Corona-Krise

Clubsterben in München: Folks geschlossen, andere stehen auf der Kippe

Das Pacha München hat seit über 200 Tagen geschlossen
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Seit über 200 Tagen coronabedingt geschlossen: Das Pacha München

Über ein halbes Jahr sind die Clubs in München wegen der Corona-Pandemie nun schon geschlossen. Leider ist jetzt ein erstes Opfer zu beklagen, der Folks Club.  

Seit März keine Gäste mehr, die möglichen staatlichen Hilfen sind aufgebraucht und viele Vermieter zeigen auch in dieser unverschuldeten Notlage kein Entgegenkommen. Sieben Monate ohne regulären Betrieb und die entsprechenden Einnahmen hinterlassen langsam Spuren. In München wird die Situation für die Clubs immer prekärer.

Das erste Opfer der staatlich verordneten Corona-Schließungen ist der Folks Club am Sendlinger Tor. Die Vermieter verlangten weiterhin die volle Pacht, weswegen die Betreiber die Reißleine ziehen und Insolvenz anmelden mussten. „Kein Pardon! Geld oder Leben“, beklagte sich Mitbetreiber Frank Bergmeyer gegenüber der Süddeutschen Zeitung über das fehlende Entgegenkommen. Sein zweiter Laden, der Strom Club an der Lindwurmstraße, bleibt erst einmal erhalten. Hier sind gerade erst staatliche Spielstätten-Fördergelder geflossen, die ein Überleben fürs erste sichern.

Einen Rückschlag erlitt währenddessen das Filmcasino am Odeonsplatz. Der Dinner-Club in einem früheren Kino neben der Schumann‘s Bar macht vorerst dicht, weil ein Weiterbetrieb laut Betreiber Mathias Scheffel keinen Sinn mehr macht. Anfang September stand das Filmcasino kurz in den Schlagzeilen, nachdem die Polizei bei einer Kontrolle Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt hatte. Seitdem stand der Laden besonders im Blickfeld. Verschärfte Desinfektionsschutzregeln und eine (zwischenzeitliche) Höchstzahl von fünf Personen an einem Tisch führten nun zur vorläufigen Schließung. Aktuell arbeite das Team an einem neuen Dinner- und Showkonzept, heißt es auf der Facebook-Seite. 

Im Neuraum hält man dagegen noch fest am neuen „Drink & Dine“-Konzept jeden Freitag und Samstag ab 21 Uhr mit vier bis zehn Personen pro Tisch. Die ganz strengen Personen-Obergrenzen wurden inzwischen nämlich wieder etwas gelockert. Im Großraumclub an der Hackerbrücke spielen also die DJs, während die Gäste Pizza und Drinks am Tisch genießen. Zwar herrscht noch nicht wieder das Feeling von früher, aber man ist ja schon um kleine Fortschritte froh.

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