Eventtipp

25 Jahre Compost Records: Eine Münchner Musik-Institution feiert Jubiläum

Thomas Herb, Michael Reinboth und Kalabrese

Ein Vierteljahrhundert gibt‘s die Plattenfirma Compost Records nun bereits. Am Samstag feiern Labelgründer Michael Reinboth und seine Mitstreiter im Charlie ihren Geburtstag.

1994 – verdammt lang her. Brasilien wurde in dem Jahr Fußball-Weltmeister, Kurt Cobain beging Selbstmord und ein kleines Münchner Independent-Label begann seinen Siegeszug. Michael Reinboth, vielen von seinen Into Somethin‘-Partys ein Begriff, gründete vor 25 Jahren Compost Records. Über bemerkenswert innovative Releases erarbeitete sich das Label schnell ein gutes Standing weltweit. Sampler-Reihen wie „Future Sounds of Jazz“ oder „Glücklich“ gehörten in vielen heimischen Wohnzimmern zum guten Ton.

Inzwischen liegen wir bei Compost und seinen Sublabels bei einem Zwischenstand von über 800 veröffentlichten Tonträgern. Ein fantastischer Katalog von Musik aus allen möglichen Bereichen wie Jazz, Downbeat, Disco, House und Electronica. Was aus diesem Fundus bei der Geburtstagsfeier am Samstagabend im Charlie-Club zum Einsatz kommt, wissen wir natürlich noch nicht. Aber sicher ist, dass Labelboss Michael Reinboth höchstpersönlich das Mischpult bedient, unterstützt von Thomas Herb und von Kalabrese aus Zürich, der mit seinem „Rumpelmusig“-Label auch zur großen Compost-Familie gehört.

Wenige Tage vor der Jubiläumsparty konnten wir ein kurzes Telefoninterview mit Michael Reinboth führen, der uns noch einiges Wissenswertes rund um die 25-Jahr-Feier verriet:

25 Jahre Compost Records – ist der Begriff „Lebenswerk“ da zu hoch gegriffen oder passt das?
Ich weiß nicht, weitere 25 Jahre schaffe ich aber wohl eher nicht mehr. Wobei man niemals nie sagen sollte. Ich mag meinen Job immer noch total und gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit.

Warum habt ihr euch für die eher kleine Variante einer Geburtstagsparty im Charlie entschieden?
Wir haben zum 15-Jährigen und zum 20-Jährigen große Megapartys gemacht, diesmal haben wir den Fokus eher auf unsere zwölfteilige Platten-Box mit insgesamt 43 Tracks gelegt. Darin finden sich vier Compost-Klassiker, die schon lange ausverkauft sind, und 39 Remixes von Künstlern wie Roman Flügel, Purple Disco Machine, Lawrence, Delano Smith oder Ewan Pearson. Neben unserer Münchner Geburtstagsfeier wird‘s aber außerdem noch in Berlin im Watergate was Größeres geben und auch in London im Herbst.

Du selber legst am Samstag auch auf. Ist nach all den Jahren vor so einem DJ-Gig bei dir immer noch eine gewisse Nervosität zu spüren oder machst du das total routiniert?
Überhaupt nicht. Und das muss auch so sein, dass man etwas Lampenfieber hat. Schon daheim beim Platten packen bzw. Sound zusammenstellen überlegt man ganz genau, was man alles mitnimmt und v.a. welche neuen Tracks man gerne in sein Set einbauen möchte.

Legst du noch klassisch mit Vinyl und CDs auf oder hat auch bei dir schon das Sounddatei-Zeitalter begonnen?
Ich würde sagen, ich habe da eine Mixed-Media-Herangehensweise. Ich habe einfach zu viele Tracks. Das wäre eine Heidenarbeit, das alles von CD oder Vinyl extra zu digitalisieren. Also packe ich die unterschiedlichsten Tonträger mit ein.

Bist du privat eigentlich noch viel unterwegs im Münchner Nachtleben?
Für mein Alter eigentlich schon. Ich bin schon 59, gehe aber sicher noch zwei- oder dreimal im Monat weg. Meine persönliche Nummer eins ist momentan das Charlie. Wir machen also nicht umsonst dort unsere Party. Außerdem ist Charlie-Mitinhaber Benjamin Röder seit Jahren Bestandteil der Compost-Disco-Family und hat übrigens auch das Artwork zu unserer Jubiläumsbox gemacht.

Abgesehen davon muss ich aber zugeben, dass ich mich in manchen Läden inzwischen schon etwas alt fühle und dort dann manchmal den Witz mache, dass ich der Fahrer oder Manager von einem der DJs wäre. Aber egal, für mich ist es einfach wichtig, befreundeten DJs hallo zu sagen und die neuesten Promos in die Hand zu drücken.

Beim Big-Harry-Festival in der Muffathalle am Freitag können wir dich auch sehen. Das wird ja ein richtig stressiges Wochenende für dich …
Ja, wir haben dort unseren eigenen Compost-Floor im Muffatcafé mit Flo Förg, Tom Burclay und mir an den Decks. Einer unserer Acts, Ströme, spielt bei dem Festival auch live.

Ströme ist ein gutes Stichwort, von den Jungs ist noch was Neues in der Pipeline, richtig?
Ja, ein neues Album, aber das wird wohl erst spät im Jahr erscheinen. Davor bringen wir bei Compost noch ein neues Cow-Album im September heraus, und das von Mr. Raoul K ist auch schon auf einem guten Weg.

Vielen Dank für das Gespräch und auch von uns alles Gute zum 25-Jährigen! 

25 Jahre Compost Records, Charlie, Schyrenstr. 8
Sa, 10. Mai, 23-5 Uhr, bar.charl.ie

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