Lesungen

Die interessantesten Lesungen der kommenden Wochen auf einen Blick

Julia Engelmann am 22. November im Ludwig Beck

Mit diesen Terminen steigert man das persönliche Lese-Vergnügen

Ihr Psychologiestudium hatte sie „erfolgreich abgebrochen“, wie sie selber sagt. Und sicher war es eine gute Entscheidung, ganz aufs Schreiben umzusatteln. Immerhin ist Julia Engelmann seit 2014, als ihr PoetrySlam-Beitrag zum Popsong „One Day“ viral durch die Decke ging, das neue deutsche Wunder der Literaturszene. 

Sie findet eben offenbar genau den Ton, um mit ihren feinfühliggefühligen Gedanken über Sehnsucht, Liebe und dem Wunsch nach Geborgenheit die Stimme der Generation Greta abzugeben. Unlängst erst hat sie ihr immerhin selbst illustriertes Buch „Keine Ahnung, ob das richtig ist“ herausgebracht, das prompt in den Bestseller-Listen nach oben schoss. Nun stellt sie zusammen mit Moderatorin Nina Ruge ihre neuesten Gedichte vor und erzählt von ihrem UNICEF-Engagement sowie einer selbstgestalteten Weihnachtskarten-Edition. Wer ein Herz hat, geht hin. (Ludwig Beck, 22.11.)

Von einer starken jungen Frau, die in den 30er Jahren der Bohème die Köpfe verdrehte, erzählt die junge US-Amerikanerin Whitney Scharer in ihrem Debütroman „Die Zeit des Lichts“. Im Zentrum steht die Fotografin Lee Miller, die Kriegsreporterin war, eine Liebesbeziehung mit Man Ray pflegte und später viel für die amerikanische „Vogue“ arbeitete. Ursprünglich war sie selbst Model. Doch dann beschloss sie: „Ich möchte lieber ein Bild machen, als eines zu sein.“ Auch das kein schlechter Entschluss, wie die Historie zeigte. (Villa Stuck, 22.11.)

Ganz tief in die Historie taucht dagegen der gefeierte Kabarettist und TV-Star Dirk Stermann. Er hat mit „Der Hammer“ einen mitreißenden Roman über einen hochbegabten jungen Wiener, der als „Sprachknabe“ am Kaiserlichen Hof auf sich aufmerksam macht. Immerhin sprach er fließend Türkisch, Arabisch und Persisch. Hammer wurde als Diplomat nach Konstantinopel geschickt und erlebte als Augenzeuge Napoleons Feldzug in Ägypten. Sein Leben bekam eine Mission: Er versuchte stets, zwischen Orient und Okzident zu vermitteln. Und so passt er natürlich auch wieder bestens ins Heute. (Heppel & Ettlich, 3.12.)

Zwischen hoher Klamauk-Kunst und niederen Krimi-Instinkten vermitteln schon seit vielen Jahren mit größtem Erfolg die „Tatort“-Kommissare Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die mit aller gebotenen Kauzigkeit in Münster ermitteln. Doch natürlich gibt es für die beiden Star-Schauspieler, die ja auch Musiker sind, ein Leben neben dem Fernsehen. Für die Lesung unter dem schönen Motto „Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind“ haben sie sich über ihre gemeinsame Mark-Twain-Leidenschaft zusammengefunden. Sie tragen Kindheitserinnerungen, Gerichtserlebnisse und Reiseberichte sowie selbstverständlich Passagen aus den großen Romanen vor. (Prinzregententheater, 30.11.)

Zurück in die Gegenwart geht es mit Daniel Speck, der mit seinem Roman „Bella Germania“ bekannt geworden ist. In seinem neuen Roman „Piccola Sicilia“ entfaltet er eine ge - nerationenübergreifende Familien- und Liebesgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Um das zu unterstreichen, hat Speck umfangreiches Bildmaterial zu seinen Recherchearbeiten dabei. (Arabella Buchhandlung, Rosenkavalierplatz 11, 21.11.)

Ebenfalls von einem komplexen Familiengeflecht über mehrere Generationen hinweg erzählt Posy Simmonds in ihrer Graphic Novel „Cassandre Darke“, die gleichzeitig Krimi und psychologisches Porträt ist. Die Grand Dame der englischen Comicszene lässt sich dabei von Barbara Yelin in die „Comic Bar“ begleiten. (Gasteig Bibliothek, 21.11.)

Yelin ist auch einer der Stars, die man hautnah auf der rührigen Andere Bücher braucht das Land-Veranstaltung treffen kann, die einer der traditionellen Höhepunkt des derzeit grassierenden Großrummels Literaturfest ist. Auf dem sogenannten Markt der un abhängigen Verlage fahren die Kleinen der Branche ihre Autoren auf – für Signier- und Sprechstunden. Neben dem Timeslot mit Barbara Yelin (15.00 Uhr am Sonntag) sollte man am gleichen Tag auch Frank Schmolke nicht verpassen. Er stellt ab 14.00 Uhr „Nachts im Paradies“ vor. Der gesamte Schaufenster-Markt erstreckt sich dagegen auf zwei Tage, unter anderem mit dem umtriebigen Volk Verlag, Toplian & Milani, Reprodukt, dem Morisken Verlag, dem Schillo Verlag oder der edition tingeltangel. (Literaturhaus, 30.11./ 1.12.)

Autor: Rupert Sommer

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