Interview

Don’t call it a Comeback: DJ Remake im Interview

Mehrfach ausgezeichnet: DJ Remake

Als einer der wohl renommiertesten Hip-Hop DJs der Stadt startet DJ Remake nun mit seiner eigenen Partyreihe BLAZIN durch. Wir haben ihn zum Gespräch gebeten.

Remake ist ein Name, der weder aus München, noch aus dem Portfolio der besten deutschen Hip-Hop DJs wegzudenken ist. Verbunden hat man den Namen in den letzten Jahren vor allem mit dem Crown’s Club, in dem Remake als Resident jeden Donnerstag die Reihe Misery angeführt hat. Damit ist seit Ende 2016 Schluss, Remake hat sich umorientiert. Was ihn dazu bewegt hat und was seine aktuellen Projekte sind, hat er uns im Interview verraten.

Anfang Dezember 2016 hast du dich nach über einer halben Dekade als Resident DJ aus dem Crown’s Club verabschiedet – wie kam es dazu und warum war das für dich der richtige Schritt?
Ich war eine Ewigkeit im Crowns Club und habe da auch Mega viel Spaß gehabt, tolle Leute kennen gelernt und auch sehr viel in Sachen Club Management vom Oli (Anm. der Red.: Oliver Reif ist Geschäftsführer Crown´s Club) beigebracht bekommen. Nun bin ich vor fast zwei Jahren Vater geworden und wollte mal wieder etwas Eigenes & Neues starten. Leider kam in der letzten Zeit meiner Crowns-Ära eine Routine rein wie "jeden Donnerstag grüßt das Murmeltier". Und wie der Mensch so ist, wurde ich in diesem Zug ehrlich gesagt faul. Was meine Sets und vor allem mein Selbst-Marketing anging. Der einzige Weg das zu ändern war mich selber wieder neu zu finden und etwas Neues zu beginnen.

Für dich hat 2017 eine neue Orientierung und neue Projekte mit sich gebracht – welche sind das und was ist dein Hauptbeweggrund für diese Entwicklung?
Vor circa 10 Jahren habe ich bereits mit meinem Homie Soheyl erfolgreiche Partys veranstaltet (Black-Sensation, Dreckz Beatz etc. – wer sie heute noch kennen mag). Ich wollte hier wieder anknüpfen und habe daher mit Soheyl zusammen die Veranstaltungsreihe Blazin ins Leben gerufen. Insgesamt haben wir beide über 25 Jahre Eventerfahrung und können heute von uns sagen, dass wir wissen worauf es bei einer guten Hip-Hop-Party ankommt. In Kürze kommt eine etwas größere Partyreihe von uns beiden hinzu, worüber ich aber jetzt noch nichts sagen kann.

Das nächste große Ding, das ansteht ist meine Deejay School App, mit der jeder online und mobil das DJing erlernen kann. Sei es nun Hobby- oder Profi DJ, oder einfach nur jemand, der seine Scratching Skillz erweitern möchte. In Form von Challenges mit einzelnen Aufgaben, die man erlernt, sie dann per Videobeweis à la Snapchat aufnimmt und rein schickt. So wird man sich Step-by-Step weiterentwickeln. Und erst, wenn eine Challenge gemeistert wurde, kann man die nächste Aufgabe angehen. Und somit kommt man dann dem Ziel, das sich der DJ oder der DJing begeisterte User gesetzt hat, immer näher.

Für jeden Künstler ist es wichtig, dass der Prozess der Weiterentwicklung nicht gehemmt wird – was sind für dich die grundlegenden Unterschiede, wenn du an deine Zeit als Resident DJ des Crown’s Club zurückdenkst und mit deinem Heute vergleichst?
Wie schon gesagt... nach den vielen Jahren im Crowns Club bin ich einen Alltagstrott gefallen. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und wenn es erstmal bequem geworden ist, kommt man da sehr schwer wieder raus. Heute werde ich jede Woche aufs Neue gefordert. Dieses und jenes muss nun erledigt werden und es macht mir Spaß all diese Dinge zu tun, die meine neuen Projekte von mir fordern. Nur mit dem Zeitmanagement habe ich immer noch Probleme. Ich denke immer „Hey, das kannst du noch schaffen und das noch und das…“ Dann bin ich oft mal ungewollt zu spät. Ich denke, das hängt einfach mit meiner aktuellen Übermotivation und Ambition zusammen, alles perfekt machen zu wollen. Aber ich arbeite dran, mich zu bessern.

Du wirst national und international als Hip-Hop DJ gebucht, wurdest drei Mal mit dem Munich Nightlife Award ausgezeichnet und standst auch bereits im Finale des Red Bull Thre3Style Wettbewerbes – was bedeutet diese Form der Anerkennung für dich?
Es bedeutet mir sehr viel weil es mich bestätigt in dem was ich tue. Dann wird mir immer wieder klar wieso ich jeden Morgen um 7:00 Uhr aufstehe, meine Tochter in die Krippe bringe und danach meinen Shit erledige! Und wenn der Shit dann endlich erledigt ist, kann ich es kaum erwarten an die Turntables zu gehen und Sets auszubauen, Mixtapes aufzunehmen oder einfach mal an meinen Skillz weiter zu arbeiten. Wenn man das, was man tut liebt, dann sollte man es mit Leidenschaft und vollem Einsatz tun! Und wenn man das nicht kann? Dann sucht man sich besser etwas Anderes, bei dem man es kann! Eine kleine Eko-Weisheit am Rande! Haha!

