Eventtipps

Party-Tipps fürs Wochenende, abseits des Mainstreams

Spielt am Samstag im Harry Klein : Boo Williams

Unser Autor Stanley Beamish hat für Euch die Programme der Clubs nach besonderen Events, die sich abseits der Mainstreams bewegen, gesichtet. Hier seine Tipps für das Wochenende! 

Die beiden Münchner Dubstep-Pioniere Cutana und Rah Tikal besser bekannt unter ihrem Künstlerpseudonym Zubzonikz mischen mit ihrer Veranstaltungsreihe <90 seit 2007 die Münchner Partyszene auf. In wechselnden Locations loteten sie schon die Tiefen der Subbässe aus, produzierten ihre eigenen Tracks und bereicherten so manche lokale Radioshow. Als Support waren sie mit den Szenegrößen Skream, Benga, Tes La Rok, Chefal u.v.a. zu hören. Anders als viele Dubstepper sind sie nicht so sehr von britischen Breaks als vielmehr durch ihre Aktivitäten als DJs, Produzenten und Bandmitglieder in den Bereichen Hip-Hop, Dub, Dancehall, Roots aber auch Punk musikalisch sozialisiert, wodurch ihre Sets auch nach zehn Jahren immer unberechenbar bleiben und diese sich nicht selten einen ungeahnten Weg durch die inzwischen weit verzweigte Dubsteplandschaft bahnen.

Freitag, ab 23 Uhr, Feierwerk/Sunny Red, Hansastraße 39 – 41

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Zwei Jahre später: 2009? Hm, was war da doch noch gleich ...? Superwahljahr, Abwrackprämie, Bad Banks, 20 Jahre Mauerfall und Michael Jackson segnete das Zeitliche. Ein Schock, die Trauer groß und doch, es muss ja weitergehen. So auch für Tom Nowa der in selbigem Jahr mit ein paar Kumpels Klangkost gründete. Beim Auflegen variiert sein Sound damals schon hoch qualitativ zwischen Deep- und Tech House. Mit seiner hervorragenden Track-Selektion gelingt es ihm immer wieder, die Massen zum Toben zu bringen, auch auf Festivals wie dem Fusion, 3000 Grad oder Feel. Kollege Bin Okin begann seine Karriere mit Techno und anderen Electro-Sounds in Messina auf Sizilien. Nach diversen Gigs in den besten Underground-Clubs seiner Heimatstadt zog es ihn 2010 nach Berlin, wo er seither seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat. Maceo Plex, Solomun, Ellen Alien und Margaret Dygas beeinflussten seinen Stil maßgeblich – aktuell aber begeistert der Italiener mit seinem unverkennbaren Sound nicht nur als Veröffentlicher beim Klangkost-Label sondern auch mit Livesets in diversen Berliner Clubs wie Yaam, Magdalena, Brunnen 70, Kosmonaut und Ritter Butzke. Für den dritten Klangkost-Servierer Sebastian Vidahora ist der München-Gig fast ein Heimspiel, denn er stammt aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Rosenheim. Mittlerweile ist auch er in Berlin ansässig geworden und beweist beim DJing viel Überzeugungskraft mit einer ganz eigenen Mischung aus groovigen und technoiden Sounds.

Samstag, ab 23.59 Uhr, Palais Club, Arnulfstraße 16

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Wofür der Katzenclub steht, also inhaltlich betrachtet, ist soweit allen klar, falls nicht nehmt dies: Electro, Industrial, Cold Wave, EBM, Gothic, Postpunk, Darkfolk, 80s & 90s, Ritual, Noise, Minimal, Synthwave und Angstpop. Zur 2-Floor-Party legt eine ganze Kompanie von Pagan-DJs, Dreamstalker-DJs, Modell Abstrakt-DJs feat. Michael & Julia sowie DJ Iris & Friends-DJs all dies auf. Zudem konnten zwei hochkarätige Live-Kapellen verpflichtet werden, als da wären She Past Away, die mit türkischen Lyrics voller postromantischer Tiefe und einem umwerfenden Postpunk-Wave-Sound á la The Cure, Joy Division, Siouxsie & The Banshees und The Sisters Of Mercy überzeugen. Und, zum 35- jährigen Bühnenjubiläum: Psyche. Diese gelten gemeinhin als Ikonen des EBM und Synthie-Pop und schufen mit Songs wie „Unveiling The Secret“, „Eternal“ und „Misery“ einst Dauerbrenner auf schwarzen Tanzflächen.

Samstag, ab 22 Uhr, Feierwerk, Hansastraße 39 – 41 

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Jetzt mal kurz die Scheuklappen runter und aufgemerkt, wenn zum BMW-Clubkonzert zwei arrivierte Streichquartette in einer Electro-Location performen. Denn sowohl die Münchner Philharmoniker als auch das Münchner Kammerorchester entsendet jeweils vier seiner Besten, um den Techno-Jüngern unserer Stadt statt Väth, Hawtin und Cox eben mal Mozart, Haydn, Schumann oder Williams nahezubringen. Also, Berührungsängste über Bord werfen und statt Tanzen einfach mal Zuhören, schadet ja nix ...

Samstag, bereits ab 20.30 Uhr, BobBeaman, Gabelsbergerstraße 4

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Wo die Wurzeln der elektronischen Musik liegen, weiß doch mittlerweile jedes Kind, beim Chicago House und beim Detroit Techno selbstverständlich. Die Damen und Herren von IWW nun haben weder Kosten noch Mühen gescheut und stellen im März ein sensationelles Booking hinter die Turntables: Boo Williams. Dieser ist schon seit den 80er Jahren aktiv und somit das, was man gemeinhin gerne mal als einen alten Hasen im Show-Biz bezeichnet. Seine erste Platte erschien 1993 auf Djax Recordings, ein fulminantes Debüt, dann aber folgte eine Reihe von Veröffentlichungen auf dem legendären Relief-Label. Doch wollen wir hierbei nicht allzu tief in die Geschichtsbücher eintauchen, sondern uns lieber darauf fokussieren, was aktuell um den Künstler passiert. Und das ist, man ahnt es bereits, eine ganze Menge: Veröffentlichungen auf Labels wie Rush Hour oder seinem eigenen Label Strictly Jazz Unit katapultieren ihn aktuell an die Spitze der Charts und so darf man gespannt sein, was er an diesem besonderen Abend noch aus seiner Trickkiste zaubert. Es assistieren: Fabian Kranz und Maxâge, im Separée wird Moritz Beldig erwartet und die kahlen Wände wärmt El Movimento. House ist die Farbe des Frühlings!

Samstag, ab 23 Uhr, Harry Klein, Sonnenstraße 8

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