Interview

Indie zum Anfassen – ein Jahr folks! Club

Die Betreiber des Folks! Club: Marvin Endres (rechts)

Dort, wo einst die legendäre Erste Liga beheimatet war, residieren nun seit einem Jahr die Indie-Gitarren. Wir haben vor der Geburtstagsparty mit Marvin Endres gesprochen.

Wir gratulieren zum Geburtstag vom folks! Club!
Marvin Endres: Mit unserer Party wollen wir sagen, dass wir noch einiges vorhaben: Wir machen zum Beispiel eine neue Getränkekarte – uns haben viele Gäste gebeten, Cocktails anzubieten. Denn zum normalen Gin & Tonic wird dann doch zusätzlich etwas vermisst. Wir haben ja auch eine Lounge und es bietet sich an, hier gemütlich einen zu Trinken. Wir lassen dazu drei DJs in drei unterschiedlichen Richtungen spielen und der Abend ist so in drei Parts gegliedert. Es gibt also die Musikrichtungen, die wir voll lieben und ich werde ganz am Ende auch ein bisschen auflegen.

Was wird denn geboten?
Marvin Endres: Ich lege eher wirr auf. Ich mag es, von Johnny Cash auf Indie zu wechseln. Die anderen drei DJs werden Leo Ernst sein mit einem souligen Anfang, Frank Bergmeyer als punkige Mitte und Robert Pointer als Indie-Vertretung. Wir werden somit immer moderner im Laufe des Abends.

Seht Ihr Euch als sicheren Hafen für Indie-Fans?
Marvin Endres: Für Indie-Rock-Leute würde ich sagen. Wir haben in diesem einen Jahr gemerkt, dass wir eher der Gitarrenladen geworden sind und auch sein wollen. Das hat sich durch viele Punk-Konzerte am Anfang angebahnt, und Gitarrenmusik ist unser Kerngedanke.

Ihr seid geografisch direkt in einer Linie mit dem Cord Club und dem Maxe Belle Spitz, die beide ebenfalls Indie-Diskotheken sind. Wie ist das Verhältnis untereinander?
Marvin Endres: Interessante Frage! Aus meiner Sicht geht zum Beispiel unser Personal nach der Arbeit gerne mal ins Cord und ich habe auch schon das ein oder andere Mal im Cord vorbei geschaut. Oder auch im Maxe Belle Spitz, wenn ich weniger Tumult haben möchte… DJs vom Maxe, wie Tom Yorba, oder auch Anton Valero, legen auch bei uns auf. Ich sehe es als eine Familie, die sich gegenseitig befruchtet.

Gibt es eigentlich eine Bürde vom Atomic Café her, dass Ihr das Atomic Café 2.0. sein solltet?
Marvin Endres: Ja, das hat uns keinen Gefallen getan. Man kann uns nicht mit dem Atomic Café vergleichen. Und ähnliches wurde über das Cord und dann übers Milla gesagt. Oder erwartet. Wir machen halt unser eigenes Ding. Und was ich auch wichtig finde, ist unsere andere geografische Lage: Durch unsere Lage im Glockenbachviertel machen wir auch einen Abend für Schwule, Lesben und Freunde, die dem Viertel hier Tribut zollt – sie heißt „Ball“.

Wie würdest Du sagen sieht die Indieszene bei Euch aus?
Marvin Endres: Unser Publikum ist immer noch eher Richtung 30 als Mitte Zwanzig. Und das führt automatisch dazu, dass wir eher im Rock- als im Pop- Bereich bleiben.

Welche Bands werden konkret gespielt?
Marvin Endres: The Libertines zum Beispiel. The Killers, die braucht man überall. Im Netzer & Overrath gab es immer die Garantie und das Versprechen, dass mindestens einmal am Abend The Killers gespielt werden. Meistens „Mr. Brightside“. Und bei unseren Netzer-Partys gilt dieses Versprechen freilich auch!

Ihr seid auch ein Live Club… 
Marvin Endres: Wir sind und ich hoffe, dass alle uns auch so verstehen, soviel Live Club wie Club. Konzerte sind uns sehr, sehr wichtig, weil sie eine ganz andere Situation rüberbringen können und die Party danach dann auch, im Idealfall, auf einander abgestimmt wird. Dann kann man kurz vor die Türe eine Rauchen oder Durchschnaufen und dann geht es nahtlos weiter auf der gleichen Linie. Wir haben dieses Jahr allein schon über 100 Konzerte gemacht und es kommen, wenn ich mich nicht verrechnet habe, noch um die 20 dazu. Und der große Plan ist, dass wir nächstes Jahr über 150 Konzerte machen wollen… Wir haben jetzt dafür auch einen neuen Booker dazubekommen.

Was ist Eure Bilanz nach einem Jahr?
Marvin Endres: Dass der Sommer doof ist (Lacht)! Die Bilanz ist, wenn man eine Vision hat, ohne jetzt vollkommen festgefahren zu sein und man dann dafür gerade steht ist alles auch erreichbar. Wir haben gemerkt, dass es nach dem Sommer wieder extrem gut losging. Das haben wir nicht erwartetet. Der Oktober lief auch sehr gut, vom November erwarte ich viel und dann gucken wir, wo wir stehen.

Aber Ihr macht auf jeden Fall weiter, oder?
Marvin Endres: Volle Kanne! Der Blick und der Wille weiter zu machen ist voll da. Auch wenn das viele am Anfang nicht gedacht haben, dass wir das schaffen! Aber wir sind sehr zuversichtlich. Man braucht nicht bestreiten und es ist am Anfang oft so, dass es Gerüchte gibt, dass es nicht klappt, dass es zu leer ist. Wir haben bewusst keine großen Werbekampagnen gefahren und wollen einfach ein Kellerclub sein, den die Leute kennen lernen möchten. Momentan ist unser Eindruck, dass von Monat zu Monat mehr Leute kommen, und die, die vielleicht beim ersten Besuch unzufrieden waren, dann beim zweiten Mal zufrieden sind. Die Tendenz ist sehr gut. Personell gibt es übrigens noch eine Änderung: Lisa Grimm macht einen Pause und eine Ausbildung zur Goldschmiedin; der Laden wird nun von Maximilian Früchtl und mir gestaltet.

Dann bleibt auch Euer Motto Folks!
Marvin Endres: Das Motto bleibt. „Folks“ heißt „Leute“ beziehungsweise „hey Leute“ – damit wollen wir unser Publikum direkt ansprechen!

folks! Club, Thalkirchner Str. 2,
Fr., den 8.11., ab 23 Uhr, munich-folks.com

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