FNY-Festival im Werksviertel

Zehn Tage Endorphine in Wallung

Bespielen das FNY-Festival: Tobi Neumann, Sascha Funke und Marshall Jefferson

Das in der öffentlichen Wahrnehmung noch etwas abseits stehende Werksviertel setzt mit dem FNY-Festival vom 1. bis 10. September 2017 eine erste kulturelle Duftmarke.

Bevor der neue Klassik-Konzertsaal auf dem Baugrund der ehemaligen Kultfabrik in die Höhe wächst, steht dort Anfang September erst einmal die elektronische Musik im Mittelpunkt. Beim FNY-Festival, organisiert von Mirko Hecktor und Hubertus Becker, wird zehn Tage lang spannender Sound die spätsommerliche Luft erfüllen. Zahlreiche leuchtende Kubus-Blöcke illuminieren die Gesamtszenerie und erinnern gleichzeitig ein wenig an das rechter Hand gelegene Container Collective.

Das FNY-Festival lotet vom 1. bis 10. September 2017 auf mehreren Areas draußen und drinnen die Schnittstellen zwischen digitaler und analoger Kunst und Musik aus. Die Macher prophezeien den Besuchern, dass sie mit ihrem audiovisuellen Gesamtkunstwerk die Synapsen zum Leuchten und die Endorphine in Wallung bringen. Das Programm deckt mit zeitgenössischer, elektronischer Musik mit DJs und Liveacts zwischen totalem Underground und ersten Verdachtsmomenten von Mainstream ein breites Spektrum ab.

Zur Start in den September geht‘s am Premierentag gleich einmal mit einer Legende aus Chicago los, mit Marshall Jefferson. Als der US-Boy seine Hymne „Move Your Body“ veröffentlichte und diese Zeilen 1986 das erste Mal durch die Clubs schallten, begann ein neues Zeitalter, das der Housemusik. Seitdem ist der House-Marshall eine stilbildende Kraft im Musik-Business. Er arbeitete mit Ikonen wie Frankie Knuckles, Steve ‘Silk’ Hurley, Felix Da Housecat und Lil Louis zusammen und hinterließ bei Ten City, Robert Owens und DJ Pierres Kollektiv Phuture seine Spuren. Auch nach seinem Umzug nach London schaffte er spielerisch den Anschluss an eine neue Generation House-Aficionados.

Marshall Jefferson spielt sein DJ-Set am 1.9. natürlich nicht im Alleingang. Ihm zur Seite steht u.a. Sascha Funke aus Berlin, der seit vielen Jahren bei renommierten Labels wie Kompakt oder BPitch seinen deepen, swingenden Techhouse-Sound an den Mann bzw. die Frau bringt. Ein Kollege aus der Hauptstadt ist auch am Samstag, den 2. September an selber Stelle am Start, nämlich Sven Dohse. Der Katermukke-Botschafter präsentiert seine melodischen und treibenden Afterhour-Beats in dieser Nacht an der Seite von Seth Troxler, der in den 1990er-Jahren in der Detroit-Techno-Szene mit dem Musikvirus infiziert wurde, und Danny Daze aus Miami, der neben typischem Detroit-Sound auch gerne mal Italo-Disco oder Miami Bass aus seiner Heimat in sein DJ-Set einstreut.

Am darauffolgenden Wochenende können sich die Münchner dann auf weitere DJ-Größen freuen. Am Freitag, den 8. September kommen u.a. Timo Maas‘ Produzent Martin Buttrich und Tobi Neumann aus Berlin angereist. Letzterer hat an selber Stelle Ende der 1990er-Jahre mit dem Flokati House Club im damaligen Ultraschall im Kunstpark Ost für unvergessene Partynächte gesorgt. Nun kann er ein paar Meter weiter den Faden von vor knapp 20 Jahren wieder aufnehmen.

Am Tag darauf stehen zwei Hamburger im Rampenlicht: Stimming und Erobique. Beide werden mit ganz unterschiedlichen Live-Performances die Leute in ihren Bann ziehen. Während Stimming gerne flächige House-Tracks miteinander verwebt und diese mit eigenen aufgenommenen Sounds aus seinem Alltag verziert, greift Disco-Dandy Erobique alias Carsten Meyer durchaus gerne zum Mikrofon und erheitert mit schrägem Gesang und Texten zwischen Hamburger Lässigkeit und mediterraner Emotionalität.

Neben diesen vier Clubnächten an den Wochenenden bietet das FNY-Festival noch einige weitere Highlights, z.B. am 4. September den Easy Monday in der Kubik Bar, an dem Interessierte bei freiem Eintritt laut Vorankündigung realisieren können, „was überhaupt um uns und ums Werksviertel herum passiert“. Am Dienstag präsentiert „Poetry Slam“-Erfinder Ko Bylanzky spannende Wortakrobaten wie Meike Harms, Frank Klötgen, Philipp Potthast und Yannik Sellmann. Zum Abschluss des Festivals treten am Sonntag, den 10. September bei freiem Eintritt die Bands Embryo, Organ Explosion, Mooner und weitere Münchner Formationen auf die Bühne.

FNY-Festival, Werksviertel Mitte, Atelierstr. 14
Fr, 1.9. bis So, 10.9. Karten für die Clubnächte ab 20 Euro plus VVK-Gebühr, www.fny-festival.com

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