Inwiefern bekommst du auch direkt von deinem Publikum und deinen Fans mit, was deine Kunst am Plattenteller ausmacht? Gibt es eine besondere Anekdote, die für dein Verhältnis mit deinem Publikum spricht, an die du gerne zurückdenkst?
Da muss ich nicht weit zurück denken… Damals waren es ab und zu Autogramme und heute sind es Selfies die manchmal Fans mit mir machen wollen. Erst bei der letzten Blazin haben die Leute zum Schluss angefangen mir zu applaudieren, weil sie meine Arbeit so krass gefeiert haben. Und oft ist es so, dass egal wo ich spiele, ob Berlin, Nürnberg, Würzburg oder wo auch immer, ich Mails und Nachrichten bekomme, in denen steht, wie krass sie den Abend fanden und wissen wollen wann ich wieder da bin.

Oder die Veranstalter aus Bremen die mir 2016 sieben Termine gegeben hatten, haben dieses Jahr 14 Termine genommen und wollen, dass ich nach Bremen ziehe, um mir sofort einen Resident Job zu geben. Ich kriege immer direkt Feedback und das freut und motiviert mich. Mein Ziel ist es ja nicht die Leute nur zum Tanzen zu bringen. Nein, mein Ziel ist es, dass der Gast alles vergisst: Seinen Job, seine Termine, seinen Stress – einfach mal alles ausblenden! Mein Gast ist in dem Moment der Star und ich hole ihn raus aus dem Alltag. Und genau das macht - denke ich - den Unterschied.

Du schulst auch DJs und bringt dem Nachwuchs das technische Handwerk bei, warum ist das eine Aufgabe, die dich begeistert? Welche Talente hast du auf ihrem Weg bereits begleiten dürfen und welche Entwicklungen und Tendenzen siehst du bei den jüngeren Generationen?
Ja - die meisten meiner Jungs legen regelmäßig in Clubs auf und es kommen auch neue nach... und die Richtungen in die sie sich entwickeln, sind immer sehr unterschiedlich. Es geht hier in meinem Studio los und jeder hat verschiedene Ziele, die vielleicht unterbewusst in ihm lauern und am Ende merken sie, dass wenn es nicht das DJing selbst ist, ihnen aber das eine oder andere, zu dem sie durch das DJing gekommen sind, sehr viel Spaß macht!

Eines deiner neuen Projekte ist die Veranstaltungsreihe BLZN, die am 16. April zum 4. Mal stattfindet. Was ist die Idee hinter BLZN und was bedeutet diese Reihe für dich persönlich?
Blazin ist einfach die Party wofür es kein großes Konzept braucht oder ähnliches, weil alle Faktoren auf eine gute Party zugeschnitten sind. Hip-Hop / DJ Skillz / Drinks - Thats it. Weil, seien wir mal ehrlich, welchen Gast interessiert es denn, wenn ich jetzt ein 7-8 Seiten kompliziertes Party-Konzept schreibe und auf die Beine Stelle, dann im Anschluss die Party nicht so der Hit war? Keiner sagt dann „Hey, war ein geiles Konzept“… Nein, es heißt dann „madige Party, Dikka“. Ich meine, wir machen es ja jetzt auch schon lange genug in dem Business und brauchen uns keine komplexen Konzepte überlegen.

Wir gehen unserer Intuition nach und entscheiden vieles aus dem Bauch heraus - eines Abends kam Soheyl und mir die Idee eine neues Hip-Hop Event in München aufzuziehen. Viele Veranstaltungen drängen heutzutage immer mehr den DJ in den Hintergrund und dieser verliert an Bedeutung. Wir wollen bei der Blazin by Remake (die Veranstaltung heißt bewusst so) wieder die Musik in den Vordergrund stellen – das ist für mich immens wichtig. Es gibt in München ja viele gute „Hip-Hop“ Partys, aber ehrlich gesagt, achte ich nicht drauf, was die anderen machen. Ich mache einfach mein Ding – das wobei ich mich gut fühle!

Was darf man zur vierten BLZN Veranstaltung erwarten?
Ein Kurzurlaub auf Blazin-Island am Ostersonntag, den 16.04. im High Jinks - wo jeder Gast einfach sich selbst und den Moment feiert! Das Beste aus Hip-Hop, R’n‘B in Kombination mit richtigen DJ-Skillz – dafür stehe ich mit meinem Namen – wer weiß, der weiß! Als zusätzliche Specials haben wir noch 500 Blazin-Mixtapes im Petto und Special Preise für Vodka- und Jacky-Boote bis 0.30 Uhr.

BLAZIN by Remake, HIGH JINKS, Elisenstraße 3
Sonntag, den 16. April, ab 23.00 Uhr

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