Interview & Event

Always lit – 8 Jahre Crux

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Am Samstag kommt DJ Mos extra aus Moskau angereist um mit dem Crux Geburtstag zu feiern. Marco Reger, Mitbetreiber vom Crux, hat uns im Interview auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht.

Das Eckgebäude an der Ledererstraße 3 ist absolut geschichtsträchtig und beherbergt nun sein 8 Jahren das Crux. Ein Laden, in dem Hip Hop und Rap und verwandte Genres aufgelegt werden und der sich über die Jahre zu einem der Aushängeschilder in dieser Szene gemausert hat. Nicht nur das Programm, die Talente, die hier eingeladen, aber auch gefördert werden, auch der grafische Stil des Crux sind inzwischen richtungsweisend.

Mitbetreiber Marco Reger, selbst als Dan Gerous am DJ-Pult unterwegs, hat uns im Interview Frage und Antwort gestanden.

Was habt ihr zum 8. Geburtstag alles im Petto?
Wir machen an unserem Geburtstag natürlich das, was wir am besten können: wir drehen auf bis zum Anschlag in unserem eigenen Zuhause – wir haben ja auch schon Geburtstage außer Hauses gefeiert, aber Zuhause ist es dann doch immer am schönsten.

Die wichtigsten Crux-Residents legen auf – NotFX, Pretty Boy, DJ Casper und ich – und dann haben wir noch einen unglaublichen Spezialgast, einen russischen Superstar, namens DJ Mos an dem Abend da. Zudem droppen wir noch eines von den heißbegehrten Crux-Fashion-Items. Ich verrate euch jetzt noch nicht, was genau es ist, aber es passt zum Winter, jeder wird’s haben wollen und es ist ultra-limitiert und hyper als alles von Supreme, was du im Netz finden kannst.

2009 habt ihr das Crux eröffnet – wie habt ihr als Gründer des Crux – Robert Lorenz, Philipp Hanrieder, Thomas Nothaft und du – damals zueinandergefunden? Wie waren die Anfänge?
Das ist so lange her… Schau mal, ich hab seit 8 Jahren einen Club und trink jedes Wochenende Unmengen an Alkohol, wie soll ich mich an sowas erinnern? Haha. Spaß beiseite – natürlich erinnere ich mich noch so schemenhaft. Die Konstellation war so: Thomas und Philipp haben zusammen schon Partys gemacht in verschiedenen Locations, dort haben wir uns das erste Mal kennengelernt. Später haben Thomas und ich gemeinsam aufgelegt. Philipp hat im damaligen Zerwirk an der Bar und im Büro gearbeitet, daher gab es dann die Connection ins Gewölbe. Und Robert kam am Ende als Betriebsleiter ins Zerwirk; damals kannten wir uns untereinander dann schon und haben bereits eigene Partys in den Räumen veranstaltet – die Nice-Partyreihe, die war letztendlich der Grundstein für unsere Konstellation.

Wir waren so Mitte Zwanzig und es war klar, dass die Zerwirk-Betreiber aufhören wollen und sie haben Philipp dann gefragt, ob er Bock hat, das weiter zu machen. Der kam dann zu mir: „Ey, Marco, hast du Bock ‚nen Club zu machen?“ und ich hab‘ ihm nur einen Vogel gezeigt. Keiner von uns war damals bereit, sich so einen Klotz ans Bein zu binden und wir waren ohne hin so „yolo“-mäßig unterwegs, dass wir nicht vorhatten so langfristige Pläne zu schmieden. Aber… wir haben drüber nachgedacht und irgendwann hat uns der Gedanke nicht mehr losgelassen und dann haben wir es einfach gemacht. Zum Glück.

