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Ahmet vom Call me Drella - Zum Abschied leise Servus!

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Ahmet Ulutas (Mitte)

Der Ausgabenchef des Call me Drella, Ahmet, verabschiedet sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Nachtleben. In über einer Dekade am Maximiliansplatz 5 hat dieser einzigartige Mensch so einige Leben berührt - unsere Autorin Antje Seidel nimmt Abschied.

Der Wärter der Getränkeausgabe eines Nachtclubs ist ein Job, der einem viel abverlangt. Man ist einer der ersten, der anfängt zu arbeiten und einer der letzten, der geht. Man ist (wahrscheinlich) der einzige, der bis zum Ende recht nüchtern bleibt und noch fehlerfrei bis 100 zählen kann, wenn bei anderen schon längst die Lichter aus, beziehungsweise das Putzlicht an ist.

Man kämpft in der Ausgabe nicht nur mit leeren und vollen Flaschen jeglicher Natur; man ist auch immer wieder damit beschäftigt Unbefugte und Befugte zu bedienen und zu regulieren. Es ist ein Job, in dem Vertrauen eine ebenso wichtige Rolle spielt, wie Unvoreingenommenheit und Geduld. Und einer, der diese Rolle viele Jahre lang in ein und der selben Location – ehmals im baby! und nun über sechs Jahre im Call me Drella – perfekt ausgefüllt hat ist Ahmet Ulutas.

Ich persönlich habe Ahmet in den baby!-Zeiten kennen und lieben gelernt. Ahmet war immer der Anker, der beständigste Teil in einem sich stetig wandelnden, vibrierenden Club, ein Pol der Ruhe und der Raison, der nur dann kurz laut wurde, wenn sich die Leute im engen Kellerflur geradezu stapelten und die Arbeit der Commis gänzlich verhinderten. Ahmet gab manchmal einen Absinth aus, wenn wir halfen Scherben wegzufegen. Das und viele andere kleine Gesten zeugten immer wieder davon, dass Ahmet jemand ist, der jedem in seiner Ausgabe ohne Urteil begegnet.

Und wo Ahmet so viel – und von manch einem sicherlich auch zu viel – mitbekam, so haben wir hingegen doch alle recht wenig von ihm mitbekommen. Ahmet hat bisweilen mindestens zwei Jobs gehabt, einen tagsüber unter der Woche, und spätestens ab Donnerstags stand er immer pünktlich in der Ausgabe des Ladens am Maximiliansplatz 5, der ganz früher einmal Witzigmanns „Aubergine“ beherbergte. Aus diesen Räumen ist er glaube ich für viele nicht wegzudenken – genau das müssen wir nun aber tun. Aus gesundheitlichen Gründen muss der der Kapitän von Bord.

Bereits im August wurde Geld für Ahmet gesammelt, der neben seiner eigenen, auch die Pflege seiner Frau stemmen muss und trotz der jahrelangen, harten Arbeit für uns, nicht komplett alleine schaffen kann. Am Freitag feiert das Call me Drella Ahmet zu Ehren eine Abschiedsparty. Nicht nur werden alle Eintrittsgelder an Ahmet gespendet, aber es bietet sich auch für jeden die Gelegenheit sich persönlich vom „Capo“ zu verabschieden, denn eines ist sicher: in einer Ausgabe werden wir ihn nicht mehr sehen.

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