wir keinen Eintritt und auch die Getränkepreise sind moderat.

Das hört sich sehr familiär an…
Christoph: Ja, das ist es auch. Zu uns kann jeder kommen – ob noch im Blaumann nach der Arbeit oder im Anzug vom Businesstermin. Unser Publikum war und ist schon immer bunt gemischt. Wir nehmen uns jedem Menschen an, damit er sich als Teil des Ganzen fühlt. Von der Abiturientin bis zum Familienvater.

Das heißt, im „Elektrokeller“ tanzt schon die nächste Generation mit?
Johanna: So ziemlich. Deshalb ist es wichtig nicht in Nostalgie zu schwelgen, sondern sich daran zu erinnern, wie es für uns als Teenager damals auf den ersten Partys war, und genau diesen Vibe aufzugreifen und mitzunehmen.

Christoph: Und viele Gäste aus meiner Generation gehen eben einfach mit der Zeit weniger – wenn nicht selten – aus, da muss der Abend schon etwas Besonderes sein. Doch bei einer Sache bleibe ich altmodisch – nein, eher: konsequent: Ich lege ausschließlich mit Schallplatten auf und das kommt vor allem beim jungen Publikum an, weil das heute kaum noch jemand macht.

Können wir denn aus dem Hause Reinhold bald die „Geschwister 2.0“ hinter den Plattentellern erwarten?
Johanna: So weit ist es noch nicht. Erstmal steht die Hochzeit von Christoph dieses Jahr noch an und natürlich schmeißen wir für die Familie eine Technoparty: in einer alten Windmühle in Lüneburg, unser Großvater war nämlich Müller. Was die nächste DJ-Generation angeht: Ich gebe aktuell in meinem Beruf als Erzieherin musikalische Früherziehung im Feierwerk. Mal sehen, welche Projekte sich daraus in den nächsten Jahren ergeben werden (lacht).

 Interview: Sabrina Witte

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