8 Jahre sind im Münchner Nachtleben eine ganz gute Hausnummer… 
8 Jahre sind schon krass. Ich will’s auch immer gar nicht verschreien… Ich hab‘ damals nie darüber nachgedacht, wie lang dieser Club existieren wird, oder wie lang ich das so mitmache – an acht Jahre habe ich da sicher nie gedacht. Wenn man den Querschnitt der Clubs anschaut, schaffen das die wenigsten. Für die meisten ist es ein eher schnelllebiges Business: kurz da und spätestens, wenn das Finanzamt das erste Mal nachschaut, ist die Bude dann wieder zu.

Deswegen macht es uns besonders stolz, dass der Laden nicht mal vom Finanzamt klein zu kriegen war, und inzwischen den Status der Institution genießt. Das wir so einen guten Ruf haben liegt nicht zuletzt daran, dass Thomas und ich, die nach wie vor das Programm maßgeblich bestimmen, selbst so aktiv in der Szene unterwegs sind, viel auflegen und durch die Welt fliegen und überall herumwurschteln. Dadurch bleiben wir automatisch am Puls der Zeit und behalten den Touch zu unserem Publikum, das inzwischen zugegebenermaßen ein paar Jahre Jünger ist als wir selber.

Wie wichtig ist euch, dass ihr euch immer weiterentwickelt?
Wir haben uns mittlerweile in der Rolle der Tastemaker deutschlandweit gefunden – was uns zunächst gar nicht so bewusst war und bitte nicht eingebildet klingen soll – aber durch das Feedback, das wir über die Jahre von DJs, Betreibern, Veranstaltern und Promotern bekommen haben, ist uns klargeworden, dass wir für ganz viele in Deutschland der Rolemodel-Club geworden sind.

Dieser Rolle wollen wir natürlich auch immer irgendwie gerecht werden – aber letztendlich wollen wir einfach nur den Scheiß machen, der uns gefällt und den wir feiern und dahinterstehen. So sind wir ja auch in diese Rolle gerutscht und so machen wir einfach weiter.

Wie wichtig ist für euch der Blick auf andere Läden? Du warst gerade in Beirut, wie war es da?

Meine DJ-Reisen haben den angenehmen Nebeneffekt, dass ich sehr viele Clubs und Gastronomien weltweit sehe. Da schaue ich immer genau hin und versuche mich überall inspirieren zu lassen und meinen Horizont zu erweitern. Beirut zum Beispiel war mal wieder der Hammer, alleine vom Klima, haha. Schön im T-Shirt in der Sonne unterwegs gewesen und so.

Und das Nightlife dort ist wirklich crazy, jeden Tag in der Woche und die Leute feiern gnadenlos. Die Stadt pumpt gewaltig, da pulsiert das Leben ohne Ende. Es gibt unglaublich viele gute Bars und total abgefahrene Clubs… Im Land nebenan treibt der IS sein Unwesen, und man hat den Eindruck die sagen dazu nur fuck you, jetzt erst recht. Und auch wenn man um 6 Uhr morgens offensichtlich betrunken zu acht in einem Kleinwagen auf der Gegenfahrbahn des Beiruter „Mittleren Rings“ unterwegs ist, eine Person aus dem Beifahrer-Fenster hängt und allen auf der Straße zuprostet, winken einem die schwer bewaffneten Militärposten nur lachend zu und weisen einen dann freundlich darauf hin, doch besser die richtige Fahrbahnseite zu verwenden.

In München undenkbar - Ich muss aber auch sagen, dass was wir aktuell in München haben, also mit dem Crux, ist schon speziell in Deutschland. Es gibt tatsächlich nicht viele Hip Hop-Läden, die das so wie wir machen. Es gibt Veranstaltungsreihen wo das eher zutrifft, aber es gibt kaum Clubs, die ihr Ding so straight und mit so einem Anspruch durchziehen.

Was sind eure Highlights im kommenden Jahr?
Meinst du wir planen schon so weit?! Haha – gleich nach dem fulminanten Crux-Silvester kommt der Crux Winter Jam im kompletten Muffatwerk – mit dem besten, was das Crux so zu bieten hat.

8 Jahre Crux, Ledererstraße 3
Sa., den 9.12., ab 23 Uhr

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